Über Trebesing – im Radlgraben, der auf den Radlspitz (Reißeckgruppe) zugeht – fließt der Radlbach, wo die Urforelle immer noch heimisch ist. Damit diese Fischart wieder ungehindert zwischen Radlbach und Lieser wandern kann, lässt der WWF jetzt zwei Dämme entfernen.
„Springt a klans Fischle auf, ausa vom Radlboch“ – so heißts im bekannten Kärntnerlied aus den „Radlbochliadlen“. Ob es sich beim besungenen „Fischle“ tatsächlich um die Urforelle handelt, ist unklar. Klar ist aber, dass sich diese Fischart im Radlbach wohlfühlt. Dem WWF nach soll der „Wohlfühlbereich“ der Urforelle jetzt weiter vergrößert werden, indem die Umweltorganisation zwei Dämme am Radelbach abbaut und die Fische ungehindert vom Radlbach in die Lieser gelangen. Dadurch wird einer der längsten, frei fließenden Flussabschnitte in Österreich wiederhergestellt: Insgesamt können dann laut WWF 57 Flusskilometer wieder natürlich und ungehindert fließen. Das stärke den Lebensraum im Gewässer und leiste einen wertvollen Beitrag zum Schutz heimischer Süßwasser-Arten. Durch die Anbindung des Radlbach an die Lieser erhofft sich der WWF vor allem die Rettung dieser bedrohten Fischart durch neue Laichplätze. „Sobald die alten Dämme entfernt sind, wird neues Leben in den Radlbach kommen. Das ist ein absoluter Gewinn für dieses wertvolle Ökosystem”, sagt WWF-Expertin Carina Neuwirth.
Eines von drei Vorhaben
Der WWF fordert darüber hinaus, dass solche naturbasierten Lösungen künftig stärker forciert werden, um intakte Flussökosysteme zu erhalten und ihre natürlichen Funktionen wiederherzustellen. Nur noch 14 Prozent der heimischen Flüsse sind in einem ökologisch sehr guten Zustand – darunter die seit 1967 durch die Dämme voneinander getrennten Abschnitte des Radlbachs und der Lieser. Die Dämme verhinderten bisher unter anderem, dass Fische wandern können und ihre Laichplätze erreichen. Unter der Leitung des WWF arbeiten Umweltministerium, Land Kärnten, die Lawinen- und Wildbachverbauung sowie der Fischereiberechtigte an diesem „Meilenstein des österreichischen Fließgewässerschutzes“, wie die Organisation betont. Das Projekt nennt sich übrigens „Salmon Connect“ und wird durch das Europäische „Open Rivers Programme” finanziert, das den ökologischen Rückbau von Fließgewässern vorantreibt. In Österreich werden drei „Salmon Connect“-Vorhaben umgesetzt.