Am 25. Oktober wird in Kärnten die Landwirtschaftskammer neu gewählt. Sechs Listen treten an. Auch mehrere Oberkärntner Kandidaten wollen in der kommenden Periode mitreden. Im Mittelpunkt stehen steigende Kosten, die Zukunft der Bergbauern und die Attraktivität des Berufs für die nächste Generation.
Nach fünf Jahren sind Kärntens Bäuerinnen und Bauern wieder zur Wahl aufgerufen. 36 Mitglieder werden in die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer gewählt. Sie ist das oberste beschließende Organ der Kammer, entscheidet über grundlegende Fragen, verabschiedet Resolutionen und wählt Präsident und Vorstand. Derzeit steht Siegfried Huber vom Bauernbund an der Spitze. Gewählt wird am Sonntag, 25. Oktober. Wer verhindert ist, kann bereits am Freitag, 16. Oktober, beim Vorwahltag seine Stimme abgeben.
Bauernbund bleibt Favorit
Der Kärntner Bauernbund – Team Siegfried Huber geht als klar stärkste Kraft ins Rennen. Bei der vergangenen Wahl erreichte der Bauernbund 18 der 36 Sitze und stellt mit Huber auch den Präsidenten. Erster Oberkärntner auf der Liste ist Spittals Bezirksobmann Hermann Schluder aus Kleblach-Lind auf Platz drei. Auf Platz sechs folgt die Hermagorer Bezirksobfrau Kathrin Unterweger aus dem Lesachtal. Zehn weitere Kandidaten aus Oberkärntner Gemeinden stehen auf der Liste. Die Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft tritt ebenfalls mit einer vollständigen Liste an. Ihr Oberkärntner Spitzenkandidat ist der bisherige Kammerrat Gerhard Neunegger aus Eisentratten auf Platz vier. Die Freiheitlichen halten derzeit sieben Sitze. Die SPÖ-Bäuerinnen und Bauern Kärnten verfügen aktuell über vier Mandate. Oberkärntner Spitzenkandidatin ist Monika Wegscheider aus Spittal auf Platz acht, gefolgt von Johann Pschernig aus Malta auf Platz 15. Der bisherige Kammerrat und Winklerner Bürgermeister Johann Thaler kandidiert nicht mehr. Mit dem Österreichischen Unabhängigen Bauernverband tritt auch die Liste von Heimo Urbas wieder an. Der Liesertaler, der sich selbst als „Bauernrebell“ bezeichnet, schaffte bei der vergangenen Wahl zwei Mandate. Die Grünen stellen mit Dr. Karlheinz Gigler aus Malta derzeit einen Kammerrat. Die Südkärntner Bauernschaft (SJK) hat keinen Oberkärntner Kandidaten auf ihrer Liste.
Steigende Kosten als großes Thema
Für den freiheitlichen Kandidaten Gerhard Neunegger ist die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe das zentrale Thema. „Die Dürre verursachte Kosten, die uns davonlaufen“, sagt Neunegger, der einen Mutterkuhbetrieb mit Alm- und Forstwirtschaft führt. Er fordert einen unterstützten Agrardiesel, stabile Preise und eine Inflationsabgeltung bei den öffentlichen Geldern. Gerade Bergbauern seien auf entsprechende Unterstützung angewiesen. Auch die Hofnachfolge bereitet ihm Sorgen. „Heutzutage muss man schon als großer Bauer in den Nebenerwerb gehen, so vergraulen wir jeden Jungen“, sagt Neunegger. Die Landwirtschaft müsse wieder stärker vermitteln, dass der Beruf auch Freude und Perspektive bedeute. Mit der derzeitigen, von der ÖVP dominierten Kammerführung geht er hart ins Gericht: Man müsse „das System aufbrechen“. Heimo Urbas zieht nach seiner ersten Periode im Bauernparlament eine positive Bilanz. Die Zeit habe ihm wertvolle Einblicke in das Kammersystem gebracht. Gleichzeitig fordert er höhere AMA-Zahlungen für die Bauern. Ein weiteres Anliegen ist die Abschaffung der bäuerlichen Doppelversicherung bei Nebenerwerbslandwirten, die sowohl über ihre unselbstständige Arbeit als auch über ihren landwirtschaftlichen Betrieb Beiträge leisten.
Sorgenkind Wahlbeteiligung
Kathrin Unterweger wünscht sich eine höhere Wahlbeteiligung. Bei der vergangenen LK-Wahl lag diese nur bei 36 Prozent. „Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt die Kammer“, betont die Lesachtalerin. Inhaltlich nennt sie eine lückenlose Herkunftskennzeichnung, faire Rahmenbedingungen für zukunftssichere Bauernhöfe und eine gute soziale Absicherung als zentrale Ziele. Dabei müsse die gesamte Bandbreite der Kärntner Landwirtschaft berücksichtigt werden – vom kleinstrukturierten Bergbauernhof bis zum großen Ackerbaubetrieb.
Die bisherige Sitzverteilung:
Bauernbund 18,
Freiheitliche 7
SJK 4
SPÖ-Bauern 4
Liste Heimo Urbas 2
Grüne 1.