„Via Iulia Augusta- Geschichte und Geschichten“ ist der Titel des beim Mohorjeva Hermagoras Verlag im August 2026 erschienenen Lesebuches für historisch Interessierte. Am Sonntag, 25. Oktober wird das Buch im Römermuseum Aguntum bei Dölsach präsentiert.
Von Lilly Papsch
Fast ein Jahrzehnt ist der Gailtaler Hannes Guggenberger geradezu leidenschaftlich seiner Begegnungslust mit den Landschaftsräumen zwischen Friaul, Oberkärnten und Osttirol und zugleich mit der Kultur der Veneter, Kelten, Römer, Karantanen und Baiern, die allesamt dort ihre Spuren hinterließen, gefolgt. Schon seit der Frühzeit spielen die Möglichkeiten der Überquerung der Karnischen Alpen auf Saumpfaden und Straßen aus herrschaftlichen, kirchlichen und wirtschaftlichen Gründen eine wichtige Rolle. Die „Via Iulia Augusta“ führte von Aquileia über den Plöckenpass nach Aguntum und könnte sie sprechen, hätte der Erzählfluss kein Ende. Dem Autor war es ein Anliegen, nicht nur die historischen Ereignisse zu reihen, sondern die aus schriftlichen Quellen gewonnenen Zusammenhänge aufzuzeigen und aus dem einschlägigen Wissen angefangen von der Prähistorie bis ins Spätmittelalter ein übersichtliches Werk zu gestalten.
Mit den Augen von Fortunatus und Santonino
Geschichtsbüchern hängt gerne das Wort „Schwarte“ nach. Das trifft in diesem Fall keineswegs zu. Dank der ansprechend gegliederten Textgestaltung und der graphischen Auflockerung durch aussagekräftige Bilder ist die Lektüre leicht verständlich und flüssig zu lesen. Die Spannung auf das jeweils nächste Kapitel bleibt dabei nicht aus. Einiges weiß der Leser eventuell schon genauer, manches so von ungefähr und vieles vermutlich gar nicht, und nicht wenige Impulse werden ihn anregen, selbst einmal jene Gegend sowohl nach geographischen als auch nach historischen Aspekten zu erkunden. Annarita Bussato und Helga Pöcheim nahmen sich der Übersetzung in die italienische Sprache an, welche parallel Blatt für Blatt die einzelnen Kapitel begleitet. In Summe wurde es ein 400 Seiten starkes Buch, in dem auch über die diversen Pilgerstätten berichtet wird. Schilderungen des Venantius Fortunatus aus dem 6. Jahrhundert sind ebenso eingeblendet wie Auszüge aus den Reisebeschreibungen von Paolo Santonino, dem Sekretär des Bischofs von Caorle, die wertvolle Einblicke in die Lebensweise im ausgehenden Mittelalter ermöglichen. Den Sprachen und Namen entlang der „Via Iulia Augusta“ wurde ebenfalls Rechnung getragen. Die überregionale Entwicklung und der heutige lebhafte Austausch über Grenzen hinweg sind in den Schlussbemerkungen festgehalten. Damit ist der Bogen von der Frühgeschichte bis in die heutige Zeit gespannt.
Noch eine Zugabe
Die Neuauflage des Buches von Hannes Guggenberger wird – passend – am 25. Oktober im Römermuseum Aguntum in Osttirol präsentiert. Auch die nach der alten Römerstraße benannte Konzertreihe – der Via Iulia Augusta Kultursommer – schlägt spät im Herbst ihre letzten Seiten auf, nämlich mit einer „musikalischen Zugabe“. Am Sonntag, 18. Oktober spielt die „Hackbrett Chamber Fusion“ im Gasthaus Grünwald (Beginn 18 Uhr, Eintritt frei).