Das 11. Mölltaler Geschichtenfestival fand mit der Verleihung der „Mölltaler SchreibAdern“ im VAZ Möllbrücke seinen Höhepunkt. Die besten rund 430 eingesendeten Kurzgeschichten aus den deutschsprachigen Raum – und teils darüber hinaus - wurden von Publikum und Fachjury ausgezeichnet.
„Literatur lehrt uns Perspektive. Wir verbringen Stunden im Bewusstsein anderer Menschen. Wir sehen die Welt durch eine Figur, deren Herkunft, Alter, Geschlecht, Moral oder Lebensumstände mit unseren eigenen nichts zu tun haben. Die Literatur verlangt nicht von uns, dass wir dem zustimmen, sondern nur, dass wir diese andere Perspektive, diese Widersprüche, für eine Weile aushalten. Das ist die anspruchsvollste Form der Empathie!", sagt Bestsellerautorin Vea Kaiser in ihrer Eröffnung der Preisverleihung des 11. Mölltaler Geschichten Festivals. „ Literatur ist ein Zauberkunstwerk, das aus etwas vollkommen Privatem etwas Gemeinsames macht, und das das Mölltaler Geschichten Festival zu etwas so Besonderem." Hier begegnen Schreibende ihren Leserinnen und Lesern, hier sprechen wir über Texte, manchmal streiten wir auch, und hier wird jedes Jahr daran erinnert, was Literatur kann."
Prominente Unterstützer
Die Leiterin der Fachjury und ihre Kolleginnen und Kollegen - die Münchner Literaturagentin Anna Jung, der Kulturmanager Igor Pucker, die Wiener Buchhändlerin Helena Prinz und der Schweizer Literaturhausleiter Gallus Frei - haben gemeinsam drei Kurzgeschichten zum Thema „grenzenlos" prämiert. Der 1. Platz und der Literaturpreis des Landes Kärnten für Kurzgeschichten ging an die Geschichte "ZwischenGrenzen" von Elisabeth Grossfurtner. Auf Platz 2 schaffte es Valerie Marie Springer mit "Der Busfahrer raucht erst hinter der Grenze". Die Geschichte „Heidi“ von Kerstin Kugler reihte die Jury auf Platz 3 der besten eingesendeten Kurzgeschichten 2026. Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger überreichte in Vertretung von Kulturreferenten Gaby Schaunig und dem Landeshauptmann die Urkunde des Literaturpreises des Landes Kärnten für Kurzgeschichten" an Elisabeth Grossfurtner. Anwesend waren auch Bürgermeister Gerald Preimel, Bezirkshauptmann Markus Lerch, die Nationalparkdirektorin Barbara Pucker, ProMölltal-Obfrau Sabine Seidler, Josef Steiner von der Raiffeisenbank Großglockner-Weißensee und die langjährige Unterstützerin des Festivals, Sara Schaar.
Publikums – bis Nachwuchspreise
Gewürdigt wurden noch weitere drei Preiskategorien: Die Fachjury wählte auch die drei besten Geschichten von Autoren, die aus dem Mölltal stammen und vergab drei „Mölltaler Preise“. Das Publikum kürte bei den Lesungen seinen Favoriten im „Publikumspreis“. Und auch die Nachwuchsautorinnen und -autoren (bis zum Ende der 8. Schulstufe) brillierten heuer mit besonders eindrücklichen und hervorragend geschriebenen Erzählungen (Siehe Auflistung).
Preis der Fachjury:
Literaturpreis des Landes Kärnten für Kurzgeschichten/ Fachjury 1. Platz: "ZwischenGrenzen" von Elisabeth Grossfurtner
Eine bittersüße Geschichte über Muttersprache, eine Mutter aus einem fernen Land und selbstauferlegter Grenzen.
Fachjury Platz 2: "Der Busfahrer raucht erst hinter der Grenze" von Valerie Marie Springer
Man steigt in einen Bus und landet am ganz falschen Ort. Das kann sich als richtig erweisen.
Fachjury Platz 3: "Hedi" von Kerstin Kugler
Zwei Freundinnen wollen die entfremdete Tochter der einen retten. Was kann da noch schiefgehen…
Publikumspreis:
1. Platz: „Das Klatschmohnkleid“ von Monika Sturm
An der ehemaligne Grenze zu Ostdeutschland schimmert immer noch die Sehnsucht nach Freiheit..
2. Platz: „Der Homo Mölltarius“ von Thomas Osternig
Was passiert, wenn ein Mölltaler die Mölltaler Grenzen austestet.
3. Platz: „Vierertisch“ von Ulrike Eggert
Ein Zug, ein Abteil, 4 Menschen, die nicht unterschiedlicher sein können, und sehr leckere Maultaschen
Mölltaler Preis
1. Platz: "Die Schaufel" von Angelika Mosch
Eine gespenstische Geschichte einer entnervten Frau, die sich ihrer Last entledigen will.
2. Platz: "Das Dorf am Ende des Horizonts" von Johannes Sepperer
Vom Nachwuchswettbewerb: Ein Junge kann seine beste Freundin aus dem Nebel retten, weil er erkennt, dass Strukturen dafür nötig sind.
3. Platz: "Abseits der Zeit" von Sabrina Straner
Eine Mure löscht ein Dorf aus. Die Erinnerungen leben weiter.
Nachwuchspreis:
1. Platz: „Fünf Uhr neunundfünfzig“ von Milena Sedlan
Ein Kind beschliesst, sich nicht mehr stressen zu lassen
2. Platz: „Das Dorf, am Ende des Horizonts“ von Johannes Sepperer
Ein Junge kann seine beste Freundin aus dem Nebel retten, weil er erkennt, dass Strukturen nötig sind.
3. Platz: „Die Linie im Gras“ von Elisa Gallerach
Die Hirsche im Wald erinnern sich noch, welche Grenze sie nicht überschreiten dürfen, auch wenn sie sie nicht mehr gibt.
Kurzgeschichten in Buchform erschienen
Das internationale, zeitgenössische Kurzgeschichten-Festival, ein Projekt von ProMölltal und den 12 Mölltaler Gemeinden, widmete sich heuer dem Thema „grenzenlos" und erhielt dazu 434 Einsendungen aus 17 Ländern. Eine Vorauswahljury wählte die besten Erzählungen für die Lesungen aus, die in Mörtschach, Mallnitz, Winklern und Rangersdorf stattfanden. Der Verlag Mohorjeva-Hermagoras hat am Tag der Preisverleihung die Anthologie „Grenzenlos", mit 33 der besten Geschichten des Festivals, herausgegeben.