Alois Lugger ist der Weinpionier im Mölltal. Vor 30 Jahren hat er mit dem Weinanbau in Obervellach/Dürnvellach begonnen, in der Mölltalleit´n (wie auf seinem Haus zu lesen ist, es befindet sich oberhalb und anschließend an den Weingarten bzw. die Leit´n). Nun wird der freundliche 89-jährige Hobby-Weinhauer die geliebte Winzertätigkeit altersbedingt beenden.
Von Karl Brunner
Er hat den Weinbau als Erster ins Mölltal gebracht und sich in Kursen ständig weitergebildet und auf eigenen Erfahrungen aufgebaut; seine Winzer-Begeisterung konnte vieles anregen und anstoßen, auch hat er gerne Interessenten beraten und mitgeholfen, den Weinanbau im Mölltal zu forcieren. U. a. gibt es in Obervellach nun schon seit Jahren auch ein Hof- und Kellerfest. Vor allem freut sich Lugger, dass es möglich wurde, Weine von sehr hoher Qualität zu produzieren. Wahrlich edle Tropfen für den Genießer. Er produziert vor allem Rotweine, der Weißwein-Anteil ist nur gering. Ein erster Höhepunkt für Lugger war das große Weinfest 2015 in der Mölltalleit´n mit der Verleihung des Landessieges für seinen Zweigelt Taurisker. Prämiert wurden im Laufe der Jahre viele seiner Weine, zuletzt auch der Zweigelt Rose 2025. Seine Rotweine bezeichnet er als leichte, naturbelassene Weine mit einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Säure und Aroma. Rebsorten, mit geringem Zuckergehalt werden verwendet, alles Weine, die ohne technische Eingriffe natürlich entstehen. Die besondere sonnige Höhenlage von 760 m und der Urgesteinsboden, der jahrhundertelang vom Kaponigbach angeschwemmt wurde, gibt dem Wein eine besondere Note und Geschmack. Als ein Bekannter von ihm seinerzeit das Haus und darunter den steilen Wiesen-Hang noch ohne Reben, also die bloße Leit´n sah, gab er Alois den Tipp, hier einen Weingarten anzulegen. Das geschah dann, mit sehr viel Schweiß und Muskelkraft kultivierte Lugger diesen Hang. 500 Quadratmeter groß, also eher klein, doch jedenfalls sehr fein. Bestens gedeihen hier seine „Taurisker Bergweine“.
„Taurisker Bergweine“
Luggers Bestreben war es auch, den einstigen Weinbau, den es hier im 15./16. Jht. gegeben hat, wiederzubeleben. „Die ökologische und naturnahe Bewirtschaftung liegt mir sehr am Herzen. Kompost, Mist und Mulchen, das sind die einzigen Dünger, ansonsten lasse ich die Regenwürmer für mich arbeiten“, erklärt der umsichtige Weinhauer. Für den Hobbywinzer ist klar, dass er alles nur dank und mithilfe seiner Frau Elisabeth schaffen konnte. Im Haus „Mölltalleit´n“ wurde auch noch Zimmervermietung angeboten. Beruflich stand Lugger im Dienst der Post und war als Zusteller tätig. Enormer Fleiß und eine sehr gute Kondition kennzeichnen den kontaktfreudigen Weinhauer, der auch Geselligkeit zu schätzen weiß. Der gebürtige Lesachtaler aus Maria Luggau, war vor über 60 Jahren nach Obervellach gekommen. Hier war er über zwanzig Jahre Sänger beim Gemischten Chor und ebenfalls zwanzig Jahre sang er beim Kirchenchor mit. Er ist ein großer Natur- und Bergfreund. Alois – manche nennen ihn Lois oder Luis - war sehr oft auf dem Großglockner, mit 70 Jahren bestieg er mit Freunden den Kilimandscharo (Kibo 5.895 m) und mit 80 stand er auf dem „König Ortler“ (3.905 m). Keine Frage, die Mölltaler Berge ringsum und viele weitere kennt er alle – auch von oben - sehr gut. Vor seinem Haus am Fahrbahnrand steht ein großer Stein mit einer kleinen Aufschrift: „Mount Luis“.