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10. August 2026

Ihre Texte sind gern „pfiffig“!

Eva Jirsa (38) hat sich „New Adult“ verschrieben – einem sehr beliebten Literaturgenre, das die Lücke zwischen Jugendbüchern und klassischer Erwachsenenliteratur schließt. Jüngst las sie Kurzgeschichten aus ihrem Buch „anders“ im Zuge einer Lesestunde im Heimat- und Tourismusmuseum in Obermillstatt vor. Hauptberuflich arbeitet sie als Diplom-Sommelière bei Wein & Co und lebt in Millstatt. 

Eva Jirsa im Zuge der Lesestunde im Heimat- und Tourismusmuseum in Obermillstatt unlängst.

OVT: Frau Jirsa, wie blicken Sie auf Ihre Lesestunde zurück? Was hat Sie am meisten gefreut? 

Eva Jirsa: Auf die sowie meine vorherigen Lesestunden blicke ich gerne zurück. Gedanklich war ich zuvor fast am Ausflippen, weil ich sie das erste Mal nicht im Freien veranstaltet und in letzter Sekunde doch andere Texte gewählt habe, aber es war ganz entspannt. Wenn dann die Zuhörer interessierte Fragen stellen, wie auch dieses Mal, macht mich das doch stolz.

Ist eine weitere Lesestunde geplant? 

Ja, auf alle Fälle, weil diese im Juli eine Sonderedition für Kurzgeschichten war. Da kommt, vielleicht noch heuer im Herbst, eine für „Fantasy“, „New Adult“ und „Young Adult“.

Sie lasen ja aus Ihrem Buch „anders“ vor, „New Adult“ und „Fantasy“-Romane dominieren
Social Media – also handfestes Buch versus E-Book! Wie sehen Sie diesen Vergleich, gerade künftig gesehen? 

Das ist schwierig zu beantworten. Unabhängig vom Genre schwören in meinem Umkreis alle auf das klassische Papierbuch. Ich auch, weil es sinnlicher ist, keinen Strom braucht und man damit lästige Insekten erschlagen kann. Probier‘ das mit einem E-Book!

Die digitale Variante hat meines Erachtens den größten Vorteil, wenn man seiner Umgebung nicht zeigen will, was man liest. „Fifty Shades of Grey“ wurde angeblich ja deswegen zum Bestseller, weil Leute es lesen konnten, ohne dass andere Personen sie deswegen schräg anschauten. Genauso brauchen Vielleser keinen schweren Rucksack voller Bücher mit auf  die Reise nehmen, sondern nur das Tablet.

Ich glaube, dass das Genre und die Leseratte den Buchtyp bestimmen wird: Krimis, Graphic Novel, alte Werke, etc. werden stolz im Regal präsentiert und Geschichten aus der Rubrik New Adult oder Erotik genießt ein schüchterner Bücherwurm eher heimlich als E-Book.

Wie bauen Sie Ihre Kurzgeschichten, Bücher auf? Hauptfiguren, Spannungs-Elemente, braucht‘s einen „roten Faden“ ... 

[lacht] Die baue ich unterschiedlich. Kurzgeschichten schreibe ich unspektakulär in einem Stück, so wie jemand etwas erzählt. Romane wiederum skizziere ich grob mit Stichworten, die tatsächlich einem roten Faden folgen, und schreibe die Szenen dann, wenn ich dafür in Stimmung bin. Zum Beispiel gehe ich Action- oder Streitszenen an, wenn es in mir brodelt, und Lustiges, wenn der Tag sehr locker und heiter war.

Wo holen Sie sich die Ideen? 

Die Ideen kommen von überall! Sei es, dass ich Szenen eins zu eins aus der realen Welt übernehme – Jugendliche sind da perfekte Quellen – oder einfach, weil mir etwas in einer Geschichte gefehlt hat. Aber der Großteil besteht aus Tagträumereien mit „Was wäre, wenn?“. Diese Ideen lassen mich selten los, bis ich sie geschrieben habe. 

Sind Sie aktuell am Schreiben? 

Ja! Meine „einst“-Reihe habe ich als Trilogie gedacht und am dritten Teil schreibe ich gerade. Sobald der fertig ist, winken auch schon zwei weitere Romanideen, die mich schon jetzt immer wieder beschäftigen. Ich schließe es allerdings nicht aus, dass auch „anders“ einen Nachfolger bekommt!

Ihre Anfänge gehen zurück in Ihre Schulzeit, wo Sie gern lasen, schrieben und zeichneten – war die Autorin „vorbestimmt“?

Definitiv nicht. Ich hatte zwar als Kind eine blühende Fantasie und zeichnete gern, aber es brauchte ein richtig gutes Buch, das mich buchstäblich fesselte. Als ich keinen würdigen Nachfolger fand, begann ich ähnliche Geschichten zu malen und zu schreiben. Irgendwann waren es dann komplett meine Ideen.

Als Sie aber Ihre Deutsch-Professorin um Rat fragten, wies sie höflich auch auf Schwierigkeiten hin.

Das ist richtig. Sie war damals auch die Schulbibliothekarin. Anscheinend wusste sie, dass „Young Adult“ im deutschsprachigen Raum komplett unbekannt war und neue Autorinnen es generell schwer haben. Obendrein wird „Fantasy“ auch heute noch lieber aus dem Englischen prominent importiert, anstatt dem Heimischen Platz zu machen.

Hauptberuflich sind Sie Diplom-
Sommelière – wie bringen Sie diese den Lesern näher?

Das geschieht so nebenbei auf Social Media zwischen all meinen Bücher-Posts. Mein Beruf bei Wein & Co ist sehr umfassend: angefangen bei Lagerhaltung und Inventur, über Beratung, Verkaufsgespräche, dem Barbetrieb bis hin zur Einschulung neuer Mitarbeiter und Putzen. Das Wichtigste ist jedoch, dass man ehrlich sowie bewusst mit den Sinnen arbeitet, damit die Weinempfehlung exakt passt. Ohne Riechen, Schmecken oder dem kulinarischen Feingefühl wäre ich komplett aufgeschmissen. Falls ich Zeit habe, landet dann einer der ganzen Punkte als Foto auf Facebook.

Welchen Wunsch hätten Sie privat? Eine Weltreise … 

Warum nicht? Es rumort zwar in der Weltgeschichte, aber Südamerika, La Réunion, Neuseeland, Japan und Norwegen lachen mich immer wieder an. Da bräuchte ich nur noch einen großen Lottogewinn vorab!

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“?

Ich lese ihn gerne, weil er immer wieder interessante Menschen bringt, die quasi ums Eck wohnen, oder von Events berichtet, die man sich unbedingt fürs nächste Mal merken sollte.

 

Kurz gefragt:

Eva Jirsa (Millstatt)
Autorin & Sommelière

Sternzeichen: Waage 

Ich höre gerne: Rock, Metal und Irish New Age

Lieblingsgetränk: guter Wein

Lieblingstier: Katze

Glücksbringer: Zahl 13