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03. Juli 2026

Sachkundenachwei­s lässt Fragen offen

Seit 1. Juli gilt österreichweit ein verpflichtender Sachkundenachweis für bestimmte Tierarten wie Hunde, Reptilien oder Papageienvögel. Doch zumindest in Oberkärnten fehlen bislang entsprechende Kursangebote.

Heidi Stranig, Obfrau des SVÖ 47 Spittal. Foto: privat

Wer sich in Österreich einen jungen Hund, eine Schlange oder einen Papagei anschafft, muss künftig einen Sachkundenachweis absolvieren. Für Hunde umfasst dieser einen vierstündigen Theoriekurs sowie eine zweistündige Praxiseinheit. Der Sachkundenachweis ist vor Beginn der Tierhaltung zu erbringen, nicht betroffen sind jene Menschen, die schon einen Hund halten oder in den letzten zwei Jahren einen gehalten haben. Die Praxiseinheit muss innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung absolviert werden. Laut Land Kärnten werden die Kurstermine auf der Homepage veröffentlicht (sachkundenachweis.ktn.gv.at). Doch auch mehrere Tage nach Inkrafttreten der Verordnung ist das Angebot noch sehr überschaubar. Bis Redaktionsschluss waren lediglich drei Theoriekurse ausgeschrieben – einer davon bereits ausgebucht, ein weiterer verfügte nur noch über wenige freie Plätze. Praxiskurse waren noch gar nicht veröffentlicht. Zwei Theoriekurse fanden in Klagenfurt statt, einer in St. Veit.

Weite Wege für Oberkärntner

Bei Hundebesitzern und jenen, die es werden wollen, herrsche derzeit große Unsicherheit, berichtet Heidi Stranig, Obfrau des SVÖ 47 Spittal Oberkärnten, der Hundeschule in den Spittaler Auen. Obwohl mit Cornelia Lorenz und Patrizia Rafeiner zwei tierschutzqualifizierte Hundetrainerinnen im Verein tätig seien, die solche Kurse abhalten dürften, fehle bislang die Genehmigung des Landes. Damit bleibt Neu-Hundebesitzern aus Oberkärnten derzeit nur der Weg zu Kursen in Unterkärnten. Grundsätzlich begrüßt Stranig den verpflichtenden Sachkundenachweis. „Viele wissen nicht, wie sehr ein Hund das Leben verändert. Es ist gut, dass künftige Halter schon vor der Anschaffung darauf vorbereitet werden. Mit einem Hund verändert sich der gesamte Alltag – morgens und abends muss er hinaus, und auch Fragen wie: Was passiert, wenn niemand zu Hause ist? Oder: Wohin mit dem Hund im Urlaub? sollten vorab geklärt werden“, sagt sie.

Hohe Kurskosten

Kritik übt sie jedoch an der Umsetzung. „Bereits vor dem 1. Juli hätte eine Liste aller Kursleiter veröffentlicht werden müssen. Außerdem hätte man bestehende qualifizierte Hundetrainer stärker einbinden sollen.“ Das sei bisher nicht geschehen. Auch die Kosten sieht Stranig kritisch. Laut den bisher veröffentlichten Angeboten kostet allein der Theoriekurs zwischen 65 und 90 Euro. Ein vergleichbarer Sachkundenachweis im Rahmen des Hundeführerscheins sei früher deutlich günstiger gewesen. Sie spricht daher von einer fragwürdigen Preisentwicklung. Eines stellt die langjährige Hundetrainerin klar: „Der Sachkundenachweis ersetzt keine Hundeausbildung. Man muss lernen, seinen Hund zu lesen und richtig mit ihm umzugehen. Das kann ein vierstündiger Theoriekurs nicht leisten.“

 

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