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26. Mai 2026

Sie sind mit viel Herz bei der Sache

Tanja (36) und Markus (33) Guggenberger aus dem Lesachtal stellen sich gerne in den Dienst der Gemeinschaft. Tanja übernahm vor drei Jahren die Aufgaben der Bezirksbildungsreferentin der Landwirtschaftskammer – 2026 riefen die Vereinten Nationen übrigens das internationale Jahr der Bäuerinnen aus. Ihr Mann Markus war als Feuerwehrmann in den letzten Wochen durch den verheerenden Waldbrand im Lesachtal gefordert. Dieser breitete sich innerhalb kürzester Zeit auf eine Fläche von rund 110 Hektar aus und gilt als der größte Waldbrand Kärntens bisher. Ein „Brand aus!“ gab es erst nach 24 Tagen. Seit drei Jahren führt das Paar gemeinsam den Guggenbergerhof südwestlich von Maria Luggau auf 1.265 Metern Seehöhe. Und sie haben drei Kinder namens Maximilian (6), Liliana (5) und Jakob (1).

OVT: Frau Guggenberger, was ist das Schöne am Bäuerin-Sein?

Tanja Guggenberger: Das Schöne an meinem Beruf ist es, dass ich Arbeit und Familie verbinden kann, viele Handgriffe können gemeinsam erledigt werden. Man lernt wieder, im Einklang mit der Natur zu leben und die Einfachheit zu schätzen. Eigene, hochwertige Lebensmittel zu produzieren ist für mich sehr wichtig geworden und als Bäuerin hat man einfach sehr viele Möglichkeiten sich zu verwirklichen. 

OVT: Herr Guggenberger, zusammen mit Ihrer Gattin betreiben Sie den Guggenbergerhof – wie teilen Sie sich die Arbeit auf?

Markus Guggenberger: Alles rund um die Stallarbeit mit den Kühen, Schweinen und Schafen entfällt auf mich. Den Garten, die Vermietung, die Kleintiere wie Hühner und Enten und alles rund um das Haus macht meine Frau Tanja. Die Arbeiten am Feld und am Acker und die Ernten erledigen wir gemeinsam. Auch meine Eltern packen in jedem Bereich noch tatkräftig mit an.

Frau Guggenberger, wie kamen Sie nun zur Bildungsreferentin?

Mir ist es ein großes Anliegen den Menschen zu vermitteln, wie wichtig eigentlich die Landwirtschaft ist und vor allem wie vielseitig sie sein kann, deshalb hab´ ich mich freiwillig für dieses Amt gemeldet. 

Herr Guggenberger, in den vergangenen Wochen waren Sie zusätzlich als Feuerwehrmann sehr gefordert. Wie viele Stunden waren Sie durch den Großbrand im Einsatz? Wie sah Ihr Alltag denn aus?

So einen Einsatz hat man Gott sei Dank nicht alle Tage. Genau mitgeschrieben hab´ ich nicht, aber es werden so ca. 60 bis 70 Einsatzstunden gewesen sein. In der Früh ging es in den Stall – etwas früher als sonst –, denn um halb sieben Uhr war schon die Einsatzbesprechung im Rüsthaus. Und dann ging es an die Löscharbeiten bis es dunkel wurde. Die Stallarbeit am Abend erledigte in dieser Zeit mein Vater. Die gemeinsame Zeit mit der Familie war rar. Aber wie gesagt: Gott sei Dank hat man so eine Situation nicht alle Tage.

Frau Guggenberger, wie sieht die Tätigkeit als Bildungsreferentin aus?

Wir Bildungsreferentinnen sind praktisch ein ausgestreckter Arm der Landwirtschaftskammer in die einzelnen Täler hinein. Zu meinen Aufgaben gehört es, aktuelle Informationen an die Bauern weiterzuleiten, ich darf verschiedene Fortbildungen vor Ort organisieren und Familien, die Unterstützung benötigen, an die richtigen Adressen vermitteln. 

Herr Guggenberger, Katastrophen sind leider im Vormarsch. Müssen sich die Feuerwehren darauf einstellen? Mittlerweile warnen ja schon einige vor einem extremen Hitze-Sommer ...

Man muss es so nehmen wie es kommt, und dann werden die zuständigen Kommandanten, Einsatzleiter und Kameraden auch wieder lösungsorientiert handeln. In solchen Ausnahmesituationen ziehen dann sowieso alle an einem Strang.

Frau Guggenberger, Bildungsreferentin, Bäuerin, Mutter ... Wie sieht Ihr Zeitmanagement aus?

Es gibt einen groben Zeitplan, aber meist sieht der Tag dann ganz anders aus als geplant. Man muss sich einfach nach Kindern, Tieren und Wetter orientieren. 

Herr Guggenberger, viele Vereine haben Nachwuchssorgen – wie schaut´s bei der Feuerwehr im Lesachtal aus?

Bis jetzt sehe ich persönlich noch kein Problem. Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Aber man kann auf alle Fälle versuchen die Jugend und Kinder dazu zu animieren sich der Feuerwehr oder anderen Vereinen anzuschließen. Denn Kameradschaft in Vereinen zu erleben, finde ich, ist eine sehr wichtige Erfahrung für Jung und Alt.

Frau Guggenberger, welchen Wunsch hätten Sie privat noch? 

Mein Mann hat mir schon viele kleine Wünsche erfüllt und den Guggenbergerhof für uns so gestaltet, dass es ein richtiger Kraftplatz geworden ist. Mein Wunsch ist es, dass wir öfter die Gelassenheit haben, einfach nur dazusitzen und diese Idylle zu genießen.

Herr Guggenberger, wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“ noch gern abschließend gefragt?

Ich lese ihn regelmäßig, weil mich vor allem interessiert, was regional so los ist.

 

Kurz gefragt:

Markus
Guggenberger

Maria Luggau

Landwirt

Sternzeichen: Waage

Ich schaue gerne (TV, Film):
Bud Spencer-Filme

Lieblingsessen:
Alles, was bei uns so wächst und gedeiht

Lieblingstier: Kuh

Lebensmotto: Such´ nach dem Positivem bis du es findest.

 

Kurz gefragt:

Tanja
Guggenberger

Maria Luggau

Landwirtin

Sternzeichen: Fische

Ich höre gern:
kommt immer auf meine
Stimmung an

Lieblingsgetränk:
Apfelsaft

Lieblingsblume: Almrose

Glücksbringer: eine Raben-
feder