Trotz der angespannten finanziellen Situation blicken die Gemeindepolitiker von Kötschach-Mauthen mit Zuversicht in die Zukunft und sie plädieren für Gemeinsamkeit. Denn immer wieder ist Positives und Wichtiges (Glasfaserausbau, PV-Kraftwerk usw.) gelungen.
Von Karl Brunner
Trotz enger Budgets zeigt man sich der künftigen Herausforderungen bewusst. Rasche Entscheidungen fordert Bgm. Josef Zoppoth im Zusammenhang mit dem Plöckenpass, hier sollten Umsetzungsschritte mit Priorität erfolgen, damit (durch eine sichere Variante) keine Sperren mehr notwendig sind und damit weitere große wirtschaftliche Verluste vermieden werden können. Er weist weiters auf die Rezertifizierung des „e5“-Programms hin, diese bestätige den eingeschlagenen Weg in den Bereichen Energieeffizienz sowie Umwelt- und Klimaschutz. Kötschach-Mauthen ist die einzige Kärntner Gemeinde, die nach den neuen Kriterien die höchste Auszeichnung, nämlich (fünf) 5 „e“ vorweisen kann. Dafür dankt er allen, die dies ermöglicht haben, insbesondere dem Verein energie:autark (und stellvertretend Frau Sabrina Kalser und Amtsleiter Jürgen Themessl). Das „Museum 1915 – 1918“ der Dolomitenfreunde im Rathaus, es ist ein einzigartiges Mahnmal gegen Krieg, soll durch Kooperationen fortgeführt bzw. langfristig abgesichert werden können, hofft der Bürgermeister weiter. Für 2026 nennt er, wie dem Mitteilungsblatt der Gemeinde zu entnehmen ist, weitere behutsam geplante Projekte, wie Hochwasserschutz Forstgarten- und Schießhüttenbach, das Trinkwasserprojekt 2035, Karnischer Kultraum, Karnische Werkstätten oder KLAR (Klimaanpassungs-Region), also auch Beispiele vieler kleiner und größerer Schritte. Einmal mehr betont der Gemeindechef den großen regionalwirtschaftlichen Nutzen der Aquarena (Bade- und Freizeitanlage), die allerdings längerfristig erheblichen Sanierungsbedarf hat. Erste Vize-Bgm. Christina Patterer-Burgstaller hebt die Zusammenarbeit im Bereich „Gesunde Gemeinde“ bzw. Gesundheitsförderung mit den Gemeinden Dellach und Kirchbach sowie dem LKH Laas hervor.
Zukunftsleitbild
Vize-Bgm. Christoph Zebedin erwähnt die besorgniserregende finanzielle Lage, wonach ein erheblicher Finanzierungsbedarf bestehen bleibe. Er betont auch allgemein Wichtiges, nämlich, dass Demokratie von der Vielfalt der Meinungen lebt, von unterschiedlichen Meinungen und vom Respekt füreinander. Es brauche argumentativen Streit. Es sollte niemand ein Außenseiter sein, nur weil er eine andere Meinung vertritt. Daher müsse man lernen, diese Differenzen auszuhalten, oft führen sie zu besseren Lösungen. GR Jakob Thurner teilt mit, dass angesichts hoher Transferzahlungen, steigender Schulden und sinkendem finanziellen Handlungsspielraum freiwillige Förderungen seitens der Gemeinde an Vereine kaum mehr erbracht werden; dies übrigens ist auch bei vielen anderen Abgangsgemeinden so vorgegeben. Er schlägt ebenfalls weitere Kooperationen mit anderen Gemeinden sowie Konsolidierungsmaßnahmen und Effizienzsteigerungen durch digitale Verwaltungsprozesse vor. GR Reinhard Kircher und GR Christian Kogler bedauern, dass viele Projekte nicht durchgeführt werden konnten. Zur Belastung durch die finanzielle Lage komme hinzu, dass immer weniger Menschen bereit sind, sich für solche kommunalen Mammutaufgaben zu engagieren. Das örtliche Entwicklungskonzept (OEK) als Zukunftsleitbild wurde durch großes Engagement aller Beteiligten abgeschlossen. Es versteht sich als gemeinsamer Kompass für eine nachhaltige und lebenswerte Gemeinde. Das damit beauftragte Team der Raumschmiede ZT GmbH dankt allen Mitwirkenden, insbesondere Bgm. Zoppoth und Martina Mascher für ihren unermüdlichen Einsatz.