Skip to main content
01. September 2026

Spatenstich für 3,5-Millionen-Euro-Projekt am Lengholzerbach

Der Lengholzerbach soll künftig weniger Gefahr für die Ortschaft Lengholz darstellen. Oberhalb der Siedlung wird eine neue Talsperre mit umfangreichen Schutzmaßnahmen errichtet. Beim Spatenstich trafen sich Vertreter von Gemeinde, Land, Bund, Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) sowie zahlreiche Bewohner. Insgesamt werden rund 3,5 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.

Fotos: Harald Angerer, Gemeinde Kleblach-Lind

Wie wichtig das Projekt ist, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Vor sechs Jahren führte ein schweres Unwetter zu massiven Vermurungen. Die Mure reichte bis zur B 100 Drautal Straße, Häuser und Höfe waren gefährdet. Bereits in den 1960er-Jahren hatte der Lengholzerbach eine verheerende Mure ausgelöst. Die bestehenden Verbauungen sind mittlerweile sanierungsbedürftig und entsprechen laut WLV nicht mehr den Anforderungen heutiger Wetter- und Hochwasserereignisse. „Kein einziges Haus, das nicht vertreten ist", freute sich Bürgermeister Manfred Fleißner über die große Beteiligung bei der Spatenstichfeier. Das Projekt sei für die Gemeinde und besonders für die Bevölkerung von Lengholz von großer Bedeutung. „Es wird für die Bevölkerung ein größtmögliches Maß an Sicherheit bringen", betonte Fleißner. Möglich geworden sei die rasche Umsetzung vor allem durch die Unterstützung der Grundeigentümer, die von Beginn an mitgezogen hätten.

15.000 Kubikmeter Rückhalteraum

DI Stefan Piechel, Leiter der WLV Kärnten, bezeichnete die große Beteiligung der Bevölkerung als keineswegs selbstverständlich. Die WLV investiere jährlich 20 bis 30 Millionen Euro in Schutzmaßnahmen in Kärnten. Auch in Lengholz habe der Bürgermeister schon lange auf das Projekt gedrängt. Herzstück der neuen Anlage ist ein zentrales Filterbauwerk mit Sperre und Verlandungsraum. Dort sollen bis zu 15.000 Kubikmeter Geschiebe und Material zurückgehalten werden können. Zusätzlich wird das Unterlaufgerinne vergrößert, um Bachausbrüche zu verhindern. Bachaufwärts sind weitere energiebrechende Bauwerke vorgesehen. Piechel verwies auf die zunehmenden Herausforderungen durch extreme Wetterereignisse. Die Bemessungsereignisse würden größer, gleichzeitig nähmen die Geschiebefrachten zu. „Die Unwetter werden stärker, es kommt wesentlich mehr Regen von oben herab", sagte er. Für Lengholz werde mit den geplanten Maßnahmen ein Schutzgrad erreicht, den viele andere Siedlungen nicht hätten.

Abschluss für 2028 geplant

Ein wesentlicher Faktor für die Finanzierung ist der Schutzwasserverband „Goldeck", dem Kleblach-Lind seit drei Jahren angehört. Durch den Verband können höhere Förderungen von Bund und Land lukriert und die Gemeindeanteile reduziert werden. Rund 60 Prozent der Kosten trägt der Bund, 20 Prozent das Land. Den Rest übernehmen Gemeinde und Schutzwasserverband. Noch heuer sollen rund 700.000 Euro verbaut werden. Der Großteil der Betonierarbeiten soll im kommenden Jahr abgeschlossen sein, das gesamte Projekt 2028 fertiggestellt werden. Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger, die einst als Bürgermeisterin von Lendorf an der Gründung des Schutzwasserverbandes beteiligt war, hob die Bedeutung des gemeinsamen Vorgehens hervor: Das Projekt zeige, „was eine Gemeinschaft leisten kann, wenn sie zusammenhält".

Nach dem offiziellen Spatenstich und dem Segen von Pfarr-Provisor Sven Wege für Bauwerk und Bauarbeiten klang die Feier bei einem gemütlichen Zusammensein unter den Obstbäumen der Zacherle Leitn aus.

 

Kommentar verfassen

Sie können nun auf das Kommentar von "Some User" antworten.