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19. Januar 2026

Barbara Pließnig

Barbara Pließnig (48) liebt seit 26 Jahren Ausdauersport, sei‘s Laufen, Radfahren oder Schwimmen. Allein im letzten Jahr 2025 sammelte die ehemalige Duathlon-Staatsmeisterin 357.000 Höhenmeter sowie 10.220 Lauf-Kilometer. Spitzenplätze bei Sportveranstaltungen stehen bei ihr bis in die USA zu Buche. Hauptberuflich ist die Lendorferin diplomierte Zahnarztassistentin und Prophylaxe-Assistentin bei Dr. Pirsch in Gmünd und zudem passionierte Jägerin in Lieserhofen. 

OVT: Frau Pließnig, wie blicken Sie auf das Jahr 2025 zurück?

Barbara Pließnig: Highlight war sicher der Glocknerlauf, wo ich meine Klasse „W45“ mit 2:10 Stunden, 13 Kilometer und 1.300 Höhenmeter gewann. Aber auch der zweite Gesamtrang beim traditionsreichen Kosiak Löwe Berglauf in Unterkärnten zählt dazu. Andernfalls hatte ich auch mit Plessuren auf der linken Seite – an Oberschenkel und Knie – zu tun. Da habe ich jedoch eine spezielle Ärztin, die richtet mich immer wieder her. Sie triggert den Muskel derart perfekt, denn mit Massieren alleine geht „der Weh“ nicht weg.

Welche Ziele haben Sie sich nun für 2026 vorgenommen?

Das Everesting Austria Dobratsch-Villach findet am 30. Mai statt. Startzeit ist 4 Uhr früh, Ende 23 Uhr. Dabei wird der Dobratsch achtmal rauf und runter gefahren. Mein Fokus liegt absolut darauf, weil es nicht so ohne ist! So vieles ist dabei auch zusammenzudenken: Welche Schuhe brauche ich? Welche Clips? Und vieles mehr. In Summe eine spannende Soch‘, ein Großprojekt für mich heuer.

Wie schaut Ihr Trainingsprogramm aus? Wo laufen Sie am liebsten?

Trainingsplan habe ich keinen, da habe ich mit den Jahren mein eigenes Gespür entwickelt. Ob Laufen oder Radfahren, unser Lendorfer Hausberg, der Hirschberg, ist mein Favorit. Nach einem Kilometer bin ich von daheim schon am Berg, laufe oder fahre dann viermal die Runde und mache dabei 1.500 Höhenmeter. Oder es geht mal über Großhattenberg nach Gmünd hin und retour.  

Im Jahr 2000 ging es ja mit dem Sport für Sie so richtig los! 

Mein neun Jahre älterer Bruder hat mich damals zum Wien-Marathon überredet. Er war seit Jahrzehnten Stürmer beim FC Lendorf, somit gut in Form. Ich hatte zwar nur fünf Monate Vorbereitungszeit und Durchlaufen war mein Ziel. Als aber am Start beim Schloss Schönbrunn „Simply The Best“ von Tina Turner erklang, war das letztlich der Startschuss für meine Läufer-Leidenschaft. Danach konnte ich mit meinem seinerzeitigen Chef vereinbaren, weniger zu arbeiten, um mehr trainieren zu können. So hat‘s funktioniert. Übrigens: Mein Bruder ist nach zwei Jahren dann „müder“ geworden, und ich damals schon schneller als er.   

Apropos „zurück“: Was waren bislang Ihre schönsten Erfolge?

Der Schönste war der dritte Platz bei den Österreichischen Ironman-Meisterschaften 2007 in Podersdorf. Er war besonders, echt super. Auch meine Erfolge in den USA möchte ich hier gern erwähnen: der „Hells Hills“-Traillauf über 50 km in Texas etwa. Wir bekamen sogar ein Packerl gegen Schlangenbisse mit auf den Weg. Nachts mit Stirnlampe ging‘s leichter, aber als es heller wurde, lief schon die Angst mit. Dort wurde ich auch trotz einer aufgeschlagenen Wunde mit dem Traillauf-Virus infiziert. Einen hohen Stellenwert hat auch mein dritter Rang bei einem Triathlon (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen) in Florida. 

Unvorhergesehenes wie Schlangen gehören in Ihrem Sport wohl dazu! Wie schaut‘s denn mit „Hoppalas“ überhaupt aus?

Da habe ich in der Tat was! Als ich nämlich 2004 bei einem Triathlon in Litschau/Niederösterreich teilnahm, krachte ich bei einer Abfahrt mit meinem Rennrad in ein Polizeiauto. Es war seitlich in einer langgezogenen Kurve so in die Falllinie geparkt, dass ich Vollgas hineinkrachte. Ich trug eine gebrochene Nase, lädierte Lippen und ein Schleudertrauma davon. Diesen Vorfall berichtete auch die größte österreichische Tageszeitung. Eine Woche war für mich damals Pause, nach einem Monat schon alles wieder besser – und schon ging es los. 

Wie wichtig ist im Ausdauersport der Kopf? 

Mit der Zeit, mit den Erfolgen, wird man auch mental stärker. Vor allem heißt‘s nie aufgeben, denn bei Rennen kommt man immer wieder mal in kritische Phasen. Gerade dann aber muss man sich überwinden, denn das ist das Um und Auf.  

Wieviel Taktik braucht‘s wiederum im Wettkampf?

Mit der Taktik ist‘s schwer. Schon allein deshalb, weil nicht jeder Bewerbstag gleich ist. Daher stimme ich es von Mal zu Mal im Laufe eines Rennens individuell ab. Ich laufe oder fahre – plakativ gesagt – nach Lust und Laune.

Andererseits: „Taktisch“ muss man ja auch als Jäger hin und wieder vorgehen! Wie kamen Sie denn zum Jagdwesen?

Bereits mein Opa war Oberförster in Unterkärnten und mein Vater für alles, was mit Natur zu tun hat, immer offen. Zu den Lieserhofer Jägern bin ich aber durch meine Schwester und meinen Schwager gekommen. Er hat auch eine Jagd gepachtet. 

Welchen Wunschtraum hätten Sie privat noch?

Gesund bleiben zum einen. Zweitens einmal die USA von Ost nach West zu durchradeln – quasi von New York nach Los Angeles. Und wie für „Fische“ so üblich, auf „schlängelnde“ Art durch die Bundesstaaten. Neuseeland würde mich ebenso nochmals reizen. Ich war mit 16 Jahren schon einmal für drei Monat unten, weil ich dort ausgewanderte Verwandtschaft habe. Erst kürzlich übrigens starb mein Onkel mit 94 Jahren. Auf meiner To-do-Liste stünde also noch einiges. 

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“ gern final gefragt? 

Ausgezeichnet, deshalb ist das Lesen, das Anschauen jede Woche ein Muss – und wenn noch mehr Sportberichte drinnen wären, umso lieber. Und ich bin auch immer wieder mal auf der Homepage, vor allem wenn ich auf Reisen bin. 

 

Bild 2: Barbara Pließnig so richtig perfekt in Sieger-Pose! Hier beim Alplsee Richtung Hohe Leiher. 

 

Kurz gefragt:

Barbara Pließnig (Lendorf)
Läuferin und Dipl. Zahnarztassistentin

Sternzeichen: Fische

Ich höre gern: Techno, da hab‘ ich beim Laufen meinen Ohrstöpsel drin und denke nicht viel. Alternativ höre ich Ö3.

Leibspeise: Kärntner Nudel mit Apfelmus und Salat

Lieblingstiere: meine zwei Katzen, sie geben mir die Ruhe

Lebensmotto: Nie aufgeben