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30. Juli 2026

Ein Herzensprojekt seit 15 Jahren

In einer Streusiedlung nahe des Kilimanjaro in Tansania besteht seit mittlerweile 15 Jahren eine Berufsschule, die jungen Frauen den Weg in die wirtschaftliche Unabhängigkeit eröffnet. Hinter diesem außergewöhnlichen Projekt steht Reinhild Wendl aus Obervellach, die seit eineinhalb Jahrzehnten mit unermüdlichem Einsatz dafür sorgt, dass ihre Herzensangelegenheit weiterbesteht.

Seit 15 Jahren zeigt Reinhild Wendl, wie aus einer kleinen Nähwerkstatt ein Projekt mit großer Wirkung entstehen kann. Fotos: privat

Wer Reinhild Wendl bei den Vorbereitungen für ihre nächste Afrikareise beobachtet, würde kaum vermuten, dass die pensionierte Schneidermeisterin bereits die 80 überschritten hat. Mit beeindruckender Energie organisiert sie die Reisedokumente ihrer Gruppe, packt Koffer voller Sachspenden und behält dabei auch die individuellen Wünsche ihrer Mitreisenden im Blick. Im Oktober führt sie erneut eine Reisegruppe nach Momella, einer Ortschaft nahe des berühmten Kilimanjaro. „Ich habe die Gruppe schon beisammen“, erzählt sie mit Freude. Das Ziel ihrer Reisen unterscheidet sich grundlegend von einem gewöhnlichen Afrika-Urlaub. Im Mittelpunkt steht ein soziales Hilfsprojekt, das sie 2011 als kleine Nähwerkstatt innerhalb des von der österreichischen Ärztin Christine Wallner ins Leben gerufenen Projekts „Afrika Amini Alama“ gegründet hat. Aus den bescheidenen Anfängen entstand eine staatlich anerkannte Berufsschule für Schneiderinnen. Reinhild Wendl ist seither Initiatorin, Organisatorin, Lehrerin und die Seele des Projekts. Sie sammelt in Österreich Nähmaschinen und Spenden, finanziert damit die Ausbildung ihrer Schülerinnen und reist mehrmals jährlich nach Momella, um selbst zu unterrichten. Von ihren Schülerinnen wird sie liebevoll „Mama Wendi“ genannt.

Selbstständigkeit als Lebensperspektive

Reinhild Wendls Vision ist es, jungen Frauen durch ein erlerntes Handwerk wirtschaftliche Eigenständigkeit zu ermöglichen. In vielen Familien sind Frauen nach wie vor finanziell von ihren Ehemännern abhängig. Nach einer zwei- bis dreijährigen Ausbildung, die mit einem staatlich anerkannten Abschluss endet, gelingt es jedoch vielen Absolventinnen, sich eine eigene Existenz aufzubauen. Sie verdienen ihr eigenes Einkommen, können ihre Familien versorgen und selbstbestimmt über ihre Zukunft entscheiden – anstatt früh verheiratet zu werden. Rund 20 junge Frauen besuchen die Schule, jährlich schließen etwa zehn von ihnen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Die Schülerinnen fertigen unter anderem Schuluniformen für die Bildungseinrichtungen des Projekts „Afrika Amini Alama“, übernehmen Nähaufträge aus Tansania und Österreich und produzieren Handarbeiten für den Verkauf in Kärnten. Durch diese Einnahmen trägt sich das Projekt bereits teilweise selbst.

Kleine Stiche – große Wirkung

Ein weiterer Meilenstein wurde 2025 erreicht: Das von „Mama Wendi“ entwickelte Ausbildungskonzept wurde auf zwei Primarschulen ausgeweitet. Eine der größten Herausforderungen sei es, die hohe Ausbildungsqualität dauerhaft zu sichern. „Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle“, lautet Reinhild Wendls Grundsatz, den sie seit Jahren an ihre Schülerinnen weitergibt. Der gute Ruf einer Schule sei ihr wichtigstes Fundament. Viele der jungen Frauen stammen aus armen Verhältnissen und verfügen nur über eine geringe Schulbildung. Exzellente handwerkliche Leistungen mit der Aufnahme besonders benachteiligter Mädchen zu verbinden, sei eine anspruchsvolle Aufgabe. Kontaktadresse für Interessierte: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

 

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