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03. August 2026

Die Kunst führt sie immer wieder mal „heim“!

Birgit Pleschberger (47) erkor die Zeichnung zu ihrem Medium, die Linie zu ihrem Werkzeug. Basis dafür war einst ihr Studium der Kunst an der Universität Mozarteum Salzburg. Noch bis 1. Oktober sind ihre Arbeiten zum Thema „Warten“ in der Galerie Miklautz in Gmünd zu sehen. Die Werke der gebürtigen Liesertalerin sind zudem in bedeutenden Sammlungen vertreten – z. B. der des Landes Salzburg, im Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt (MMKK) oder im Bundeskanzleramt. Zahlreiche Preise und Stipendien im Ausland zeichnen ihre Vita aus. Birgit Pleschberger lebt mit ihrem Sohn und ihren Lieben in Vorarlberg.

OVT: Frau Pleschberger, ist diese Ausstellung für Sie als gebürtige Liesertalerin auch wieder ein bisschen wie heimkommen nach Oberkärnten?

Birgit Pleschberger: Natürlich. Besonders Gmünd, wo ich die Musikhauptschule besucht habe, nimmt da einen besonderen Platz ein.

Wie viele Ihrer Werke können nun die Besucher in der Galerie Miklautz sehen? 

Sieben Arbeiten, davon sechs grafische bzw. zeichnerische Arbeiten und ein kleines Objekt. Das Wort „Warten“ sehe ich im Kontext zu meinen Werken vordergründig als einen Begriff, der einen zeitlichen Raum öffnet und zwei Pole miteinander verbindet. Etwas oder jemand befindet sich in einem Zustand – örtlich, emotional – der Veränderung entgegensieht, sie erwartet, ersehnt oder registriert. Ein Begriff also, der Wandel und Bewegung impliziert. Was ich als spannend empfinde, da das Warten selbst ja eher einen passiven und bewegungslosen Prozess beschreibt. 

Wie würden Sie den Lesern Ihre Arbeiten konkreter beschreiben?

Das Motiv des Vogels beziehungsweise der Feder wiederholt sich in allen gezeigten zeichnerischen Arbeiten. Die Feder als ein Symbol der Freiheit, als etwas das trägt, weitertragen kann, Wandlung möglich macht. Der Rabe, dessen Symbolik sehr vielfältig und widersprüchlich ist, wird in meiner Arbeit vordergründig als weises und kraftvolles Tier interpretiert, welches auch als Vermittler zwischen zwei Welten fungieren kann. In einer kleinen Nische präsentiert sich die Lichtinstallation „time“, die eine größerformatige Zeichnung zeigt. Die Raben, die sich in dieser Arbeit eher im Hintergrund zeigen, wiederholen sich in drei weiteren Werken: in dem Cut Out „Leonardos Raven“, welches einen Raben zeigt, dessen Flügel durch ein künstliches Flügelgerüst ersetzt wurde, ohne Federn. Oder in einer naturalistischen Zeichnung eines großformatigen Raben auf weißem Hintergrund, dessen echte Flügel durch einen Gurt am Fliegen gehindert, durch ein Paar künstlicher Flügel jedoch zum Fliegen ermächtigt wird. Ein Paradox vielleicht. In einem Entwurf für ein Plattencover zeigen sich die Raben mit den Inhalten Raum, Zeit und Leben. 

Auch Text ist Ihnen wichtig. 

Entweder als Element im Bild selbst oder aber als Titel der Arbeit, der diesen zusätzlichen Gehalt verleiht. Hier möchte ich Michael Moravec danken, einem großartigen Musiker, der mir durch das Zur-Verfügung-Stellen eines Liedtextes Inspiration geschenkt hat. Aus diesem Text gehen auch die Titel der Werke „Queen of time“ sowie „When did tomorrow became the past?“ hervor. „Queen of time“ ist wiederum ein Cut Out/eine Installation, welches ein an das Kostüm von „Wonderwoman“ angelehntes Amazonen-Bustier zeigt. Allerdings eines, dass weicher und zarter wirkt – durch das Besetzen mit Federn. Es versinnbildlicht die weibliche, kämpferische und doch liebende Kraft der Frau. Das Papierobjekt „When did tomorrow became the past?“ wird aus vielen gezeichneten Einzelflügeln gebildet und deutet die Form eines Kreises an, ohne dass dieser sich komplett verbindet. Der Kreis hier ist ein unvollendetes Zeichen der Unendlichkeit. Der Text, den man in dem kleinen Objekt finden kann, fügt alle Arbeiten zusammen. Er teilt den Satz: „Ein Fort ist Andernorts ein Irgendwo.“

Was war einstmals Auslöser für Ihren Weg Richtung Kunst? 

Der künstlerische Ausdruck in Form von Schreiben und Zeichnen begeistert und begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Also war mein Weg zum Studium der Kunst und Kunsterziehung wohl eine logische Konsequenz. 

Ihr Medium ist die Zeichnung, die Linie Ihr Werkzeug – wie kam‘s letztlich dazu? Wer sind Ihre großen Vorbilder?

Ich wertschätze die Einfachheit und Klarheit der Linie. Auch wenn ich Farbe in meinen meist schwarz-weiß gehaltenen Arbeiten manchmal und eher vorsichtig einsetze, bevorzuge ich das Reduzierte der monochromen Zeichnung. Konkrete Vorbilder aus der Kunstgeschichte oder der Gegenwartskunst kann ich keine nennen, da bin ich wahrscheinlich eher subtil beeinflusst.

Wo holen Sie sich Ihre Ideen zu den Arbeiten?

Aus meinem Leben und meinen Beobachtungen. Die inspirierendsten Momente entstehen häufig bei Spaziergängen im Wald, während denen sich Themen, die mich interessieren und die ich erforschen möchte zu konkreten Ideen für eine Arbeit umwandeln.

Ihre Werke hängen auch im
Bundeskanzleramt, Sie haben
etliche Preise zu Buche stehen – gibt‘s für Sie persönliche Highlights
darunter?

Besondere Highlights sind die Nominierung für den Strabag Art Award und der Kunstpreis der Volksbank Kärnten. Auch der Ankauf einer sehr großen, vielteiligen Zeichenarbeit des MMKK gehört für mich dazu. 

Welchen Wunsch hätten Sie privat? Eine Weltreise …

Reisen ist sicher etwas, das ich versuche, immer wieder in mein Leben einzubinden. Und gleichzeitig das Ankommen an dem Ort, wo sich mein Lebensmittelpunkt und meine Lieben befinden.

Und gerne noch final gefragt, hielten Sie den „Oberkärntner Volltreffer“ bei Ihren Heimatbesuchen mal in Händen?

Ehrlich gesagt freue ich mich darauf, ihn das erste Mal in meinen Händen halten zu dürfen.

 

Kurz gefragt:

Birgit
Pleschberger 

(Vorarlberg, Gmünd)

Künstlerin

Sternzeichen: Steinbock 

Ich höre gern (Musik): Pop, Rock und Metal

Leibgericht: Kärntner Nudel

Lieblingsblume: Sonnenblume

Was mögen Sie nicht: Getratsche und Geschimpfe