Walter Grechenig (39) feiert am 21. Feber im Rahmen eines Galakonzerts im „Spittl“ in Spittal das 20-Jahr-Jubiläum seiner „Fegerländer“ (Restkarten gibt‘s unter www.fegerlaender.at via Ö-Ticket). Seit 2006 zählt die Formation rund um den Musiklehrer und Schlagwerker, der seit 2022 auch Direktor der Musikschule Feistritz/Drau-Weißenstein ist, zu einem der erfolgreichsten Blasorchester der Szene. Grechenig ist mit Gattin Simone in Pattendorf zuhause, sie haben zwei Kinder namens Valentina (8) und Konstantin (6).
OVT: Hr. Grechenig, 20 Jahre „Fegerländer“ – wie würden Sie den Lesern diesen tollen Erfolgslauf schildern? Gibt‘s ein Erfolgsprinzip?
Walter Grechenig: Liebe was du tust, bleib dran und alles andere folgt! Als ich vor 20 Jahren mit dem Projekt angefangen habe, wusste ich – Gott sei Dank – noch nicht, was alles auf mich zukommt (lacht). Mein Ziel war es immer, mit der Gruppe so weit zu kommen, wie nur irgendwie möglich. Ich denke, wir haben es mittlerweile geschafft, eine etablierte Musik-Marke zu sein, die für handgemachte Qualität und Beständigkeit steht. Genau diesen Spagat zu schaffen, aber vor allem über 20 Jahre die Balance zu halten, ist die große Herausforderung. Ich bin sehr stolz, dass uns das Großteils immer sehr gut gelingt und wir heute Vorbilder für viele sind, die noch am Anfang ihres Weges stehen. An dieser Stelle ein großes Danke allen Weggefährten, Freunden und Musikern, die die Gruppe über all die Jahre zu dem gemacht haben, was wir heute sind!
Was erwartet nun die Besucher am 21. Feber beim Galakonzert alles?
Die Jubiläumsgala wird von der außergewöhnlichen Volksmusikgruppe „HolzArt“ eröffnet, die diesmal den Fegerländer-Award in Höhe von 1.000 Euro entgegennimmt. Danach starten wir dann ein wahres Blasmusik-Feuerwerk mit unseren eigenen Hits, diversen Neukreationen, vielen Solisten sowie natürlich böhmischen Krachern. Am Gesang haben wir wieder Nikita & Benjamin mit von der Partie. Die Moderation übernimmt der allseits bekannte und beliebte Radio-Moderator und Blasmusik-Experte Christian Kramser.
Die „Fegerländer“ zählen zu den erfolgreichsten Blasorchestern der Szene – welche Referenzen würden Sie diesbezüglich gern anführen?
Zu den Referenzen gehören neben dem zweifachen Gewinn vom „Goldenen Flügelhorn“ und dem „Europameister der böhmischen Blasmusik“ auch zahlreiche TV-Auftritte u. a. beim „Wenn die Musi spielt Open Air“ im ORF/MDR. Der musikalische Ritterschlag erfolgte mit dem Auftritt am größten Freiluft-Festival Europas, dem Wiener Donauinselfest. Viele Konzerte führten die Gruppe in den letzten 20 Jahren in sämtliche Länder Europas wie Österreich, Italien, Slowenien, Schweiz, Frankreich, Deutschland und die Niederlande. Viele Eigenkompositionen der Fegerländer werden sehr erfolgreich angenommen und von Blaskapellen und Orchestern in ganz Europa in ihrem Repertoire gespielt. Unsere Musikvideos zählen mit über zehn Millionen Klicks auf YouTube zu den erfolgreichsten in der Szene.
Bei all diesen Highlights über die Jahre – welche Ziele gäb‘s da noch?
Weiterhin eigene kreative Musikstücke zu schaffen, mit denen wir die Blasmusikszene befeuern dürfen. Wir möchten auf jeden Fall noch viele Konzerte spielen – wenn möglich in einem schönen konzertanten Rahmen. Eine CD ist gerade in Arbeit und auch das Projekt „FegerländerXXL“ steht auf der Agenda, aber dazu möchte ich noch nicht zu viel verraten.
Was war 2006 der „Fegerländer“-Gründungsgedanke?
Mein Bruder Johannes und ich sind in der Familie durch unseren Vater mit der böhmischen Musik aufgewachsen. Nach dem Präsenzdienst bei der Militärmusik Kärnten entstand bei mir der Wunsch, es mit einer Gruppe zu versuchen, da es zu dieser Zeit im Raum Kärnten kaum mehr Gruppen in diesem Bereich gab und weil es mich einfach gereizt hat, diese wunderbare Musik professionell zu spielen.
Heute erleben wir ja einen wahrlichen „Blasmusik-Boom“. Wie glauben Sie kam es dazu?
Während unserer „Sturm&Drang-Zeit“ in den ersten Jahren, veränderte sich für mich die Gesellschaft im Hinblick auf Tradition sehr. Als wir Jugendliche waren, und damals schon bei der Trachtenkapelle gespielt haben, wurden wir regelrecht wegen unserer Musik und Trachten ausgelacht. Es war einfach uncool eine Lederhose etc. zu tragen. Das hat sich meiner Meinung nach, durch diverse Phänomene wie Andreas Gabalier etc. dramatisch geändert. Das Stück „Böhmischer Traum“, aber auch diverse Blasmusik-Festivals, haben wahnsinnig viel dazu beigetragen, dass Blasmusik, Tracht und Tradition heute wieder angesagter sind denn je.
Seit 2022 sind Sie auch sehr engagierter Musikdirektor der Musikschule Feistritz/Drau-Weißenstein. Wie setzen Sie die Schwerpunkte zwischen dem Direktor und dem Bandleader in Ihnen?
Im Grunde genommen geht es mir auf beiden Fronten um dasselbe – Menschen für Musik und ihre unendlich vielen Möglichkeiten zu begeistern. Es ist mir ein Anliegen, unserer Gesellschaft und der Politik die Wichtigkeit zu vermitteln, im Musikbereich – auch in der Schule – keinesfalls zu sparen. Musik ist vor allem in der heutigen Zeit etwas, was uns allen sehr viel gibt und uns zusammenhält.
Im „Volltreffer“-Interview von 2020 sprachen Sie davon, durch die USA reisen zu wollen! Konnten Sie es bereits umsetzen?
Wenn man momentan so die Nachrichten verfolgt, kommt man schon sehr ins Grübeln, ob man in die USA reisen sollte. Jetzt steht für mich Familie und Beruf ganz oben auf der Prioritätenliste. Aber vielleicht reisen wir in ein paar Jahren mal rüber und lassen uns dann bereits von den eigenen Kindern durchs Land kutschieren, wer weiß?
Und gern noch abschließend gefragt: Wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?
Seit Jahrzehnten ein regionales Journal mit interessanten Geschichten sowie für mich ein verlässlicher Partner, für den ich mehr als nur dankbar bin!
Kurz gefragt:
Walter Grechenig
(Möllbrücke)
Bandleader und Musikdirektor
Sternzeichen: Löwe
Ich schaue gern (TV, Film): Kärnten heute
Leibgericht: Brettljausn
Lieblingstier: Wiedehopf
Glücksbringer: Meine Familie