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26. August 2026

Spittaler läuft 650 Kilometer zu seinen Wurzeln

650 Kilometer, rund 6.000 Höhenmeter und weniger als 20 Tage: Ermin Muslimovic aus Spittal hat sich für Anfang September ein außergewöhnliches Ziel gesetzt. Der 30-Jährige will von seiner Heimatstadt bis nach Sarajevo laufen – über vier Länder und auf einer Strecke von mehr als 15 Marathons. Für den Spittaler ist es nicht nur eine sportliche Herausforderung, sondern auch eine Reise zu seinen familiären Wurzeln.

Der Fußballer und Fitness-Fan Ermin Muslimovic läuft eine 15-fache Marathondistanz durch vier Länder. Foto: privat

„Ich bin geboren und aufgewachsen in Österreich, meine Wurzeln liegen in Bosnien-Herzegowina. Ein Land, mit dem mich sehr viel verbindet“, sagt Muslimovic in einem Video, mit dem er sein Projekt öffentlich gemacht hat. Am 31. August will er am Vormittag in Spittal starten. Sein Ziel: Sarajevo. Die 650 Kilometer möchte er in weniger als 20 Tagen bewältigen. Dass er sich ausgerechnet eine solche Distanz vorgenommen hat, kommt nicht von ungefähr. Sport begleitet Muslimovic bereits sein ganzes Leben. In seiner Jugend spielte er Fußball Seeboden, Spittal und kurz auch in Steinfeld, heute ist er weiterhin für Seeboden aktiv. Darüber hinaus gehören Kickboxen, Bergsteigen und Fitness zu seinem sportlichen Hintergrund. Das Laufen war zwar immer Teil seines Trainings, längere Distanzen waren für ihn bislang aber kein Schwerpunkt. Erst heuer begann er, sich intensiver mit dem Langstreckenlaufen zu beschäftigen.

Herausfinden, was möglich ist

Für die bevorstehende Herausforderung hat er sein Training entsprechend intensiviert. Unterstützt wird er dabei von dem Spittaler Personaltrainer Alexander Hofer. Auch während der Reise will Hofer ihn telefonisch begleiten und ihm bei Fragen zu Ernährung und Regeneration mit Rat zur Seite stehen. „Ich weiß, dass mich diese Reise körperlich und mental an die Grenzen bringen wird“, sagt Muslimovic. Genau das sei aber ein wesentlicher Teil seiner Motivation. Er wolle herausfinden, was möglich ist und wie weit er gehen kann. Gleichzeitig möchte er andere Menschen inspirieren und seine Geschichte mit einer größeren Öffentlichkeit teilen. Auch die Vorbereitung auf die Reise selbst ist Teil der Herausforderung. Muslimovic wird mit einem rund 15 Liter großen Trailrunning-Rucksack unterwegs sein und nur das Nötigste mitnehmen. Alles, was er für die gesamte Strecke benötigt, kann er nicht auf einmal tragen. Deshalb werden seine Eltern ihn an den Wochenenden mit zusätzlicher Ausrüstung und benötigten Dingen versorgen. Die Route steht bereits fest. Von Spittal geht es zunächst nach Villach, weiter über die Wurzen nach Kranjska Gora und anschließend durch weitere Stationen in Richtung Bosnien-Herzegowina. Schlafplätze sollen sich entlang der Strecke ergeben – die Reise ist bewusst auch als Abenteuer angelegt. Muslimovic will nicht nur möglichst schnell ankommen, sondern unterwegs möglichst viel erleben.

Ein Stück Heimat geblieben

Denn hinter dem sportlichen Ziel steckt eine persönliche Geschichte. Seine Eltern stammen aus dem mittleren Bosnien, aus Turbe, und kamen noch vor dem Jugoslawienkrieg nach Österreich. Muslimovic wuchs in Spittal auf und hat einen älteren Bruder. Bosnien-Herzegowina kennt er bisher vor allem von Urlaubsaufenthalten. In den vergangenen Jahren sei der Kontakt zum Land wieder intensiver geworden. Nun möchte er es aus einer völlig anderen Perspektive kennenlernen. Rund die Hälfte der Reise wird er laufend in Bosnien-Herzegowina unterwegs sein. „Bisher war ich immer nur zu Urlaub unten. Vieles nimmt man dabei gar nicht wahr“, erzählt er. Durch das Laufen wolle er Städte und Regionen bewusster erleben und einen anderen Blick auf das Land bekommen.

Seine Motivation beschreibt Muslimovic deshalb auch als eine Reise zurück zu seinen Wurzeln: „Es ist eine Reise zurück zu meinen Wurzeln und zu einem Land, das für mich immer ein Stück Heimat geblieben ist.“

Story auf Instagram

Der Schritt in die Öffentlichkeit war dabei zunächst nicht selbstverständlich. Seine Freundin habe ihn maßgeblich darin bestärkt, das Projekt auch über soziale Medien zu begleiten. „Geh deinen Weg, mach dein Ding“, habe sie ihm mitgegeben. Über seinen Instagram-Account (ermin.msmv) will der Spittaler die Reise dokumentieren und seine Geschichte mitverfolgen lassen. Auch erste Medien in Bosnien-Herzegowina haben bereits über das Vorhaben berichtet, Verwandte haben sich bei ihm gemeldet. Seine Eltern seien zunächst eher geschockt gewesen, als sie von den Plänen erfuhren. Mittlerweile hätten sie aber gemerkt, wie ernst es ihm mit dem Projekt ist. Aus der anfänglichen Skepsis sei Unterstützung geworden – und aus dem Lauf inzwischen ein Projekt, das auch Familie und Freundeskreis mittragen.

Von Harald Angerer

 

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