Skip to main content
24. September 2026

Hubschrauber mit „Lanze“ sorgt für Fragen

Auffällige Flüge über Oberkärntner Tälern: Was hinter dem Hubschrauber mit der langen Messsonde steckt

Die Hubschrauberflüge sind einigen Oberkärntnern aufgefallen. Symbolbild. Foto: privat

Wer in den vergangenen Tagen einen Hubschrauber mit einer langen „Lanze“ über den Tälern Oberkärntens beobachtet hat, musste sich womöglich fragen, was es damit auf sich hat. Die ungewöhnlichen Flüge sind Teil einer groß angelegten geophysikalischen Untersuchung. Noch bis Mitte Oktober soll der Hubschrauber im Auftrag der Wiener Firma Ekometall Exploration unterwegs sein. Untersucht wird eine rund 1.200 Quadratkilometer große Fläche in Oberkärnten. Ziel ist es, mehr über den geologischen Aufbau des Untergrunds herauszufinden und Hinweise auf mögliche Vorkommen mineralischer Rohstoffe zu erhalten. Die Untersuchungen erfolgen im Rahmen bestehender Schürfberechtigungen.

Messungen aus rund 60 Metern Höhe

Zum Einsatz kommt ein Hubschrauber des Typs Airbus AS 350 H125, der für die Messflüge in geringer Höhe über dem Gelände unterwegs ist. Die Messgeräte befinden sich an der auffälligen Konstruktion unter dem Hubschrauber und erfassen geophysikalische Daten. Geflogen wird laut Ekometall Exploration in einer Höhe von rund 60 Metern. Über Ortschaften, Bauernhöfen, Viehweiden, Infrastrukturanlagen und anderen sensiblen Bereichen werde der Abstand entsprechend angepasst. Die eingesetzten Messgeräte arbeiten passiv. Kameras kommen nach Angaben des Unternehmens nicht zum Einsatz. Betroffen sind zahlreiche Gemeinden im Möll- und Drautal. Dazu zählen unter anderem Spittal an der Drau, Lendorf, Steinfeld, Greifenburg, Dellach im Drautal, Obervellach, Reißeck, Flattach, Mallnitz, Mühldorf, Rangersdorf, Stall, Großkirchheim, Mörtschach und Heiligenblut am Großglockner.

Keine Bohrungen, keine Proben

Für die Untersuchung müssen die Messmannschaften keinen Grund betreten. Die Arbeiten finden ausschließlich aus der Luft statt. Bohrungen gibt es ebenso wenig wie die Entnahme von Boden- oder Gesteinsproben. Die aus den Flügen gewonnenen Daten sollen anschließend ausgewertet werden. Sie können Aufschluss über geologische Strukturen geben und beispielsweise Hinweise auf Gesteinsgrenzen, Verwerfungen, Mineralisationen oder mögliche Lagerstätten liefern. Dass nun Hubschrauber über den Tälern unterwegs sind, bedeutet laut Ekometall Exploration allerdings nicht, dass unmittelbar weitere Arbeiten oder gar ein Bergbauprojekt folgen. Zunächst handle es sich ausschließlich um eine geologische Erkundungsmaßnahme. Erst die Auswertung der Messdaten werde zeigen, ob weiterführende Untersuchungen überhaupt sinnvoll sind.

Flüge noch mehrere Wochen

Die Befliegungen haben begonnen und sollen – abhängig von Wetter und Flugbedingungen – rund vier bis sechs Wochen dauern. Während der Messflüge kann es zeitweise zu einer deutlich wahrnehmbaren Lärmbelastung kommen. Weitere Informationen zur geophysikalischen Befliegung und zum Projekt Großfragant stellt Ekometall Exploration online zur Verfügung. 

 

Kommentar verfassen

Sie können nun auf das Kommentar von "Some User" antworten.