Kommt man in die Nähe von Waidegg (Marktgemeinde Kirchbach), sieht man schon die blauen Stahlbögen der neuen Gailbrücke. Es ist die Waidegger Brücke, die am 18. September 2026 feierlich eröffnet wurde und nun die parallel errichtete Behelfsbrücke ersetzt.
Von Karl Brunner
Die Brücke wurde neu gebaut, nachdem es beim Hochwasser 2018 hier zum Dammbruch und zu Überflutungen von Rattendorf gekommen war. Diese neue und pfeilerlose Brücke ist Teil des Hochwasserschutz-Programmes, das im Bereich Rattendorf – Waidegg drei Bauabschnitte umfasst und Kosten mit insgesamt 14 Mio. Euro umfasst. Der dritte und letzte Bauabschnitt ist mit der Sanierung des linksufrigen Gaildammes zw. Waidegg und Jenig im Gange (bis 2029; Kosten 6 Mio. Euro). Kirchbachs Bürgermeister Markus Salcher betonte die Bedeutung dieser gelungenen Brücke, die auch einen enormen Einsatz im Vorfeld abverlangte. Er dankte alle Beteiligten, von den Bauarbeitern über die Wasserwirtschaft, dem Land und Bund, allen Behörden und der Bevölkerung. In 18 Jahren sind in der Gemeinde vier neue Gailbrücken (von Gundersheim bis Waidegg) gebaut worden. DI Hannes Poglitsch (Wasserwirtschaft Hermagor) – gerne als „Gailbauleiter“ tituliert - sprach zur Geschichte der Vorgänger-Brücke; die Verklausung aufgrund der Pfeiler war ein Problem, die neue Brücke ist pfeilerlos. Ministerialrat Martin Wenk hob den großen Zusammenhalt und die Kooperation aller Mitwirkenden hervor, ein beeindruckendes Miteinander. Projektleiter DI Adam Kronhofer (Wasserbau) und Planer Dr. Hartmut Stranner erläuterten technische Details des 1,3 Mio. teuren Brückenbauwerkes, das vom Generalunternehmer Seiwald Bau errichtet wurde, den Stahlbau machte die Firma Urbas.
Enge Zusammenarbeit
„Die Brücke steht für Kooperation“, unterstrich auch BH Dr. Heinz Pansi. Dank an alle gab es auch von der zuständigen Landesrätin (Wasserwirtschaft, Umwelt, Gemeinden), Marika Lagger-Pöllinger. Sie wisse, was das schreckliche Hochwasser für Gemeinde und Bevölkerung bedeutet habe. Die Gemeinde sei nun aber geschickt darin, die nötigen Förderungen abzuholen. Die Landespolitikerin setzte eine schöne Geste, indem sie den Geschenkkorb, den sie vom Bürgermeister erhielt, auch gleich an den ältesten Anwesenden, Christian Kandutsch, weiterschenkte. Kandutsch sagte, es brauche heute mehr denn je Brückenbauer. Die Trachtenmusikkapelle Alpenrose Waidegg spielte auf, auch die Kindergartenkinder und Volksschulkinder gestalteten das Fest mit. Für das leibliche Wohl wurde auch bestens gesorgt. Unter den vielen Gästen waren u.a. Stephan Schober (Wasserwirtschaft Land Kärnten), LA. Bgm. Ronny Rull (St. Stefan), Stadtrat Hannes Burgstaller (Hermagor), Bgm. Johannes Lenzhofer (Dellach), die beiden Kirchbacher Altbürgermeister Christof Buchacher und Hermann Jantschgi und Bauunternehmer Christian Seiwald. Die blaue Gailbrücke (wie auch die zuvor gebauten) ist ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk, hier im Besonderen „für die Sicherheit für Waidegg und Rattendorf“. Der klare Wunsch aller: Brücken mögen weiterhin Menschen verbinden und schützen und ihre „Lebensdauer“ möge möglichst lange erhalten bleiben.