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11. Juni 2026

100 Jahre Schneerosenkirch­e

Die Evangelische Schneerosenkirche in Hermagor ist 100 Jahre alt. Ein festliches Programm wurde unter der Federführung von Kurator Karl Wassertheurer und den Gremien der Gemeindevertretung und des Presbyteriums für das ganze Jahr 2026 zusammengestellt.

Von Karl Brunner

Die Schneerosenkirche (Grundsteinlegung 1922, Einweihung 1926) – sie ist ein stilles Wunder aus Mut und Opferbereitschaft. Foto: k.brunner

Am 28. Juni 2026 (9 Uhr) wird der als Höhepunkt der Festgottesdienst mit Bischöfin Dr. Claudia Richter und Superintendentin Mag. Andrea Mattioli gefeiert. Auch eine liebevoll gestaltete Festschrift „100 Jahre Schneerosenkirche. Beständigkeit im Wandel“ wurde herausgegeben. Sie enthält in chronologischer Abfolge die bewegte Kirchengeschichte und viele kurze Geschichten, Infos über Veranstaltungen und Persönlichkeiten sowie besinnliche, persönliche Texte und Glaubensimpulse und ist auch Ausdruck der Würdigung und Dankbarkeit. „Es ist eine große Freude, in der Chronik zu lesen, mit welch persönlichem Einsatz und Kraftakt unsere Väter und Mütter im Glauben damals die Kirche in den schweren Nachkriegszeiten gebaut haben. Und es ist eine große Freude, mit welch großem Einsatz unser Team von Ehrenamtlichen um Kurator Karl Wassertheurer heute unsere Kirche und zuletzt die Garage so wunderschön für die 100 Jahrfeier renoviert haben und sie damit für unsere Nachkommen erhalten“, schreibt der Pfarrer der Evang. Pfarrgemeinde Hermagor, Mag. Reinhard Ambrosch. Die Kirche ist ein Aushängeschild, ein Monument und Denkmal des evangelischen Glaubens in Hermagor und im Gailtal. Wie Kurator Karl Wassertheurer (vulgo Hauser) schreibt, habe man sich in einer sehr schwierigen Zeit entschlossen, eine Kirche zu bauen. Georg Essl I. hat viele Mitstreiter gefunden. Die Idee, Schneerosen zu versenden, brachte viele Spenden ein. So bekam die Kirche den Namen „Schneerosenkirche“. Eingeweiht wurde die Schneerosenkirche am 11. Juli 1926. Hermagor wurde von einer Predigtstation zur Pfarrgemeinde.

Ein Herzensprojekt

Die Schneerosenkirche „bringt damals, wie heute in aller Deutlichkeit zum Ausdruck, dass hier ein Raum ist, in dem Sehnsucht blühen darf. Hier steht sie, wie die Schneerosen im Winter, selbst in den frostigen Tagen stolz und aufdringlich auf gutem Grund und streckt sich dem Himmel entgegen“, liest man u.a. im Grußwort von Bischöfin Dr. Cornelia Richter. Superintendentin Mag. Andrea Mattioli erinnert ebenfalls daran: „In wirtschaftlich und sozial herausfordernden Zeiten hat die evangelische Pfarrgemeinde Hermagor-Watschig den Schritt gewagt, eine Kirche zu bauen. Die Initiatoren und die Pfarrgemeinde haben es geschafft, ihr Herzensprojekt unter schwierigen Umständen zu verwirklichen, so dass man diesen schönen Raum für den Glauben und die Gemeinschaft schaffen konnte“. Übrigens: Bischöfin und Superintendentin sind bereits am 27. Juni (16 Uhr) in der Schneerosenkirche – Motto „Miteinander reden – Kirche bewegt“ - zugegen. Der kath. Stadtpfarrer von Hermagor, Mag. Georg Granig, sieht die Schneerosenkirche als ein Ausrufezeichen in einer oft oberflächlichen, flachen Alltagslandschaft; so ist sie „ein Raum, der himmelwärts offen ist mit einem Turm als Brücke zwischen Himmel und Erde“. Auch Hermagors Bürgermeister DI Leopold Astner gratuliert zum Jubiläum. Gerade auch heute ist es wichtig, „solche Orte des Begegnens und des gemeinschaftlichen Lebens zu haben“. Die Schneerosenkirche, so Astner, möge noch für viele Generationen ein Ort des Gebetes, ein Ort des gemeinschaftlichen Miteinanders, vor allem für die evangelischen Christen, aber auch für das ökumenische Leben in unserer Stadt und in unserer Gemeinde sein. Pfarrer Ambrosch und Kurator Wassertheurer: „Möge dieses Jubiläum uns verbinden, stärken und ermutigen – für das, was war, und für das, was kommt.“

 

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