Der langjährige „Nachhaltigkeitsmanager“ Herman Florian übergibt das Ruder in der Region Lieser-/Maltatal an Martin Steinbacher.
Die Klima- und Energiemodellregionen – kurz „KEM“ – bringen die Energiewende auf den Boden, d. h. sie organisieren Veranstaltungen, werben, informieren und klären über e-Mobilität, PV, Wärmedämmung, Fördermöglichkeiten & Co auf; sie wickeln auf Gemeindeebene sowie auch auf der Ebene von Privathaushalten Projekte in Richtung Energiewende ab. Eine in Oberkärnten besonders hervorstechende KEM ist die der Region Lieser-/Maltatal. Wer heute durch deren Mitgliedsgemeinden Gmünd, Krems, Malta, Rennweg und Trebesing fährt, begegnet zahlreichen Projekten, die in den vergangenen Jahren entstanden sind – ohne vielleicht zu wissen, dass das Engagement des KEM-Teams dahintersteckt. Treibende Kraft hinter der KEM Lieser-/Maltatal war seit 2014 Ing. Hermann Florian. Er verabschiedet sich nun in den Ruhestand und übergibt die Leitung der KEM-Region, die dem Regionalverband „Nockregion“ angehört, seinem Nachfolger Martin Steinbacher.
E-Tschutschubahn war erst der Anfang
Die E-Mobilität zählt für Hermann Florian früh zu den Schlüsseltechnologien – auch in Oberkärnten. Bereits 2015 wurden mit Unterstützung des Landes Kärnten erste Elektrofahrzeuge getestet und die Gemeinden mit Ladeinfrastruktur ausgestattet. Es folgten weitere Meilensteine – von der E-Tschutschubahn in Rennweg über E-Car-Sharing bis hin zum ersten E-Bus im regulären Linienverkehr. Gemeinsam mit Bacher Reisen, dem Betreiber der E-Busse, wurde die Region dafür zweimal mit dem VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet. Auch das Projekt „Cool in die Schul“ wurde 2023 als KEM-Projekt des Jahres ausgezeichnet und fand weit über Kärnten hinaus Beachtung. Gleichzeitig wurde der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben – mit PV-Anlagen auf zahlreichen öffentlichen Gebäuden, Nahwärmeanlagen und thermischen Sanierungen, etc. Ein besonderes Projekt Florians ist wohl das erste Repair Café Oberkärntens, das jeden letzten Samstag im Monat im Schloss Lodron in Gmünd stattfindet. „Ich bin dankbar, dass wir gemeinsam so viele Projekte verwirklichen konnten. Besonders freut mich, dass die KEM-Region auch für die kommenden Jahre wieder vom Klimafonds und den Mitgliedsgemeinden finanziert wird und damit der erfolgreiche Weg fortgesetzt werden kann“, blickt der scheidende KEM-Manager in die Zukunft.
Der „Neue“ mit Salzburg-Erfahrung
Der „Neue“ am Ruder der Lieser-/Maltataler KEM studierte nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung, ihn beschäftigte die Frage, wie Regionen zukunftsfähig gestaltet werden können. Beruflich sammelte Martin Steinbacher Erfahrung in der Planung und Umsetzung von Mobilitätsprojekten im Salzburger Land. Dazu zählen u. a. die Einführung der E-Mobilität im Regionalbusverkehr sowie die Konzeption des öffentlichen Verkehrs für die Ski-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm. Besonders freue er sich darauf, seine Erfahrungen nun in seiner Heimat Kärnten einzubringen. „Ich möchte Menschen vernetzen, Projekte weiterentwickeln und neue Ideen auf den Weg bringen – dabei aber immer den konkreten Nutzen für die Region im Blick behalten“, betont Steinbacher.