Lange erwartet wurde die Wiederöffnung des Plöckenpasses. Am 22. Mai kamen Vertreter auf Italien und Österreich auf Einladung der Straßenbaubehörde ANAS zu einer Öffnungsfeier zusammen.
902 Tage – so lange blieb der Plöckenpass mit kurzen Unterbrechungen nach dem Felssturz im Dezember 2023 gesperrt. Am 22. Mai gingen endlich die Baustellengitter auf und die für das Gailtal wichtige Verbindung zum südlichen Nachbar ist wieder gegeben. Die Strecke ist derzeit aber teilweise nur einspurig befahrbar, auf italienischer Seite gilt voraussichtlich bis Ende Juni noch eine Verkehrsführung mit Ampelregelung und wechselseitiger Anhaltung. Die italienische Straßenbaubehörde ANAS lud zu einer kurzen Eröffnungsfeier auf der Passhöhe, zu der neben den Vertretern des Landes Kärnten, wie z. B. Straßenbaureferent LH-Stv. Martin Gruber, Abteilungsleiter Volker Bidmon auch mehrere Bürgermeister und Gemeindefunktionäre der Gailtaler Gemeinden gekommen waren. Mit dabei auch der Osttiroler Osttiroler Tourismus-Chef Franz Theurl, WK-Bezirksstellenleiter Christian Wastian. Von Italienischer Seite waren Regionspräsident Stefano Mazzolini oder die für den Straßenbau in Friaul-Iulisch Venetien zuständige Cristina Amirante vor Ort.
An langfristiger Lösung wird gearbeitet
Seit zwei Jahren arbeitet eine von Gruber und Amirante eingerichtete, bilaterale Arbeitsgruppe an einer langfristig tragfähigen Lösung für die Verbindung zwischen Kärnten und Friaul-Julisch Venetien. Gruber habe dazu intensive Gespräche in Wien und Brüssel geführt, gemeinsam mit Amirante war man auch in Rom beim Infrastrukturministerium. „Wir sind übereingekommen, dass sowohl ein Scheiteltunnel als auch die Alternativtrasse vertiefend geprüft und Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden“, so Gruber. Auch die ANAS, welche für die Straße auf italienischer Seite zuständig ist, werde sich daran beteiligen. Bei geschätzten Baukosten von rund 150 Mio Euro für eine Alternativtrasse und bis zu 530 Mio Euro für einen Scheiteltunnel sei eine Mitfinanzierung durch die nationalen Regierungen bzw. die EU jedenfalls unverzichtbar. Wenn die endgültigen Ergebnisse zu den beiden Varianten vorliegen, sollen die Gespräche mit der österreichischen Bundesregierung und der italienischen Regierung weitergeführt werden.