22 Jahre nach seiner Uraufführung kommt Engelbert Obernosterers Stück „Paolo Santonino“, historisch im Oberen Gailtal und in Osttirol verortet, von der Theatergruppe Gailtal zur Wiederaufführung.
Im Jahr 1485 unternimmt der Bischof von Caorle eine Reise nach Kärnten und Osttirol. Es gilt die von den Türken verwüsteten Kirchen neu zu weihen. Sein Berater ist der rechtskundige Humanist Paolo Santonino, der notiert, was er unterwegs sieht, hört und erlebt. Die Aufzeichnungen Santoninos ergaben für Obernosterer ein lebendiges Sittenbild einer Wendezeit mit dem Niedergang des Adels, Bauernaufständen und Krisen von Glaube und Autorität. Vor diesem Hintergrund entwickelte Obernosterer eine dramatische, für die Zeit bezeichnende Geschichte. Erstmals wurde das Stück 2004 anlässlich 950 Jahre Pfarrkirche St. Daniel auf dem Wieserberg bei Dellach im Gailtal aufgeführt, 2024 kam es vor Schloss Möderndorf zu einer erfolgreichen Neuauflage unter der Regie von Werner Wölbitsch, der das Stück heuer weitere vier Mal inszeniert – als Geburtstagsgeschenk für den Literaten Obernosterer, der im Dezember seinen 90er feiert. Zwei Aufführungen gehen vor Schloss Möderndorf bei Hermagor über die Bühne (Freitag, 7. und Samstag, 8. August; zwei in der Spitalskirche Lienz (Donnerstag, 13. und Freitag, 14. August) Beginn: jeweils 20.30 Uhr. Tickets gibt es unter www.santonino.at, www.theatergruppe.at/tickets sowie in den Raiffeisenbanken Hermagor und Kötschach-Mauthen.