Wer macht den besten Almkäse? Der Verein Gailtaler Almkäse g.U. mit Obfrau Elisabeth Buchacher lädt zur Internationalen Almkäseprämierung (mit Beteiligung italienischer Almkäse-Partner) am 10. Jänner in den Rathaussaal von Kötschach-Mauthen. Anschließend folgt mit dem Bauernball ein festliches Ereignis.
Von Karl Brunner
Der Gailtaler Almkäse g. U. ist nicht irgendein Käse. Er ist mehr als das Produkt traditionellen Handwerks mit geschützter Herkunft (von 13 Gailtaler Almen). Er zählt zu den ältesten Almkäsesorten Österreichs und wird nur während der Almzeit von rund 90 bis 100 Tagen während der Sommermonate direkt auf der Alm hergestellt. Grundlage ist die Milch von Kühen, die von verschiedenen kleinstrukturierten bäuerlichen Betrieben aus dem Gailtal stammen. Elisabeth Buchacher aus Rattendorf/Gailtal, aufgewachsen auf einem Bergbauernhof, war stets eine Natur- und Tierliebhaberin und ist längst auch eine erfahrene Käsespezialistin. Sie ist nun im zweiten Jahr auch Obfrau des Vereins Gailtaler Almkäse g. U. und mit ihr ist wohl auch erstmals eine (Ob-)Frau an der Spitze dieser Gemeinschaft. Obfrau Buchacher sagt, dass die Almkäserei auf den Gailtaler Almen schon zur Mitte des 14. Jhts. nachgewiesen wurde und somit schon seit 650 Jahren besteht. Buchacher ist begeisterte Bäuerin und Käseproduzentin. Sie stellt im Sommer selbst Almkäse her, seit über zwanzig Jahren ist sie engagierte Sennerin, zuerst auf der Achornacher Alm, dann viele Jahre auf der Egger Alm und seit fünf Jahren auf der Watschiger Alm. Hier betreut sie rund 50 Kühe, die täglich zweimal gemolken und deren Rohmilch hier zu Käse verarbeitet wird. Neben frischer Milch fallen als weitere Produkte auch Molke, Butter und Schoten an. Sie versteht es, das ganze Procedere der Käseherstellung auch für Laien gut zu erklären.
Wissen und Gespür
Die Käsesennerinnen und Käsesenner brechen Jahr für Jahr auf die Alm auf, um diese jahrhundertealte Tradition fortzuführen. Ihr Alltag ist geprägt von Fleiß und großer Achtsamkeit gegenüber den Tieren. Sie stellen nicht nur den bekannten Käse her, sondern erhalten die Almen und schaffen ein nachhaltiges, regionales Produkt. Der Umgang mit Milch und Tier verlangt Wissen, Erfahrung, Verbundenheit sowie auch viel Gespür und Fingerspitzengefühl. Die Sennerarbeit ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, geprägt von der Natur, Wetter und den Eigenheiten der Tiere. Der Geschmack des Gailtaler Almkäses variiert von Alm zu Alm. Faktoren wie Höhenlage, Kräuterzusammensetzung, Wetterverlauf und das handwerkliche Können des Käsers prägen sein Aroma. Der Gailtaler Almkäse g.U. spiegelt auch den Rhythmus der Natur und der bäuerlichen Kulturlandschaft wider. Die Obfrau freut sich mit den Almbauern und allen Gailtaler Käsefreunden auch über die hohe Auszeichnung, die es im September 2025 gab: der Almkäse erhielt das begehrte Prädikat Slowfood Presidio verliehen und wurde auch als Erbe der Region, als Symbol für die kulturelle Identität und Umweltbewusstsein gewürdigt.
Prämierung, Bauernball
Am 10. Jänner tut sich viel im Rathaussaal von Kötschach-Mauthen. Mit der Eröffnung um 15.30 Uhr beginnt die Almkäse Verkostung und Publikumsbewertung mit Musik, Speis und Getränke. Um 19.30 Uhr beginnt der offizielle Teil mit Ansprachen und Bekanntgabe des Gewinners. Anschließend folgt der Bauernball (mit viel Programm). Der Bauernbund Bezirk Hermagor und Verein Gailtaler Almkäse g.U. laden herzlich ein. Sogar ein kostenloser Shuttlebus verkehrt zwischen Maria Luggau und St. Paul im Gailtal.