Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Sängergaues Gailtal standen auch heuer wieder die zahlreichen, abwechslungsreichen Berichte der großteils erschienen 30 Mitgliedsgruppen.
Von Peter Krall
Ihr Debüt gab Andrea Guggenberger aus dem Lesachtal, die erstmals nach 20 Jahren „Gauobmann Peter Krall“ die Sitzung leitete. Berichtet wurde von vielen Höhen, leider auch Tiefen. So musste man von einem lieben Gesangeskollegen Abschied nehmen: Erwin Themeßl nahm in seiner über zwanzigjährigen Tätigkeit als Obmann des MGV Kirchbach immer teil, auch weitere aktiv gewesene Sänger musste man beim Tagesordnungspunkt „Totengedenken“ einschließen. Apropos „MGV Kirchbach“: Der „längsdienende aktive Chorleiter“ in der „Karnischen Gesangsregion“, Herwig Schwarz feiert heuer „Ein halbes Jahrhundert Chorleiter beim MGV Kirchbach“! Jetzt schon einen herzlichen Glückwunsch! Ein neues Mitglied konnte Andrea Guggenberger voll Stolz verkünden: „VocaRhythmix“! Die bunt zusammengewürfelte, überregionale Gesangs- und Rhythmusformation steht unter keinen geringeren Fittichen als Sonja Prugger, ihres Zeichens „Master of Rhythmical Conducting“ und vieles andere mehr. Als Chorleiterin des „Gemischten Chores Hermagor“ brachte sie den ältesten Chor des singenden Gail-, Gitsch- und Lesachtales zu neuen Höhen. Sie gründete mit Christina Assek erstmals einen Bezirksjugendchor, der übrigens noch Patenchöre sucht. Jubiläen feiern heuer der MGV Mauthen mit 140 Jahren und „Die Nåßfelder“ mit 30 Jahren. News gab es auch vom Chor aus dem Bundesschulcluster: Frau Professor Corinna Lipautz-Bacher trat in die riesigen Fußstapfen von Hans Hubmann – ihm sei für sein jahrzehntelanges Wirken vielfach gedankt!
Auf der Suche nach Nachwuchs
Freilich ist ob der vielen positiven Nachwuchsaspekte auch nicht zu übersehen, dass so mancher Traditionsverein, vor allem die „Mandrischen“ sich mit neuen Sängern sehr schwertun. Doch es geht auch anders, wie beim Gemischten Chor Grafendorf, der noch nie so viele Sängerinnen und Sänger in seinen Reihen hatte. Ein Highlight war die selbstbewusste Teilnahme des Gemischten Chores St. Lorenzen im Gitschtal unter der Leitung vom Musikschuldirektor Gerald Waldner beim ORF-Wettbewerb „Kärntner Chor des Jahres“, genauso wie der „Jugendchor Oisternig“. Der heurige „Hausherr“ der GAU JHV, Bgm. Johannes Lenzhofer schlug in seinem Grußwort in die gleiche Kerbe und hob besonders das vorjährige „Fest der Chöre“ in seiner Gemeinde hervor und freute sich gleichzeitig auf das diesjährige Bezirksmusikertreffen, ebenfalls in Dellach im Oberen Gailtal. In Dellacher Händen liegt ja seit geraumer Zeit die musikalische Leitung des Sängergaues: Edmund „Edi“ Wassermann ist zwar seit Jahresbeginn nicht mehr an der Musikmittelschule Kötschach-Mauthen Gesangspädagoge und sorgte dafür, dass seine kärntenweiten (!) Agenden der Gesangspädagogik an den Pflichtschulen weiter in Gailtaler Händen verbleiben – nämlich bei Christof Mörtl. Der unermüdliche Musiklehrer an der Musikmittelschule Hermagor zeugt nicht nur als Chorleiter der über die Tal- und Landesgrenzen hinaus renommierten „Singgemeinschaft Oisternig“ seine Qualitäten, sondern seit einiger Zeit auch als Vorsitzender des Musikrates im Kärntner Sängerbund.
Sängerbund oder Chorverband?
Apropos „Sängerbund“, die Namensänderungen könnten dieses Jahr über die die Bühne gehen. Mörtl und Wassermann erinnerten auch wieder an die vielen Weiterbildungsmaßnahmen für Sängerinnen und Sänger, wie z. B. die Singtage in Möllbrücke (11. bis 14. Februar). Anmelden kann man sich auch noch für „Lange Nacht der Chöre“ in der Landeshauptstadt im Mai, nicht anmelden, nur unbedingt teilnehmen beim diesjährigen „Fest der Chöre“ am traditionell dritten Sonntag im Juni: „Gausingen von und mit und beim Gemischen Chor in Liesing im Lesachtal!“