Die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen hat eine Petition aufgelegt, laut derer der Plöckenpass als „bedeutende Verbindung zwischen Österreich und Italien“ in die Zuständigkeit des Bundes aufgenommen werden soll. Der Grenzübergang ist aktuell wieder aufgrund von Bauarbeiten zwei Wochen lang gesperrt.
Die Petition ist seit 19. Oktober auf der Homepage koetschach-mauthen.gv.at aufgeschlagen. Zeitgleich mit einer neuerlichen Sperre der Passverbindung zu Italien habe man „Konsequenzen gezogen“, heißt es dort. Die Petition wurde offiziell von der Marktgemeinde, bzw. dem Gemeindevorstand abgefasst. Im Text heißt es weiter, der Pass sei immer wieder von Sperren und Einschränkungen betroffen. Die Verbindung sei für Wirtschaft und Menschen in der Region unverzichtbar. Das Land Kärnten habe bereits Verantwortung übernommen und mehrere Varianten für eine sichere, dauerhafte Verbindung untersucht, könne aber ein Projekt dieser Größenordnung nicht alleine umsetzen. Deshalb sei der Bund gefordert, die Petition richtet sich an die Bundesregierung. Die Petition liegt noch fünf Monate auf („openpetition.org“), bis Redaktionsschluss wurden erst knapp 400 Unterschriften erreicht.
Bund soll sich seiner „Verpflichtung erinnern“
Nicht die aktuelle Sperre sei Anlass für die Petition gewesen, „das Thema ist seit drei Jahren sehr aktuell. Obwohl die Straße mehr oder weniger fertig ist, wissen wir nicht, wie es weitergeht. Deshalb pochen wir auf eine nachhaltige Lösung“, sagt Kötschach-Mauthens Bürgermeister Josef Zoppoth. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde die Petition auf Initiative der ÖVP und mit der Zustimmung der SPÖ beschlossen. Ein Schreiben erging zusätzlich an die zuständigen Ministerien. „Wir wollen, dass die Straße in das Bundesplanungsgebiet mit aufgenommen wird“, erklärt Zoppoth. Der Bund solle sich seiner „Verpflichtung“ erinnern, besonders, weil es sich um einen zwischenstaatlichen Übergang handelt. Wenn ein Tunnel gebaut wird, brauche es auch einen weiter ausgreifenden Planungsraum. Ein möglicher Scheiteltunnel ist besonders auf italienischer Seite ein Thema. 28 Bürgermeister angrenzender Gemeinden haben sich dafür im Vorjahr ausgesprochen. Auch die Gemeinden des Gailtals stehen dem positiv gegenüber. Ein möglicher 3,5 bis 4 km langer Tunnel würde laut Machbarkeitsstudie einer österreichisch-italienischen Arbeitsgruppe, die von Straßenbaureferent Martin Gruber mit-angeregt wurde, rund 500 Mio Euro kosten und eine Bauzeit von 4 Jahren beanspruchen. Da der Pass keine vorrangige transeuropäische Verkehrsader sei, wäre auch eine EU-Förderung schwierig.
Plöckenpass für zwei Wochen gesperrt
Ab dem Nationalfeiertag ist der Plöckenpass erneut für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Sperre soll bis 6. November andauern. Für die Gailtaler Wirtschaft ist dies laut „Plöcken-Netzwerker“ Ingo Ortner ein Problem. In einer Aussendung (ploeckenpass.at) verdeutlichte er, dass sich die Sperren seit dem Felssturz kontinuierlich dahinziehen. 2024 war der Pass ganzjährig gesperrt, im Folgejahr 2025 über sechs Monate hinweg. Im heurigen Jahr konnte er bereits über vier Monate nicht genutzt werden, bzw. war weitere drei Monate während einer Teilöffnung nur eingeschränkt nutzbar. Knapp drei Monate war der Plöckenpass heuer uneingeschränkt befahrbar.