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09. April 2026

Marlen Staudacher

Marlen Staudacher (19) zeigte Mitte März bei den Österreichischen Meisterschaften im Straßengehen in Hallein (ULSZ Salzburg/Rif) erneut groß auf – und holte in ihrer U 20-Klasse Gold über 5 km. Die junge Oberkärntnerin, die im Kader des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV) trainiert und für den Leichtathletik-Club Klagenfurt (LAC) startet, holte sich auch Anfang März beim 5-km-Bewerb in der Slowakei den sensationellen fünften Platz mit einer persönlichen Bestleistung (Kärntner AK- und U 20-Rekord). Es war übrigens zugleich die zweitbeste ÖLV-Leistung im 5 km Straßengehen der U 20-Klasse aller Zeiten. Marlen Staudacher lebt bei ihrer Mutter Anja in Möllbrücke, ihr Bruder Benjamin ist auch beim LAC Klagenfurt aktiv.

OVT: Frau Staudacher, wie sehr freuen Sie die jüngsten Erfolge? 

Marlen Staudacher:  Die Freude ist nach wie vor groß, doch für mich ist jeder Sieg speziell. Aber der internationale Wettkampf – ein Gold-Level-Meeting in der Slowakei mit starker Konkurrenz – war schon besonders toll. Zudem setzte ich mir das Ziel unter 26 Minuten zu bleiben, letztlich war‘s unter 25 Minuten und ich blieb nur 47 Sekunden über dem U 20 WM-Limit für Eugene im August. Es kam alles sehr überraschend. (Anm. d. Red.: In Eugene, Oregon, USA, finden im August die World Athletics U 20 Championships statt.)

Wie bereiten Sie sich auf Ihre Wettkämpfe vor?

In Summe werden es wohl zwölf bis 15 Stunden Training in der Woche sein. Darunter fällt das Training auf der Bahn, Ausdauer- und Krafttraining und das Intervalltraining. Letzteres ist für mich das Wichtigste, da sehe ich was weitergeht. Dennoch höre ich insbesondere auf meinen Körper, wenn er mir signalisiert, dass ich an mein Limit komme und Zeit ist, zum Aufhören. Ein Zeichen dafür ist, wenn ich mich nach einem „Ruhetag“ noch nicht so richtig erholt hab‘!

Apropos „Wettkämpfe, Training“: Auch ihr Bruder ist beim LAC. Wie gut können sie sich gegenseitig unterstützen und „pushen“?

Für Benjamin ist der Sport eher ein Ausgleich, denn er ist kein Wettkampf-Typ. Für mich hingegen zählt meine Leistung, und ich muss vor allem selbst zufrieden sein. So ein- bis zweimal die Woche machen wir aber schon gemeinsam Dauerläufe. 

Ihre Mutter Anja ist ebenfalls Top-Sportlerin (Gehen, Kugelstoßen). Bekamen Sie ein bisschen ihre Gene mit? 

Also den „Vogel“ für den Sport hab‘ ich sicher von meiner Mama. Seit ich laufen gelernt habe, laufe ich. Auch das „Kampf-Schwein“, gepaart mit Talent, gab sie mir mit. Darüber hinaus ist sie auch meine Betreuerin und ich habe einfach ein gutes Gefühl bei ihr. Und in Verbindung mit meinem Trainer sind wir überhaupt ein Top-Dreier-Team. Den sportlichen Druck hingegen, den mache ich mir ganz allein selber.

Wie viel Selbstbewusstsein braucht‘s übrigens beim Wettkampf? 

Vor einem Rennen bin ich wie im Tunnel: voll fokussiert. Ausgenommen davon sind lediglich meine Mama und mein Trainer. Ein bisschen Lampenfieber ist schon auch dabei, das gehört aber dazu, um die beste Leistung abzurufen. Mein Trainer findet aber immer die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt.

Beim leichtathletischen (oder olympischen) Gehen ist ja eine speziellere Technik wichtig. Wie würden Sie diese unseren Lesern näherbringen?

Es darf – im Gegensatz zum Laufen – keine Flugphase geben, die mit freiem Auge zu erkennen ist. Mit der Hüftrotation nimmt man die Geschwindigkeit auf und bestimmt die Schrittlänge, wobei das vordere Bein beim Aufsetzen bis zur senkrechten Position gestreckt bleiben muss. Alles zusammen erfordert eben eine ausgeprägte Hüftrotation, eine gestreckte Körper-achse und einen aktiven Arm-einsatz.

Vor einigen Jahren kannte man Sie noch als Bergläuferin. Wann haben Sie schlussendlich zum Gehen gewechselt? 

Geschnuppert habe ich schon im Jahr 2022, wobei ich auch eine Goldmedaille im 3-km-Straßengehen gewonnen habe. Dann musste ich allerdings ein Jahr pausieren. Zum einen aufgrund meiner Wachstumsphase und der richtigen Beinlänge, andererseits verletzte ich mich auch an der Achillessehne. Der richtige Start war dann im Oktober 2024.

Welche Ziele haben Sie für die nächsten Jahre?

Olympia 2032 in Brisbane/Australien. Das ist eine Riesen-Motivation für mich. Bis dahin steht auch das olympische Gehen auf der Halb- und Marathon-Distanz noch im Programm. Denn man hört ja, dass es vielleicht vom Trail-Lauf abgelöst werden könnte. Andernfalls wäre es auch schön, eventuell einen Sponsor zu bekommen. Beim Trainingslager, den Wettkämpfen im In- und Ausland – überall steckt viel Logistik und natürlich einiges an Geld dahinter. 

Im Volltreffer-Interview von 2021 sprachen Sie betreffs Wunsches einmal Amerika bereisen zu wollen. Ist‘s schon passiert oder gibt‘s neue Wünsche?

Das wurde mit Juni 2025 abgehakt. Zur zweiten Frage decken bei mir Trainingslager und Wettkämpfe ja vieles mit ab, weil man vor Ort auch abseits des Sports zu tun hat.

Und wie gefällt Ihnen der OVT gerne noch abschließend gefragt?

Er gefällt mir voll gut, weil er viel vor allem aus der Region berichtet. Zudem bringt er mich, wenn wir wieder heimkommen, auf den aktuellen Stand hierzulande. Ich hoffe, Printzeitungen bleiben erhalten.

Kurz gefragt:

Marlen 
Staudacher

(Möllbrücke)
Leichtathletin

Sternzeichen: Wassermann

Ich schaue gern (TV, Film): Sportsendungen

Lieblingsgetränk: Kärntner Wasser

Lieblingsblume: Ich hab‘ leider keinen grünen Daumen! 

Glücksbringer: Zwei kleine Stoff-Bären