Skip to main content
03. September 2026

Er jagt ganz einfach Weltrekorde!

Eugen Göttling (50) gehört zu den weltbesten Freitauchern. Der gebürtige Gitschtaler holte sich kürzlich bei der MAS World Championship Freediving Depth in Roatán/Honduras den Weltmeistertitel in seiner Klasse „M1“ (50 bis 59 Jahre). Zudem stellte er mit seinem 106 Meter-Tauchgang einen neuen Weltrekord auf – der dritte heuer, denn bereits im Juli holte er sich zwei weitere Weltrekorde innerhalb von drei Tagen: im 73 Meter Tieftauchen ohne Tauchflossen (Constant Weight No Fins) und in der Disziplin „Free Immersion“ erreichte er eine Tiefe von 103 Meter. Der gebürtige Weißbriacher und mehrmalige Österreichische Staatsmeister ist hauptberuflich als Heerestaucher beschäftigt. Nach der Handelsschule dockte er beim Österreichischen Bundesheer an, wo er anfangs noch als Sportausbilder beschäftigt war, absolvierte er nach einigen Jahren die Heerestauchausbildung. Eugen Göttling lebt mit Ehefrau Barbara in Wien, er hat einen Sohn namens Erik (23).

Eugen Göttling übertraf im August bei der Freitauch-WM auf der Insel Roatán mit einem Weltmeistertitel und zugleich einem neuen Weltrekord seine eigenen Erwartungen.

OVT: Herr Göttling, was bedeuten Ihnen die jüngsten Titel – sind die letzten immer die Schönsten? 

Eugen Göttling: Die letzten drei Weltmeistertitel bedeuten mit sehr viel, weil sie das Ziel dieser Saison waren. Zumindest ein WM-Titel war das Ziel und daraus sind dann am Ende drei geworden. Und noch dazu freut es mich besonders, dass diese Weltmeistertitel auch neue Weltrekorde waren.

Welche Ziele streben Sie als nächstes an?

Als nächstes folgt die „off season“ über die Wintermonate, die ich mit Freitauchtraining im Pool verbringe. Wann ich die nächste WM bestreiten werde, steht noch in den Sternen, aber vermutlich spätestens, wenn meine Rekorde gebrochen wurden.

Sie waren auf Roatán gleich dreifach erfolgreich. Hatten Sie eine optimale Vorbereitung – und wie waren die Bedingungen vor Ort?

Meine Vorbereitung und das Training verlief teil gut, jedoch hatte ich viele Hürden dabei zu bewältigen, wie zum Beispiel eine Lebensmittelvergiftung auf Roatan unmittelbar vor der WM. Ich konnte jedoch schnell wieder meine ursprüngliche Form erreichen und diese auch im Wettkampf umsetzen.

Wie würden Sie unseren Lesern das Apnoe-Tauchen beschreiben?

Apnoetauchen ist die reinste und ursprünglichste Form des Tauchens. Beim Apnoetauchen erlebst du die Unterwasserwelt intensiver als je zuvor und erlebst das Gefühl vollendeter Freiheit in einer unbeschreiblichen Art der Schwerelosigkeit.

Wie hält man den Wasserdruck in diesen Tiefen aus – speziell in den Ohren? 

Training und Anpassung. Man muss seinen Körper spüren und entsprechend reagieren, um den Druck auszugleichen. Die Voraussetzung für einen funktionierenden Druckausgleich ist Ruhe und Entspanntheit.

Sie bezeichnen den Weißensee ja als ihren „Haus-See“. Ist er für ihre Tauch-Leidenschaft verantwortlich?

Verantwortlich ist er vermutlich nicht, aber auf jeden Fall fördernd und verstärkend. 

Apropos „Weißensee“: Wie oft kommen Sie im Jahreslauf dazu, hier zu tauchen?

Leider viel zu selten. Das Problem ist, dass ich ein professionelles Freitauchteam mit entsprechendem Setup und Sicherheitsvorkehrungen brauche, die ich am Weißensee leider nicht habe. Ich bin daher an Freitauchschulen gebunden, wie ich sie beispielsweise in Ägypten finde.

Welchen Wunsch haben Sie privat eventuell noch?

Solange gesund zu bleiben, um bis ins hohe Alter tauchen zu können.

Und wie gefällt Ihnen der „Oberkärntner Volltreffer“ vielleicht bei ihren Heimatbesuchen?

Gewaltig!