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18. Juni 2026

Die Rückkehr des Wassers wird gefeiert

Der Mühlbach in Hermagor ist ein Kleinod, für das es sich zu kämpfen lohnte, dachte sich die Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ vor rund sechs Jahren. Der Erfolg gab ihnen recht.

Musiker, Autoren, Schüler sowie zahlreiche weitere Kulturschaffende setzten sich bei 2001 bei einer Kunst/Protestaktion für den Erhalt des Mühlbaches ein. Im Bild: Anita Wiegele, Inge Lasser und Barbara Ambrusch-Rapp mit Wiegeles Kunstbeitrag für den Mühlbach (im Juni 2021).

Der Mühlbach, eine Ausleitung vom Gösseringbach, gehört seit vielen Jahrzehnten zum Ortsbild von Hermagor. Einst trieb er Mühlen und Kraftwerk an, vor sieben Jahren war er aufgrund einer vertrackten wasserrechtlichen Situation und eines gescheiterten Kraftwerksprojektes so gut wie ausgetrocknet. Dass jemals wieder Wasser fließen würde, galt damals als unwahrscheinlich. 2019 versiegte der Mühlbach schließlich zur Gänze. Fische und andere Wasserlebewesen verschwanden, das trockene Bachbett begann zuzuwachsen. Doch damit wollte es eine Bürgerinitiative „Rettet den Mühlbach“ im Jahr 2021 nicht bewenden lassen. Man stellte sich auf die Hinterbeine, redete mit den Verantwortlichen, der Stadtgemeinde, betrieb Netzwerk- und Pressearbeit und machte so auf die Bedeutung des Gewässers mitten in Hermagor aufmerksam. „Eine Bürgerin stellte am trockenen Bachbett ein Schild mit der Aufschrift ‚Wir trauern um den Mühlbach‘ auf und schmückte die Stelle mit Blumen und Kerzen. Andere Menschen beteiligten sich mit Kunstwerken, Fotografien, Literatur, Musik, Kompositionen, Online-Projekten oder Aktionen wie den ‚Bunten Steinen für den Mühlbach‘“, erinnert sich Lygia Simetzberger von der BI.

Lösung durch Fischaufstiegshilfe

Einen besonderen Höhepunkt bildeten die Kunst- und Kulturprojekte. Weit über hundert Künstler, Musiker, Autoren, Schüler sowie zahlreiche weitere Kulturschaffende beteiligten sich im Sommer 2021 an den Projekten „PRO Mühlbach" und „Botschaften an den Mühlbach". Unter den Mitwirkenden befanden sich auch zahlreiche bekannte Kunst- und Kulturschaffende aus Kärnten und darüber hinaus. Die (Er)Lösung kam schließlich mit der Errichtung einer Fischaufstiegshilfe im Bereich des Gösseringgrabens. Durch die Bauarbeiten ergab sich eine Möglichkeit, den Mühlbach wieder mit Wasser zu versorgen. Im Oktober des vergangenen Jahres floss erstmals wieder Wasser durch den Mühlbach.

Feier im Schützenpark

Der Erfolg wird am 1. Juli, um 15 Uhr, in einem kleinen Mühlbachfest im Schützenpark gefeiert, für die Musik sorgt „Buzgi“ Michael Buchacher, Eintritt frei. Ein offizieller Teil wird Gelegenheit bieten, auf die Geschichte des Mühlbachs und die Ereignisse der vergangenen Jahre zurückzublicken. Zugleich sollen die Leistungen vieler Mitwirkender gewürdigt werden. Die Bürgerinitiative arbeitet darüber hinaus an weiteren Projekten zur Dokumentation und Erinnerung an die Geschichte des Mühlbachs. Dazu zählt auch die Vorbereitung einer Gedenktafel, deren Umsetzung sich derzeit noch in Abstimmung befindet.

 

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