Hannes Schwarz (46) ist bei Olympia 2026 direkt dabei. Als Athletiktrainer des Österreichischen Skiverbands und des Olympiazentrums Kärnten, fungiert er nämlich seit 2014 als Stützpunktleiter in Kärnten und agiert somit als wichtige Schnittstelle zwischen dem Skiverband und dem Olympiazentrum. Mit Medaillen-Hoffnungsträger Marco Schwarz in Cortina ist er schon in seiner zwölften Saison dabei. Hannes Schwarz lebt mit Ehefrau in Spittal an der Drau, sie haben einen sechsjährigen Sohn.
OVT: Herr Schwarz, für viele Sportler ist Olympia das erklärte Ziel. Sie bereiten viele darauf vor – wie stark fiebern Sie aktuell mit? Sind es großteils die Alpinen oder auch Skispringer, Nordische, Snowboarder …
Hannes Schwarz: Ich bin zurzeit in meiner Funktion ausschließlich für die Alpinen zuständig. Trotzdem freue ich mich auch auf die anderen Sportarten. Das ist das Schöne bei Olympischen Spielen, dass man sehr kompakt viele Sportarten anschauen kann. Und natürlich fiebere ich mit allen unseren Sportlern und Sportlerinnen mit. Olympische Spiele sind immer etwas Spezielles.
Sind Sie bei den Rennen auch vor Ort in Italien dabei?
Bei diesen Olympischen Spielen werde ich bei keinem Rennen dabei sein, da ich seit einigen Jahren nicht mehr mit der Mannschaft mitfahre. Ich war aber bei den letzten zwei Olympischen Winterspielen vor Ort. Ich bin in der Funktion des Stützpunktleiters und betreue auch am OZ Kärnten in Zusammenarbeit mit allen anderen Fachbereichen, wie Sportmedizin, Physiotherapie, Ernährung, Sportpsychologie, verletzte Sportler und Sportlerinnen aus dem Bereich Ski Alpin und Ski Cross. Hier haben wir auch, dank des OZ Kärnten, die Möglichkeit von ganz Österreich Sportler zu betreuen.
Wie würden Sie den Lesern jetzt Ihre Arbeit als Athletiktrainer beim ÖSV näherbringen? Was ist ihre Hauptaufgabe mit den Aktiven?
Die Hauptaufgabe ist, die Sportler körperlich auf die Belastungen in ihrer Sportart vorzubereiten und dass sie sportartspezifisch die Umfänge und Intensitäten aushalten. Auch der Aufbau nach Verletzungen gehört zu unseren Auf-gaben. Hier wird natürlich intensiv mit Sportmedizin und Physiotherapie zusammengearbeitet.
Wie kamen Sie einst zu Ihrer Tätigkeit als ÖSV-Athletiktrainer? Was war Auslöser? Und wird man für die Sportler dabei nicht auch zu einer „Vertrauensperson“?
Mich hat im Frühjahr 2014 Marko Pfeifer als Athletiktrainer der Weltcup-Slalom-Mannschaft zum ÖSV geholt. Als ich das Angebot bekommen habe, war schnell klar, dass ich das machen will. So eine Chance darf man sich als Sportwissenschaftler nicht entgehen lassen. Es war für mich immer ein Traum diesen Job zu machen. Am Anfang muss man sich natürlich beweisen, und mit der Zeit entwickelt sich ein gutes Vertrauensverhältnis. Das braucht es auch. Ohne Vertrauen geht es nicht, und wenn man mit der Mannschaft unterwegs ist, dann sieht man seine Kollegen und die Athleten mehr als die eigene Familie.
Apropos „Vertrauensperson“. Marco Schwarz sei hier genannt: Sie kennen sich lange. Wie eng werden Physisches & Psychisches über Jahre? Und wie sehr freuen Sie dann die Erfolge beim Comeback?
Marco Schwarz ist der Athlet, mit dem ich am längsten zusammenarbeite. Und wir haben praktisch das ganze Jahr miteinander verbracht, da wir im Winter zusammen am Weg waren und auch im Sommer die Vorbereitung gemeinsam absolviert haben. Seitdem ich nicht mehr mit der Mannschaft mit bin, sehen wir uns im Winter nicht mehr ganz so oft. Man lebt bei all seinen Athleten und Athletinnen mit und im Falle von Marco, wenn die Erfolge nach einer harten Zeit wieder kommen, da werde ich schon sehr emotional. Aber das darf auch sein und zeigt, wie sehr man seine Arbeit mag und sie auch lebt.
Wie schaut‘s auch um den Kärntner Nachwuchs aus?
Kärnten hatte schon immer und hat auch zurzeit ein paar heiße Eisen im Feuer. Wir müssen nur dranbleiben, qualitativ gut weiterarbeiten und das Wichtigste ist, dass die jungen Athleten und Athletinnen verletzungsfrei bleiben.
Die Etablierung des ÖSV-Stützpunktes in Seeboden ist Ihnen Stolz und Freude. Wie würden Sie das Erreichte und Geschaffene eventuell erläutern?
Es hat mit einer Idee angefangen, die auch von Marko Pfeifer und dem damaligen Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher voll unterstützt wurde, dann habe ich einfach Jahr für Jahr weitergearbeitet. Mittlerweile ist eine enge und sehr gute Zusammenarbeit mit dem OZ Kärnten dazu gekommen. Das bedeutet für die Athleten und Athletinnen in vielen Fachbereichen eine immense Qualitätssteigerung. Und wir sind auf acht Athleten und Athletinnen angewachsen, was mich sehr freut.
Andererseits: Welchen Wunsch hätten Sie privat noch? Eine Weltreise einmal oder ist‘s doch was ganz anderes?
Ein gemütliches Haus für meine Familie und mich in Seeboden. Weiterhin Gesundheit für meine Familie. Ansonsten bin ich ganz glücklich, wenn es so weiter geht wie bisher.
Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“ gern final gefragt?
Sehr gut, es gibt immer interessante Artikel und Interviews zu entdecken und er lädt zum Schmökern ein.
Kurz gefragt:
Hannes Schwarz (Spittal/Drau)
ÖSV- und Olympiazentrum (OZ) Kärnten-Athletiktrainer
Sternzeichen: Fisch
Ich höre gerne: Austropop und Rock
Leibgericht: Pasta Bolognese
Lieblingstier: Adler
„Kleines Laster“: Kaffee