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26. März 2026

Wenn die Glocken nach Rom fliegen...

„Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom!“ – Dieses geflügelte Wort ist wohl vielen (noch) bekannt. Doch was hat es mit dem Verstummen der Glocken vor Ostern auf sich? Und... was gibt es sonst noch am Osterwochenende?

Schon eine liebe Tradition: Die Schweinsstelzenversteigerung des MGV Seeboden auf dem Wolfsberg. Foto: MGV Seeboden

Über 4.000 Kirchenglocken gibt es in Kärnten – in den rund 1.000 katholischen Kirchen läutet der Großteil dieser, in den rund 100 evangelischen 54 evangelischen Kirchen bimmeln rund 100 Glocken, die im Gegensatz zu den katholischen an den „Heiligen Drei Tagen“ Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag nicht verstummen. Aber warum schweigen die (katholischen) Glocken von Gründonnerstag bis zur Osternacht? Am Gründonnerstagabend gedenken Christen des Letzten Abendmahles und der Gefangennahme Jesu im Garten Getsemani. In Erinnerung an dieses Ereignis verstummen die Kirchenglocken ebenso wie die Messglocken der Ministrantinnen und Ministranten beim Gloria der Gründonnerstagsliturgie. Als Zeichen der Trauer und des „Fastens der Ohren“ bleiben die Glocken dann am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung Jesu, und am Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe stumm. Woher aber der Ausspruch „die Glocken fliegen nach Rom“ kommt, ist hingegen nicht ganz klar. Es gibt mehrere Vermutungen. Die wohl naheliegendste ist jene, dass die Glocken nach Rom fliegen, um sich den Päpstlichen Ostersegen „Urbi et Orbi“ zu holen und dann mit der Osterbotschaft zurückzukehren.

Die „Heiligen Drei Tage“

Mit der Messe des letzten Abendmahls am Gründonnerstag beginnen die „Heiligen Drei Tage“. Der Karfreitag ist der Tag der Kreuzigung und des Todes Jesu und gilt in der Katholischen Kirche neben dem Aschermittwoch als strenger Fasttag. Der Karsamstag gilt als der Tag der Grabesruhe Christi. Am Karsamstag werden während des Tages keine Gottesdienste gefeiert. Besonders beliebt an diesem Tag sind jedoch die Speisensegnungen „Fleischweihe“ als ideale Vorbereitung auf die Osterjause.

Kugelrollen und Schweinshaxen-Versteigerung

Neben dem Kirchlichen, haben sich in Oberkärnten auch einige schöne Oster-Traditionen herausgebildet. Am Ostersamstag treffen sich z. B. die Männer in Wirlsdorf (Marktgemeinde Seeboden) zum Kugelrollen beim Mörtlbauerhof (13 Uhr). Gäste und Zuschauer sind gerne gesehen. Am Ostermontag geht es vor der Kirche St. Wolfgang am Wolfsberg (auch Seeboden) an die Schweinsstelzenversteigerung mit dem MGV Seeboden (ca. 11 Uhr), zuvor sind die Manda beim Ostermontags-Gottesdienst vor Ort zu hören. Nach der Stelzenversteigerung geht es ans Eierpecken mit Musik und Unterhaltung. Auch schon ein Fixtermin am verlängerten Osterwochenende ist der Oster-Flohmarkt bei der Burg Sommeregg (Beginn 9 Uhr). In Spittal wird am Gründonnerstag der traditionelle Ostermarkt abgehalten, wo rund 40 Standler alles für die Osterjause parat haben. Nicht vergessen: Am Mittwoch, 1. April geht das Osterpicknick im Spittaler Stadtpark über die Bühne (14 Uhr, bei Schlechtwetter im Schlossinnenhof).

 

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