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09. Oktober 2026

Mit 16 bereits sensationelle Vizeweltmeisteri­n!

Kailani Friedrich (16) sorgte Anfang September mit ihrem Vizeweltmeistertitel im Kiteboarding für großes Aufsehen. Diesen holte sich die junge Oberkärntnerin beim Highlight ihrer WM-Saison, der FOIL BIG AIR Weltmeisterschaft auf Sylt. Zuvor hatte sie bereits mit einem achten Platz beim BIG AIR auf Mykonos und einem dritten Platz bei der AIR STYLE Weltmeisterschaft in St. Peter-Ording auf sich aufmerksam gemacht. 2025 wechselte Kailani nach mehr als zehn Jahren im Leistungsturnen beziehungsweise in der Sportakrobatik aufs Kiteboard – und legte damit eine beeindruckende Entwicklung hin. Die 16-Jährige lebt mit ihren Eltern Andreas und Jacqueline sowie ihrem kleinen Bruder Kaleo in Pusarnitz.

OVT: Kailani, gerne vorab: Dein Vorname kommt aus dem Hawaiianischen und bedeutet „Himmelsmeer“ beziehungsweise „himmlisches Meer“. Ist man da schon dem eigenen Namen ein wenig verpflichtet?

Kailani Friedrich: Irgendwie passt der Name natürlich schon sehr gut zu mir und auch zum Kiteboarden. Ich glaube aber nicht, dass ich meinem Namen jetzt verpflichtet bin. Für mich ist es einfach schön, dass er zufällig so gut zu meiner Leidenschaft passt und mich immer ein bisschen an das Meer und den Himmel erinnert – genau das, was ich beim Kiteboarding brauche.

Vizeweltmeisterin mit 16 Jahren! Wie hört sich das mittlerweile für dich an? Konntest du es schon richtig realisieren?

Ja, mittlerweile habe ich es schon langsam realisiert, aber gerade am Anfang war alles noch ziemlich überwältigend, und ich konnte es gar nicht richtig glauben. Jetzt bin ich einfach unglaublich stolz und glücklich darüber. Gleichzeitig motiviert mich der Erfolg, 2027 mit noch mehr Können und Energie bei den verschiedenen Wettkämpfen an den Start zu gehen und wieder zu überzeugen.

Wie würdest du unseren Lesern Kiteboarden näher beschreiben?

Kiteboarden ist für mich eine Mischung aus purer Freiheit, Sport und Adrenalin. Dabei wird man von einem Kite über das Wasser und, wenn man möchte, auch hoch in die Luft gezogen. Besonders toll finde ich, dass ich verschiedene Disziplinen ausüben kann – von Big Air und Freestyle bis hin zu Hydrofoil. Dadurch ist der Sport für mich sehr abwechslungsreich. Je nach Bedingungen, die von Spot, Wind und Welle abhängig sind, kann ich unterschiedliche Bereiche trainieren. Ob technisch anspruchsvolle Tricks, hohe Sprünge oder schnelle Sessions – genau diese Vielseitigkeit macht das Kitesurfen für mich so spannend.

Apropos „Vizeweltmeisterin“: Auf Sylt passte letztlich alles – vom Formaufbau über die Bedingungen und das Material bis hin zur mentalen Einstellung. Mit welchen Erwartungen bist du nach deinen bereits tollen Erfolgen in diesem Jahr nach Sylt gefahren?

Ich bin eigentlich ohne großen Druck nach Sylt gefahren, weil es ein Erwachsenenwettkampf war, bei dem die besten Kiter der Welt mit sehr viel Erfahrung an den Start gingen. Mein Ziel war vor allem, mein Bestes zu geben, Spaß zu haben und meine Tricks so gut wie möglich zu landen. Als ich dann im Semifinale merkte, dass ich vielleicht eine Chance auf einen Podestplatz habe, wurde ich schon etwas nervös. Dass am Ende der Vizeweltmeistertitel herausgekommen ist, macht mich natürlich umso glücklicher.

Dein Papa Andreas ist ebenfalls begeisterter Windsurfer. Wie sehr kannst du auf seine Erfahrungswerte zurückgreifen – etwa bei Windverhältnissen oder beim Material?

Mein Papa hat durch das Windsurfen unglaublich viel Erfahrung mit Wind, Wasser und Material. Bei den langen An- und Abreisen zu den Trainingsspots haben wir viel Zeit und sprechen auch ausführlich darüber. Dadurch kann ich sehr von seinen Erfahrungen profitieren. -Gerade bei unterschiedlichen Windbedingungen oder bei der Material-auswahl ist es super, jemanden dabei zu haben, der sich so gut auskennt. Vor allem wenn der Wind Sturmstärke erreicht, kommt es auf Details bei der Einstellung des Materials an, um mit den Bedingungen sicher umgehen zu können. Er ist ein echter „technischer Fuchs“ und weiß genau, was bei Board, Bindung, Finnen, Kite und Leinen eingestellt werden muss, damit es für mich bei den unterschiedlichen Bedingungen gut passt. Manchmal wird aber genau deshalb auch intensiv diskutiert – vor allem, wenn unsere Meinungen einmal etwas auseinandergehen. (lacht)

Wie und wo bereitest du dich auf Rennen vor? Wie sieht dein Training aus? Ist man am Meer, wenn man aus dem Binnenland kommt, vielleicht sogar noch fokussierter?

Mein Training besteht aus einer Mischung aus Wassertraining, Fitness, Technik und mentaler Vorbereitung. Ich reise sehr viel, um möglichst regelmäßig trainieren zu können und die unterschiedlichsten Bedingungen kennenzulernen. Letzten Winter war ich zum Beispiel in Brasilien und auf den Kapverden. Zusätzlich hatte ich Trainingscamps in Frankreich, Griechenland und Ägypten. Wenn ich zu Hause bin, beobachte ich ständig die Windbedingungen für die Obere Adria, den Lago di Santa Croce, Gardasee und Neusiedlersee, um auch in meiner näheren Umgebung möglichst oft aufs Wasser zu kommen. Gerade weil ich nicht direkt am Meer wohne, versuche ich, jede Möglichkeit zum Training zu nutzen. Gleichzeitig muss man lernen, aus jedem Training zu Hause das Beste herauszuholen. Wenn ich dann wieder am Wasser bin, versuche ich, die Trainingszeit optimal zu nutzen und das Erlernte aus dem „Trockentraining“ umzusetzen.

Zum Kiteboarding bist du vom Turnsport gekommen. Gibt es dabei auch Gemeinsamkeiten?

Auf jeden Fall. Durch das Turnen habe ich viel Körpergefühl, Koordination, Beweglichkeit und Kraft entwickelt. Gerade bei neuen technischen Tricks hilft mir das sehr. Beim Kiten ist natürlich vieles anders, aber die Grundlagen aus dem Turnen kann ich trotzdem sehr gut nutzen.

Andererseits: Welchen Wunsch hast du abseits des Sports?

Abseits des Sports möchte ich noch viel von der Welt sehen, neue Länder und Menschen kennenlernen und viele neue Erfahrungen sammeln. Natürlich möchte ich auch meine Schulausbildung erfolgreich abschließen und später berufstätig werden.

Kurz gefragt:

Kailani Friedrich (Pusarnitz)

Kiteboarderin, Leistungssportlerin und Schülerin des Sport BORG Spittal

Sternzeichen: Waage

Ich höre gern (Musik): Eigentlich alles – je nach Stimmung

Lieblingsgetränk: Red Bull

Lieblingsblume: Hibiskus – wie auch in meinem Logo dargestellt

Lebensmotto: „Versuche, das zu machen, was dich glücklich macht, und vermittle deinen positiven
Vibe an deine Umgebung und deine Mitmenschen.“