Skip to main content
29. April 2026

Größter Waldbrand in Kärnten

Es war der vierte Waldbrand in Kärnten in diesem Jahr und mit einer Fläche von rund 110 Hektar zwischen Lorenzen/Xaveriberg und Maria Luggau/Promeggen der größte Waldbrand Kärntens. Die Einsatzkräfte leisteten Enormes, gingen an ihre Leistungsgrenzen, um die Brandbekämpfung im sehr steilen, schwer zugänglichen Gelände - angesichts sehr ungünstiger bzw. verschärfender Bedingungen wie Dunkelheit, Wind, Trockenheit und Hitze - durchführen zu können.

Von Karl Brunner

Einsatzleiter Gerd Guggenberger hatte die Verantwortung beim größten Waldbrand Kärntens. Foto: BfKdo

Eine gewaltige Herausforderung und Leistung aller. 36 Feuerwehren (aus Kärnten und Osttirol, mit Unterstützung von Gerätschaften aus anderen Bundesländern) mit rund 360 Leuten waren im Einsatz. Nachdem der Brand, am Donnerstag (23. April, 21.21 Uhr) ausgebrochen war, wurden die Krisenstäbe hochgefahren, um so rasch wie möglich den Brand eingrenzen und unter Kontrolle zu bringen, weiter gingen die intensiven Löscharbeiten dann mit Unterstützung von sieben Hubschraubern, die tonnenweise das Löschwasser punktgenau abwarfen (nach wenigen Tagen waren es schon über 1 Mio. Liter). Schließlich galt der Kampf den zahlreichen weit verstreuten Glutnestern, um deren Aufflammen und damit neue Brandgefahr zu verhindern. Die Straße B 111 zwischen St. Lorenzen und Luggau musste gesperrt werden.

Hilfe aus halb Kärnten

Einsatzleiter vor Ort war Gerd Guggenberger. Leiter des behördlichen Einsatzstabes war Bezirkshauptmann Dr. Heinz Pansi, der „das Konzert der Zusammenarbeit“ lobend hervorhob. Es ist gelungen, Gefahren für Leib und Leben abzuwehren. Auch LH Daniel Fellner machte sich persönlich vor Ort ein Bild und appellierte an die Arbeitgeber, die Feuerwehrleute in den Einsatz gehen zu lassen. Der Bund werde die anfallenden Kosten für den Einsatz übernehmen, das Land könne die Mittel vorstrecken, so Fellner. Auch die KAT-Züge (Katastrophenhilfszüge) aus Spittal, St. Veit, Feldkirchen und Klagenfurt sind zur Unterstützung gekommen. Rund 250 Männer und Frauen arbeiten auf dem Xaveriberg. Ein ungemein kräfteraubender Einsatz, eine Knochenarbeit der „Bodentruppen“.

Weiter optimieren

Allen Einsatzkräften, den vielen Feuerwehren und Katastrophenschutzzügen (samt der Unterstützung mit Gerätschaften aus anderen Bundesländern), Behörden, Gemeinde Lesachtal mit Bgm. Bernhard Knotz, Bundesheer, Piloten, Flughelfern, Polizei, Rotes Kreuz, Bergrettung wurde gedankt. Landesfeuerwehrkommandant Ing. Rudolf Robin sagte, die Abarbeitung ist schulbuchmäßig erfolgt. Die Feuerwehrleute und die Kat-Züge, die speziell auch auf Waldbrandbekämpfung ausgebildet sind, besitzen das erforderliche Expertenwissen. Da Großschadensereignisse leider viel öfter als früher auftreten, seien entsprechende Schulungen von größter Wichtigkeit. Der Landesfeuerwehrverband schaffe dafür die entsprechenden Voraussetzungen. Auch die Nacharbeit nach einem Brand sei umfangreich, es gehe dabei um Erhebungen, mögliche Entschädigungen, Nachbeschaffungen usw. „Es wird wieder gelernt, um weiter optimieren zu können“, so Robin. Leider hat das Lesachtal große Schadensereignisse in den letzten Jahren gehabt: Enorme Schadholzmengen durch Sturmschäden und Borkenkäferbefall. Eines zeigen die bedrohlichen Großschadensereignisse: Menschliches Know-how und moderne Technik (Hubschrauber, große Wassertanks, usw.), hervorragende Kooperation und interne Koordination und vor allem das so breite freiwillige tatkräftige Engagement und die Hilfsbereitschaft sind sehr beeindruckend und verdienen größte Bewunderung.

 

Kommentar verfassen

Sie können nun auf das Kommentar von "Some User" antworten.