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13. Mai 2026

Geschichte der Kirche von St. Peter in Holz

Der bekannte Archäologe Univ. Prof. Dr. Franz Glaser hat sich auch intensiv mit der Pfarrkirche St. Peter in Holz (Gemeinde Lendorf) befasst, kürzlich ist ein von ihm verfasster und schön illustrierter Kirchenführer erschienen (ein Sonderdruck der Zeitschrift Carinthia I, herausgegeben vom „Kuratorium pro Teurnia“ und von „Freunde von Teurnia“).

Von Karl Brunner

: Dr. Franz Glaser, gefragter Archäologie-Experte, Autor und Exkursionsleiter. Foto: k.brunner

 Glaser führt „durch die Jahrhunderte“, indem er nach intensiven Studien der Quellen und vor Ort die Pfarrkirche St. Peter in Holz mit ihrer reichen Innenausstattung in zahlreichen Details und Besonderheiten beschreibt. Die Pfarrkirche erhebt sich nicht über der frühchristlichen Bischofskirche (5./6. Jhdt.), wie dies lange Zeit angenommen wurde. Der heutige einschiffige Bau stammt aus dem 14. und 15. Jhdt. Viele sehenswerte Fresken birgt dieses Gotteshaus, so zwei Christophorusfresken, das Fresko mit den Heiligen Petrus, Katharina, Maria und Jesuskind, Barbara und Nonosius sowie Fresken zur Leidensgeschichte Jesu, weitere zur Legende der hl. Dorothea und zum Weltgericht. Spätgotische Fresken im Gewölbe sind 1970 freigelegt worden. Glaser beschreibt die Baugeschichte der Nonosius- oder Athanasiuskapelle. Man hielt Bischof Nonosius für einen lokalen Heiligen, der auch verehrt wurde (wie auch Domicianus in Millstatt). Nun weiß man, dass aufgrund einer Inschrift in Molzbichl es sich um den Diakon Nonnosus handelt, dessen Gebeine unter dem Altar einer frühchristlichen Kirche dort im Jahre 533 beigesetzt wurden. Zu erfahren ist weiters, dass der Mallnitzer Bildhauer Lorenz Fercher den Entwurf für den Serpentin-Taufstein (mit acht Fischen) lieferte, ausgeführt wurde er von Steinmetz Otto Merluzzi in Spittal. Im sehr präzis gehaltenen Kirchenführer sind auch die Bischöfe von Teurnia/Tiburnia angeführt (u.a. Paulinus, Leonianus aus dem 5./6.Jht. und spätere Titularerzbischöfe bis zu – ab 2021 - Andres Gabriel Ferrada Moreira, seit Nov. 2025 vakant), ebenso sind die Namen der Pfarrer von St. Peter in Holz vermerkt, seit 2021 ist hier Mag. Ernst Windbichler der Seelsorger, seine Vorgänger waren Franz Unterberger (1986 bis 2020), Vinzenz Breindl und Thomas Köraus.

Vielseitiger Botschafter

Seit 2000 wird die gepachtete Scheune („Pfarrstadl“) als Römermuseum der einstigen Stadt Teurnia genützt (auch Gräberfunde vom Friedhof werden gezeigt). Durch diesen Beitrag zur Denkmalpflege sind Kirche und Pfarrhof samt Scheune als geschlossenes Ensemble erhalten geblieben. Übrigens wurden nahe beim Museum auch interessante, noch genauer zu klärende Münzfunde gemacht worden. Prof. Glaser ist Erforscher der spätrömischen und frühmittelalterlichen Zeit (frühes Christentum) und ein sehr verdienstvoller Botschafter von Geschichte, Kultur, des Kärntner Landesmuseums und des Landes Kärnten. Ein großartiger Gestalter und Wissensvermittler. Insbesondere ist sein Name mit den römerzeitlichen Fundstätten am Magdalensberg, vor allem aber mit Teurnia/St. Peter in Holz und mit dem Pilgerheiligtum Hemmaberg (Iuenna, Globasnitz) verbunden, mit der dortigen Einrichtung und Gestaltung der Museen. Weiters ist er auch forschend tätig zur antiken Stadt Aquileia und ihrer Entwicklung (Residenzstadt römischer Kaiser, Patriarchensitz, Nationalmuseum, Unesco-Weltkulturerbe), worüber er jüngst (zusammen mit Erwin Pochmarski) eine Publikation veröffentlicht hat. Prof. Glaser (obwohl im „Un“-Ruhestand) macht immer wieder Studienreisen, Vorträge sowie Führungen in Teurnia, am Hemmaberg, in Aquileia u.a.m.

 

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