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19. Februar 2026

Anna Obernosterer, Graz/St.Lorenzen (Frohn): Teamarbeit für Menschen in Not

Die Lesachtalerin Anna Obernosterer ist die organisatorische Leiterin der Marienambulanz in Graz. Eine besondere Einrichtung, die täglich vielen Menschen in Not hilft und sie unterstützt. Für Anna ist diese Arbeit bereichernd und auch hoch interessant.

Von Karl Brunner

Mag. Anna Obernosterer, engagierte Leiterin der Marienambulanz Graz. Foto: privat

Anna Obernosterer kommt aus Frohn bei St. Lorenzen im Lesachtal. Seit über fünf Jahren ist sie organisatorische Leiterin dieser Ambulanz der steirischen Caritas (die ärztliche Leitung liegt bei Dr. Irene Holzer). Es ist eine medizinische Einrichtung für Menschen ohne Krankenversicherung und auch für versicherte Menschen mit erschwertem Zugang zum Gesundheitssystem. Mehr noch: das tägliche Bemühen geht dahin, rasche und unbürokratische medizinische und soziale Primärversorgung zu gewährleisten. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen in Not gerate Menschen. „Im letzten Jahr kamen über 2.200 Personen, aus Österreich und aus aller Welt, die versorgt bzw. betreut wurden. Viele von ihnen waren geflüchtet, ohne soziale Absicherung oder ohne Krankenversicherung. Hier erhalten die Notleidenden kostenlos medizinische Behandlung und Medikamente. Im angeschlossenen Marienstüberl werden Mahlzeiten ausgegeben. Jeder ist willkommen, unabhängig von Herkunft, Lebenslage oder Vergangenheit“, erklärt Obernosterer in ihrer freundlich-sympathischen Art. Ein Leiterin mit großer sozialer Empathie. Das Marienstüberl ist Begegnungsstätte und die Essensausgabe dort hat auch wochenends immer geöffnet, ebenso Notschlafstellen.

Viele Kooperationen

Die Marienambulanz – es gibt sie seit 26 Jahren - ist ein besonderer Ort, an dem flexible und kompetente Teamarbeit geleistet wird. Ein Ort der Versorgung, Begleitung und Beratung, ein Ort der Arbeit am Schnittpunkt von Sozialwesen und Gesundheit. Und alles ist sicher auch mit viel Anstrengung und Mühe verbunden. Rund drei Viertel (!) der insgesamt 54 Mitarbeiter/innen arbeiten ehrenamtlich. Es sind pensionierte Ärzte und Ärztinnen, medizinische Fachkräfte und Therapeutinnen. So gibt es einmal pro Woche auch Zahnbehandlung für nicht Versicherte, durchgeführt von Zahnärzten, die ehrenamtlich tätig sind. „Ohne Ehrenamt könnte das alles nicht geleistet werden“, freut sich Obernosterer über das große freiwillige Engagement. Es gibt auch einen Ambulanzbus, mit dem einmal pro Woche ausgefahren und an öffentlichen Plätzen in Graz kranke Menschen behandelt werden. Nur eines von vielen Beispielen: Durch Krankheit wurde ein Mann wohnungslos und arbeitsunfähig. Er kommt seit zwei Jahren zur Wundversorgung und erhält sozialarbeiterische Begleitung. Seine Gesundheit stabilisiert sich, eine Wohnung ist in Aussicht. Ermöglicht werden viele Zuwendungen neben der öffentlichen Unterstützung durch private Sach- und Geldspenden und Sponsoren. Dies zeigt auch die große Solidarität und den eigenen Spirit, der die Marienambulanz trägt. Die Marienambulanz ist zudem Kooperationspartner der Medizinischen Universität Graz. Studierende können hier Praktika absolvieren.

Kontakte, die berühren

Anna Obernosterer wuchs auf einem Bergbauernhof in Frohn in einer großen Familie auf. „Das war die beste Grundlage für meine spätere Berufswahl. Unsere Haustür stand immer offen, meine Eltern begegneten jedem Besuch mit Interesse und echter Neugier. So entstanden viele wertvolle Freundschaften und ich lernte früh, wie bereichernd Begegnungen sein können. Bis heute fahre ich regelmäßig ins Lesachtal, um meine Mutter zu besuchen. Die Frohn ist nach wie vor Heimat für mich, auch wenn ich nun schon lang in Graz lebe“. Nach der Matura in Pitzelstätten /Klagenfurt und dem Studium in Graz begann Anna im Sozialbereich zu arbeiten. „Die Arbeit mit Menschen erfüllt mich, ist sinnstiftend, weil man etwas bewirken kann. Jeder Kontakt berührt mich und die Menschen spüren, dass sie nicht allein sind“, sagt die kompetente (Team-)Leiterin. „Sorgen und Schmerzen sind doch bei allen Menschen gleich“. Und: „Diese Arbeit hat mich gelehrt, zufriedener zu sein und sie hat mich dazu gebracht, häufiger über Gerechtigkeit nachzudenken“, so Anna. Eine Lesachtalerin auch mit ausgeprägtem Interesse an kreativen Prozessen und Wissenserwerb, um Neues zu erfassen, zu begreifen und umzusetzen. In ihrer Freizeit ist Anna mit ihrem Mann gerne wandernd in den Bergen unterwegs. Auch Kunst- und Kulturveranstaltungen besucht sie gerne.

 

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