Die Karnischen Alpen, die Grenzberge Kärnten-Italien, sind geologisch weltweit hochinteressant und ermöglichen eine erdgeschichtliche Zeitreise von fast 500 Millionen Jahren.Das machen auch die Geotrails – die geologischen Wanderwege - deutlich.
Von Karl Brunner
Im Geopark im Südwesten Kärntens mit den Karnischen Alpen, den Gailtaler Alpen (und ihrer westlichen Fortsetzung, den Lienzer Dolomiten), gibt es acht ausgewiesene Geotrails. Es sind dies: die Garnitzenklamm, in geologische Highlights in Kötschach-Mauthen, in Laas, am Lanzenpass-Findenig, Nassfeld, Plöckenpass, Wolayersee und Zollnersee. Gerlinde Krawanja-Ortner, Chefin des Geoparks Karnische Alpen, hat nun in Kooperation mit Dem Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten einen mit vielen Bildern illustrierten Geotrail-Wanderführer (mit genauen Routenkarten und detaillierten Beschreibungen samt einer Liste mit Koordinaten und Referenzbezeichnungen) herausgegeben. Dieser Naturführer über das Gail-, Gitsch- und Lesachtal bzw. den Geopark Karnische Alpen will die Faszination für diese Naturparadiese weitergeben und einen allgemein verständlichen Zugang zur Geologie öffnen, wie Krawanja-Ortner erklärt. „Raus in die Natur und das Verständnis für die Natur als Lebensgrundlage sowie den Schutz einzigartiger Naturgebilde fördern“.
Reich an Fossilien
Viele Geo-Experten (Hans Peter Schönlaub, Karl Krainer, Herbert Kabon, Ralf Schuster, Fritz Messner u.a.m.) und auch mehrere Fotografen haben inhaltlich mitgewirkt, ebenso gab es viel Unterstützung für diese Publikation von den Geopark-Gemeinden des Gail-, Gitsch- und Lesachtales, den Geopark-Mitarbeitern sowie vom Naturwissenschaftlichen Verein für Kärnten und dem Tourismusdachverband NLW. Ob Strudeltöpfe oder Bänderkalkschichten in der Garnitzenklamm, die versteinerten Bäume von Laas, die Fossilien und Panoramen des Lanzenpass-Findenig, tierische und pflanzliche Fossilien am Nassfeld (entlang einstiger Meeresstrände), die Cellonrinne am Plöckenpass, die besonderen Versteinerungen (Korallen, Seelilien usw.) am Wolayersee („Wandern auf versteinertem Meeresgrund“), das Naturdenkmal und Landschaftsjuwel Zollnersee: es gibt so viel Sehens- und Erlebenswertes auf den Geotrails. Der Naturführer von Krawanja-Ortner und dem Naturwissenschaftlichen Verein (Die 110 Seiten starke Publikation ist auch das 73. Sonderheft zur Carinthia II, Naturwissenschaftliche Beiträge zur Heimatkunde Kärntens) ist sehr informativ gestaltet und ein lehrreicher und wertvoller handlicher Begleiter für alle wissbegierigen und interessierten Freunde der Region.