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05. März 2026

Mag. Andrea Mattioli

Pfarrerin Mag. Andrea Mattioli ist seit 1. Dezember 2025 die neue Superintendentin der Evangelischen Kirche A.B. in Kärnten-Osttirol. Ihre offizielle Amtseinführung erfolgte am 31. Jänner im Rahmen eines Festgottesdienstes im Fernsehen in Zlan. Seit 2019 ist die gebürtige Baden-Württembergerin Pfarrerin im Gemeindeverband Zlan-Ferndorf, war in vielen Pfarren davor in Deutschland und schon in dieser Zeit immer wieder als Urlaubsseelsorgerin im Lieser-/Maltatal. Andrea Mattioli ist verheiratet mit Stefan Kapfenstein (selbstständiger Fliesenleger), sie haben drei Söhne.

Dr. Cornelia Richter (Bischöfin der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich) und Pfarrerin Mag. Andrea Mattioli (rechts) im Zuge der Amtseinführung. (Foto: Jakob Steiner)

Pfarrerin Mattioli, wie schön empfanden Sie den Festgottesdienst zu ihrer Amtseinführung am 31. Jänner rückblickend? War‘s perfekt? 

Mag. Andrea Mattioli: Meine Amtseinführung war eine wunderschöne Feier und perfekt schon dadurch, dass sich so viele Menschen daran beteiligt haben in der Vorbereitung, bei der musikalischen Gestaltung mit Orgel, Chören, Bläsern und einem Saxophonquintett. Mit Menschen aus meiner ersten Heimatkirche Württemberg und meiner nunmehrigen Heimatkirche Österreich, vielen Kolleginnen und Kollegen aus Kärnten und Osttirol und so vielen Besuchern, dass die zweitgrößte Kirche Kärntens nicht dafür ausgereicht hat. Es war ein abwechslungsreicher, manchmal auch überraschender, segensreicher Gottesdienst, der mich mit viel Kraft und Rückenwind für die nächste Zeit erfüllt hat.

Welches Aufgabengebiet decken Sie nun als Superintendentin ab? Wie werden Sie die Schwerpunkte in Ihrer Amtszeit setzen?

Ich bin als Superintendentin gewissermaßen auf zwei Ebenen tätig: einmal die Leitung der Superintendenz gemeinsam mit Superintendentialkuratorin Mag. Margarethe Prinz-Büchl, die Verantwortung für die Pfarrerinnen und Pfarrer, den Religionsunterricht in der Superintendenz gemeinsam mit den Fachinspektoren. Das andere ist Mitgestaltung in der Leitung der Gesamtkirche, ich bin Kraft Amtes Mitglied der Synode und da in verschiedenen Ausschüssen, bin Mitglied des Kirchenpresbyteriums, also des ausführenden Organs ähnlich der Presbyterien in den Pfarrgemeinden auf Gesamtkirchenebene.

Wie oft führen Sie Ihre Wege in die Bezirke Spittal und Hermagor? Wo sind die Gemeinden mit dem höchsten Anteil Ihrer Kirchengemeinschaft wiederum?

In Spittal bin ich oft zum Einkaufen, in Hermagor eher aus touristischem Interesse. Wir waren ja früher im Bezirk Spittal im Urlaub und so liegt mir dieser Bezirk auch sehr nahe! Die Pfarrgemeinden mit dem höchsten Anteil an Evangelischen sind Spittal/Drau, Klagenfurt und Villach, also in den Städten.

Man spricht heute ja gern von der Ökumene. Wie wichtig ist diese?

Ökumene ist für uns sehr wichtig und wir schätzen es als Evangelische sehr, dass wir von Seiten der Landesvertretung und der Katholischen Kirche als Gesprächspartner auf Augenhöhe angesehen und eingeladen werden. Ich denke, wir können gemeinsam mehr erreichen und voneinander lernen, die Zeiten der Abgrenzung sind hoffentlich vorbei. 

Wie wird man denn zur Superintendentin gewählt – und für wie lange?

Wie es unserer evangelischen Kirche entspricht, geschieht die Wahl nicht von oben nach unten, sondern die Vorschläge für die Bewerber kommen aus der Gemeinde. Jedes Presbyterium kann bis zu zwei Personen vorschlagen, die nach deren Zustimmung sich dann der Superintendentialversammlung vorstellen und von dieser mit Zweidrittelmehrheit gewählt werden. Diese Versammlung besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der Pfarrgemeinden, der evangelischen Werke und Vereine und der Schulen, insgesamt um die 90 Personen. Gewählt wird man für zwölf Jahre mit der Möglichkeit einer weiteren Amtszeit.

Was war Ihr Auslöser das Amt der neuen Superintendentin anzutreten?   

Mich hat die Möglichkeit gereizt Kirche auf diözesaner und gesamtkirchlicher Ebene zu gestalten und die vielen Begegnungen bei ganz verschiedenen Gelegenheiten, die man erlebt.

Wo sehen Sie aktuell die Herausforderungen der evangelischen Kirche? Z. B. Corona einst, Wirtschaftskrise, Teuerung, Inflation, Kriege weltweit und das Zunehmen der Naturkatastrophen. „Prüft“ Gott die Menschheit?

Vieles davon ist menschengemacht, ich denke nicht, dass Gott in diesen schweren Lagen die Menschen „prüft“, sondern ihnen, uns beisteht, sie zu meistern. Er hat uns Richtlinien an die Hand und ins Herz gegeben, diesen zu folgen ist unsere freie Entscheidung. Wir müssen darum ringen, unseren Kindern eine lebenswerte, fried-
liche Welt zu erhalten, dazu haben sie jedes Recht. Leider spricht vieles dagegen, aber die Hoffnung soll unser Ansporn sein, nicht Resignation. Unsere Kirche ist eine, die sich in vielem gerade wandelt, was keine einfache Situation ist und uns herausfordert. Diesen Prozess gut zu gestalten, ist für uns eine große Herausforderung. Ermutigend ist, dass viele Ehrenamtliche unsere Kirche verantwortungsvoll prägen und das sicher auch noch weiterhin tun werden. Sie sind ein großer Schatz für uns!

Apropos „Herausforderungen“: Als Pfarrerin wechselten Sie bislang oft die Pfarren. Wie schwer ist es da mit den „Abschieden und Neuanfängen“?

Ich tue mir grundsätzlich nicht leicht mit Abschieden, aber es gehört eben zum Neubeginn dazu. Und vieles Wichtige bleibt bestehen, anderes verändert sich, Neues entsteht. 

Betreffs Abschiede nochmals: Bei den Katholiken sind Würdenträger oft lang im Amt. Wie ist es in der evangelischen Kirche mit der „Pension“?

Bei uns ist das klar geregelt. Mit Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters geht man in die Pension, bleibt aber Pfarrerin bzw. Pfarrer behält also die Ordinationsrechte. Wenn man möchte, kann man noch Dienste übernehmen, was einige gern tun und was für uns als Diözese und die Gemeinden eine große Unterstützung ist.

Welchen Hobbys gehen Sie zum Ausgleich nach? 

Ich bin gern mit dem Hund draußen, im Sommer am schönen Weißensee, im Winter Skifahren, wenn es die Zeit und das Wetter erlauben. Und man trifft mich im Fanblock von Blau-Weiß des EC VSV bei Heimspielen.

Hielten Sie einen „Oberkärntner Volltreffer“ schon mal in Händen, gern abschließend gefragt? Wie gefiel er Ihnen falls?

Ja, im Urlaub damals habe ich ihn schon gelesen. Ich finde Regionalzeitungen sehr wichtig, die einen mit den Nachrichten aus der Nachbarschaft versorgen.

Kurz gefragt:

Mag. Andrea Mattioli

(Villach)

Superintendentin von Kärnten-Osttirol

Sternzeichen: Schütze

Ich schaue gern (TV, Film): 
Landkrimi, Fußball, Eishockey

Leibgericht: Kärntner Jause 

Lieblingsblume: 
Strauchpfingstrose

Glücksbringer: ein Plüschdrachen am Schlüsselbund – hilft mir ihn wieder zu finden