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11. Mai 2026

Horst Korenjak

Horst Korenjak (65) steht seit bald fünf Jahrzehnten gern in Diensten lokaler Vereine. Der pensionierte Bank-Filialleiter und gebürtige Wirtssohn ist in Würmlach zuhause. Als geprüfter Bergwander- und Alpenvereins-Tourenführer, als Schatzmeister und Obmann-Stellvertreter der ÖAV-Sektion Obergailtal-Lesachtal, dem mitgliederstärksten Verein im Bezirk Hermagor, und als Kassier der Alpenvereinsjugend Kärnten, Kameradschaftsbund-Koordinator und Mitglied des Kiwanisclub Gailtal, kennt und schätzt er das Vereinsleben. Aktuell möchte er als Mitglied der „Zukunftsgruppe“ des Alpenvereins viele Freiwillige – Jung und Alt – für den Verein gewinnen. 

In unserer Bergwelt fühlt sich Horst Korenjak pudelwohl!

OVT: Herr Korenjak, „Reich an Erlebnissen. Reich an Freundschaften. Reich an Fähigkeiten“ – das ist das Motto der Zukunftsgruppe. Was ist das Ziel dahinter?


Horst Korenjak:
Wir wollen Menschen für ein Engagement in unserer Alpenvereinssektion gewinnen und eine starke Botschaft vermitteln: Es soll zeigen, warum es sich lohnt, Teil unserer Gemeinschaft zu werden. Das Ehrenamt bedeutet nicht nur Arbeit, sondern auch besondere Momente, persönliche Bereicherung, Freundschaft, Gemeinschaft und Weiterentwicklung. Ehrenamt ist ein Gewinn – für den Verein, aber auch für jede einzelne Person. Wer sich für unsere Alpenvereinstätigkeit interessiert, kann mir einfach eine Mail schreiben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Wie schwer ist es eigentlich die Jugend fürs Ehrenamt zu begeistern, sie ein bisschen von Handy & Co. weg zu lotsen? 

Es ist nicht immer leicht, aber auch nicht hoffnungslos schwer. Handy, Social Media, Spiele usw. sind starke Magneten, aber sie ersetzen nicht das Bedürfnis nach echten Erlebnissen, Zugehörigkeit und Sinn. Heute sind Jugend-
liche nicht weniger engagiert als frühere Generationen. Sie engagieren sich sogar oft stärker, aber situativer, projektbezogen und selbstbestimmt. Ehrenamt für Jugendliche wird dann attraktiv, wenn es sich nach Abenteuer, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit anfühlt – nicht nach Pflicht. Genau das bietet unser Verein. Das kann kein Bildschirm ersetzen.

Wie würden Sie uns den ÖAV Obergailtal-Lesachtal kurz vorstellen?

Der ÖAV Obergailtal-Lesachtal ist eine lebendige, naturverbundene und stark ehrenamtlich getragene Sektion mit ca. 4.500 Mitgliedern. Unser Arbeitsgebiet reicht vom Gailtal bis ins Lesachtal. Wir verbinden Bergsport, Naturschutz und Gemeinschaft. Unsere Mitglieder und Ehrenamtliche engagieren sich in vielen Bereichen: von der Wegepflege über die Jugendarbeit bis hin zu Touren, Kursen, Veranstaltungen und Projekten rund um nachhaltige Bergkultur. Als Sektion stehen wir vor allem für die Pflege und den Erhalt der alpinen Infrastruktur, den Schutz der Natur- und Kulturlandschaft, einen sicheren und verantwortungsvollen Bergsport, sowie eine starke Gemeinschaft. Mit überregional bekannten Angeboten – wie z. B. dem „Bergsteigerdorf Mauthen“, leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Region und für den Alpenverein insgesamt. Unsere Sektion schützt, was wir lieben: unsere Berge. Wir gehen nicht nur in die Natur – wir tragen Verantwortung für sie! 

Berge unter Druck: Welche Zukunftsthemen gibt es in den alpinen Vereinen?

Das fängt an bei Klimaschutz, Anpassung an neue alpine Realitäten, nachhaltiger Mobilität und Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung und einer starken Ehrenamtskultur. Diese Themen sind nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen, die Vereine zukunftsfähig zu gestalten. Wir wollen die Berge schützen und gemeinsam dafür sorgen, dass verantwortungsvoller Bergsport auch morgen noch sicher, nachhaltig und erlebbar bleibt. 

Ist die Lage am Berg heute eine andere geworden?

Ich erlebe heute eine Bergwelt, die sensibler, anspruchsvoller und gleichzeitig faszinierender ist als je zuvor. Der Klimawandel macht aber die Berge generell gefährlicher und der steigende Besucherandrang verstärkt genau diese Risiken. Viele unterschätzen alpine Risiken oder verlassen sich zu sehr auf Social Media statt auf echte Planung. Durch die Permafrost-Schmelze verlieren ganze Wände ihren „Kleber“, die Folge – instabiler Fels, vermehrter Steinschlag, Felsstürze und Hangrutschungen. Gletscher schrumpfen und hinterlassen chaotisches Gelände. Moränen, Spaltenzonen und Schuttfelder werden unberechenbarer. Routen ändern sich jedes Jahr, alte Sicherungen verlieren Halt.                          

Und die Unwetterereignisse nehmen zu ... 

Hitze, Starkregen, Gewitter – alles wird häufiger und intensiver. Tourenfenster werden dadurch nachweislich kürzer, und gleichzeitig steigen Risiken wie Blitzschlag und Wetterextreme deutlich an. Es kommt verstärkt zu Naturkatastrophen. Trotz der vielen Gefahren bleiben die Berge attraktiv. Insgesamt ist die Situation aber gut handhabbar. Bergsportler müssen ihr Verhalten den Veränderungen der Natur ganz einfach anpassen. 

Apropos „Ehrenamt“: Bei all Ihren Funktionen braucht es ein gutes Zeitmanagement.

Wenn man viele Funktionen oder Aufgaben im Ehrenamt hat, dann stellt sich die Frage nach Zeitmanagement fast automatisch. Und ja – es braucht Herz und Struktur. Aber nicht im Sinne von strenger Disziplin, sondern im Sinne von bewussten Entscheidungen. Ich konzentriere mich auf Aufgaben und setze meine Schwerpunkte dort, wo ich für den Verein den größten Mehrwert schaffen und wo ich persönlich am meisten beitragen kann. So bleibt das Engagement wirkungsvoll, nachhaltig und gleichzeitig gut machbar.

Und wie „berg-lastig“ sehen Sie den „Volltreffer“ über Jahre?

Der „Volltreffer“ soll auch in Zukunft berg-lastig bleiben – aber im besten Sinn: naturverbunden, verantwortungsvoll und nah an den Menschen.

 

Kurz gefragt:

Horst Korenjak „Bergfex“
Würmlach

Sternzeichen: Jungfrau

Ich höre gern (Musik):  je nach Stimmung – vom Kärntnerlied über Schlager bis zur Popmusik

Leibgericht: einfache Klassiker der Hausmannskost

Lieblingsblume am Berg: Almrausch 

Glücksbringer: Kreuzkette