Gabriele Kiesling (76) ist Physiotherapeutin und Osteopathin mit den Fachschwerpunkten Neuroorthopädie und Faszien-Physiotherapie. Als YouTuberin und Buchautorin erreicht die Wahl-Kötschacherin einen großen Interessenten-Kreis und kann so bei vielerlei Leiden helfen. Am 18. März kam übrigens ihr neues Buch „Osteoporose-Physiotherapie für starke Knochen“ heraus. Kiesling betreibt eine eigene Praxis in Berlin, ist Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Qualität in der Physiotherapie und Mitgründerin des Bundesverbandes selbstständiger Physiotherapeuten. Medienpräsent ist die „Physiotherapie-Pionierin“ auch bei uns in Oberkärnten. Seit dem Vorjahr gibt sie den „Berglern“ im „Oberkärntner Volltreffer“ allwöchentlich Tipps in ihrer Kolumne „Physiotherapie für zu Hause“. Gabriele Kiesling lebt mit ihrer Familie in Berlin und Düsseldorf, verbringt die Sommer aber gern in Kötschach-Mauthen.
OVT: Frau Kiesling, am 18. März erschien ihr neues Buch – was können Sie uns dazu verraten? Was ist Hauptthema?
Gabriele Kiesling: Es geht darin um die Volkskrankheit Osteoporose, der mit meinem Physiotherapie-Konzept der Schrecken genommen werden kann.
Werden Sie es auch in Oberkärnten vorstellen?
Ja, denn ich habe mit meiner Vortragsreihe: „Gesunder Montag“ im Gasthof Grünwald in St. Daniel, beim Kneippverein in Kirchbach, aber ganz besonders im Rahmen meines Sommerprogramms „Berggesund“ da einiges geplant.
Apropos „Oberkärnten“: Seit über 30 Jahren ist das Obere Gailtal ihre zweite Heimat und Sie waren zehn Jahre lang als Physiotherapeutin in Kötschach tätig. Warum zog es Sie einst ins Gailtal?
Mein erster Besuch 1994 im Biohotel Daberer war für mich der Beginn meiner Liebe zu den Menschen und der wunderbaren Bergwelt. So habe ich mit großer Freude hier, nach dem Beginn meines „Ruhestandes“ ein Haus gekauft und dort als Physiotherapeutin und Buchautorin gearbeitet.
Welchen Mentalitätsunterschiede stellen Sie vielleicht fest? Haben Sie auch das eine oder andere Wort auf Kärntnerisch schon im Wortschatz?
Am Land hier begegnen wir uns eher auf Augenhöhe als in der Großstadt. Wie wir hier gerne sagen: „Mit dem Reden kommen die Leut z‘sammen.“ Mir taugt das „Lei lasn“ und ich weiß nur zu gut, was „Spotzn“ sind. In Berlin erlebe ich viele Mitmenschen oft gestresster und mit einer übertriebenen Wichtigkeit.
Wie kam‘s nun zur „Volltreffer“-Kolumne? Was bringen Sie den Lesern darüber näher? Welche Reaktionen bekommen Sie?
Harald Angerer kam zu einem Interview für mein zweites Buch in meine Praxis nach Kötschach. Wir blieben pressemäßig seither in Kontakt und im Sommer letzten Jahres entstand die gemeinsame Idee mit der Kolumne. Die Leser schreiben mir regelmäßig ihre Fragen, oder Fallbeispiele und machen mir auch Vorschläge für weitere Kolumnen.
Physiotherapie-Expertin, Osteopathin, Buchautorin und You- Tuberin – wie setzen Sie generell die Schwerpunkte zwischen allen?
Das ist so eine Mixtur aus allen Bereichen. Natürlich verwende ich bei Buchaufträgen mit Terminsetzung meinen Schwerpunkt darauf. Meldet sich allerdings ein Patient mit einem akuten Anliegen, dann lasse ich alles andere liegen und helfe erst mal.
Welche „Philosophie“ verfolgen Sie betreffs Ihrer Patienten seit über 50 Jahren als leidenschaftliche Physiotherapeutin?
Meine Therapie muss helfen und bestenfalls sollte mich der Patient weiterempfehlen.
Schon mit 25 Jahren gingen Sie als Physiotherapeutin in die Selbstständigkeit. Was war einst der Auslöser dafür?
Ich bin die geborene Selbstständige und bekam schon früh das Angebot, die Praxis von einer älteren Kollegin zu übernehmen. Und so tat ich es.
Apropos „Patienten“: Franz Beckenbauer, deutsche Ministerpräsidenten oder Oberbürgermeister gehörten schon dazu. Sind diese Leute als Patienten uns allen gleich, oder doch „ehrgeiziger“?
Bei meiner Arbeit habe ich stets den Menschen hinter der „Berühmtheit“ entdeckt. Viele dieser Patienten waren in gewisser Weise froh, bei mir sie selbst sein zu können. Nur so konnte ich dann auch helfen und natürlich wollten alle recht schnell wieder im Dienst sein.
Andererseits: Wie halten Sie sich selbst fit? Gerade auch vielleicht als einstige Spielerin beim ASV Berlin in der deutschen Basketball-Bundesliga!
„Physiotherapie für zu Hause“ ist nicht ausschließlich mein Label, sondern genauso halte ich mich selbst fit. In Wartesituationen in der Wohnung, beim Telefonieren oder am Abend beim Niedersitzen fallen mir immer wieder Maßnahmen und Übungen ein, die mir gut tun mit meinen 76 Jahren. Im Sommer ist das Waldbadl in Mauthen mein Jungbrunnen.
Welchen Wunsch hätten Sie noch? Welchen Hobbys frönen Sie ansonsten gerne?
Zum einen möglichst lange gesund zu bleiben und an der Weiterentwicklung meiner Arbeit tätig zu sein. Mein Hobby sind wiederum meine drei Enkelkinder und die liebe Familie.
Kurz gefragt:
Gabriele Kiesling
(Berlin, Kötschach-Mauthen)
Physiotherapie-Expertin
Sternzeichen: Krebs
Ich höre gern: klassische Musik
Lieblingsgetränk: Soda-Zitron
Lieblingstier: Eule
Lebensmotto: Zufrieden sein und bleiben