Sonnenschein, Brauchtum, Volkskultur, Kulinarik und g'mütliche Leut: So präsentierte sich der erste Tag des 28. Gailtaler Käsefestes in Kötschach-Mauthen. Einer der Höhepunkte des traditionsreichen Kulinarikfestes war der offizielle Anschnitt des Gailtaler Almkäses g. U. – und die Ernennung der neuen Käsebotschafterin. Diese heißt heuer Lea Rieder, kommt aus Reisach und wird ein Jahr lang die Gailtaler Käsekultur nach außen tragen.
Am Sonntag, 27. September, geht das Gailtaler Käsefest weiter – unter anderem mit einem zünftigen Radio-Osttirol-Live-Frühschoppen vor und im Rathaus.
Brauchtumsumzug zum Auftakt
Den großen Brauchtumsumzug zum Start des Käsefestivals muss man gesehen haben. Sämtliche Vereine und Gruppierungen der Obergailtaler Marktgemeinde waren auf den Beinen. Diesmal setzte sich der Zug mitten in Kötschach in Bewegung – der Ausgangspunkt wird jedes Jahr gewechselt. Bezirksjägermeister Raphael Gressl führte gekonnt durch den Umzug, stellte die einzelnen Vereine vor und unterhielt die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Aber am besten lassen wir hier die Bilder sprechen ...
Markt der Genüsse
56 Aussteller aus der Region, aus Italien und sogar aus Vorarlberg sind rund um das Rathaus von Kötschach-Mauthen vertreten. Hauptdarsteller ist natürlich der Käse – allen voran der Gailtaler Almkäse g. U., der auf den zwölf Gailtaler Käsealmen produziert wird. Doch auch die Käsespezialitäten der italienischen Nachbarn müssen sich keineswegs verstecken.
Für kulinarische Genüsse ist ebenfalls bestens gesorgt: Gailtaler Frigga, Bratwürstl, Koteletts und Vorarlberger Kasknöpfli stehen ebenso auf dem Programm wie die Spezialitäten von Gefat's Grillstation. Dort sorgen Wagyu-Burger, Steaks und Pulled Pork für lange Schlangen.
Gut besucht ist auch der „Marktplatz des guten Geschmacks" mit zahlreichen Slow-Food-Ständen aus der Region. Dort gibt es unter anderem das originale Lesachtaler Brot zu kaufen. Auch Lissis „kuhles Bauerneis" und die Karnische Gebirgsaronia sind vertreten.
Lea Rieder ist neue Käsebotschafterin
Beim traditionellen Käseanschnitt, der diesmal im Festsaal des Rathauses stattfand, wurde auch die neue Käsebotschafterin vorgestellt. „Eigentlich ist es eine Käsekönigin", rückte Obfrau Elisabeth Buchacher die Bedeutung dieses besonderen Amtes ins rechte Licht. Die Käsebotschafterin repräsentiert ein Jahr lang die Gailtaler Käsekultur und trägt sie nach außen. Mit Lea Rieder aus Reisach übernimmt heuer eine besonders engagierte junge Gailtalerin diese Aufgabe. Die Absolventin der LLA Lienz verbrachte einen gesamten Almsommer als Praktikantin auf der Tröpolacher Alm und kennt damit das Leben und Arbeiten auf der Alm aus erster Hand. Die bisherige Käsebotschafterin Sara Hohenwarter übergab das Zepter an ihre Nachfolgerin. „Gekrönt" wurde Lea von Obfrau Elisabeth Buchacher. Auch Sara Hohenwarter hatte noch einen persönlichen Rat für ihre Nachfolgerin: „Es war sehr schön. Ich habe viele interessante Leute getroffen. Also Lea: keine Angst vor dem Jahr. Es ist wirklich geil!" Damit ist Lea Rieder offiziell in ihr Amtsjahr als neue Käsebotschafterin gestartet.
Zahlreiche Ehrengäste
Unter den Ehrengästen durfte „Hausherr" Bürgermeister Josef Zoppoth zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft begrüßen. Mit dabei waren unter anderem die Bürgermeister Markus Salcher (Kirchbach) und Bernhard Knotz (Lesachtal), der ehemalige Bürgermeister der Marktgemeinde, Walter Hartlieb, Nationalratsabgeordnete Tina Angela Berger, der 2. Kärntner Landtagspräsident Christoph Staudacher, Luca Burgstaller mit Gattin sowie Vizebürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Christina Patterer-Burgstaller. Ebenfalls zu Gast waren der Lesachtaler Vizebürgermeister Gerald Kubin, Stadtrat Burgstaller aus Hermagor, NLW-Chef Markus Brandstätter, Kärntnermilch-Verkaufsleiter Harald Steinberger, Landwirtschaftskammervorstand Hermann Schluder mit Gattin Irmgard sowie der Gailtaler Kammerrat Mathias Themeßl in Vertretung von Bezirksobfrau Kathrin Unterweger. Gesichtet wurden außerdem Norbert Jank, Eismeister a. D. vom Weißensee, sowie der ehemalige Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule Litzlhof, Josef Huber, und viele weitere Gäste.
240 Milchkühe, zwölf Almen und 40 Tonnen Almkäse
Welche Leistung hinter dem Gailtaler Almkäse steckt, machte Obfrau Elisabeth Buchacher deutlich. Auf den zwölf Gailtaler Almen verbringen rund 240 Milchkühe den Sommer. Dabei entstehen rund 40 Tonnen Almkäse. „Im Gailtaler Almkäse steckt ein ganzer Almsommer mit allen Höhen und Tiefen und Herausforderungen, den die Sennerinnen und Almbäuerinnen wieder gemeistert haben. Die Natur stellt uns vor Grenzen – Hitze, Trockenheit. Der gesamte Erfahrungsschatz wurde eingesetzt und der Almsommer gut gemeistert, um auch den Almsommer 2026 wieder zu einem erfolgreichen zu machen", so Buchacher.
Am Sonntag: Käsefest, Teil 2
Am Sonntag, 27. September, wird in Kötschach-Mauthen weitergefeiert. Der Tag beginnt um 9 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst im Festsaal des Rathauses. Ab 11 Uhr lädt Radio Osttirol zum Live-Frühschoppen vor und im Rathaus. Für musikalische Unterhaltung sorgen die Musikkapelle Huben aus dem Ötztal, der Männerchor Zwickenberg und anschließend das Trio Musischwung aus Salzburg.
Programm am Sonntag, 27. September
9 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst im Festsaal des Rathauses
11 Uhr: Radio Osttirol Live-Frühschoppen mit der Musikkapelle Huben aus dem Ötztal, dem Männerchor Zwickenberg und dem Trio Musischwung aus Salzburg.