Ein grenzüberschreitendes Unternehmerinnen-Netzwerk zwischen dem Gailtal und der Region Friaul aufzubauen – das ist das Ziel des Projektes „FemEco“. Ein erstes Netzwerktreffen gab es in Hermagor.
Südlich des Gailtals liegt schon Italien. Eine auf den ersten Blick triviale Erkenntnis, die doch viele Chancen birgt: Der Austausch mit den Nachbarn und damit die Vergrößerung des Wirtschaftsraumes schafft auch neue Perspektiven für Unternehmen und Führungskräfte. Aber die sprachlichen und kulturellen Herausforderungen gilt es dabei zu meistern. Und genau hier kommt das Unternehmerinnen-Netzwerk „FemEco“ ins Spiel. Durch gezielte Vernetzung von Unternehmerinnen und weiblichen Führungskräften aus unterschiedlichen Regionen will der Projektträger „Verein für Bildung & Lernen“ das Trennende schnell überwinden und die Grundlagen für grenzüberschreitende wirtschaftliche Kooperationen legen, damit die Unternehmerinnen das Potential der Grenzregion besser nutzen können.
Frauen-Unternehmen sichtbar machen
Ein erstes Netzwerktreffen fand kürzlich beim Bärenwirt in Hermagor statt. Projektleiterin ist die Hermagorer Gemeindemandatarin und Unternehmensberaterin Elke Beneke. „Unternehmerinnennetzwerke fördern den Austausch unter Gleichgesinnten. Sie bieten Raum, um über Herausforderungen zu sprechen, voneinander zu lernen und persönliche wie auch geschäftliche Beziehungen aufzubauen,“ weiß Beneke. „Wenn ich Einzelunternehmerin bin, muss ich alle Probleme alleine bewältigen. In einem Netzwerk kann man sich gegenseitig unterstützen und bestenfalls auch Kunden ‚zuschupfen‘“. Es habe viele Vorteile die Möglichkeiten der Zusammenarbeit vor den Konkurrenzgedanken zu stellen. Beim ersten Treffen stand erst einmal das Kennenlernen im Vordergrund. Etwas über 20 Unternehmerinnen aus dem Gailtal aus den unterschiedlichsten Sparten hat daran teilgenommen, wie z. B. Psychologin Andrea Walker, Christine Stattmann von Moden Stattmann in Hermagor oder Touristikerin Karin Mitterberger.
Unternehmer „Speed-Dating“
Wie geht es weiter? Eine digitale Plattform soll entwickelt werden, auf der sich die italienischen und Kärntner Netzwerkpartnerinnen präsentieren können und so das Unternehmertum von Frauen besser sichtbar machen. Weitere Treffen und Veranstaltungen sind sowohl in der Region Hermagor als auch in Italien geplant – das nächste Treffen findet bereits am 20. März in Italien statt. Dort soll es ein unternehmerisches „Speed-Dating“ geben unter dem Motto „Topf sucht Deckel“, informiert Beneke. Finanziert wird das Netzwerk übrigens über ein Interreg-Projekt. Mit an Bord ist auch „Frau in der Wirtschaft Hermagor“ mit der Bezirksvorsitzenden Karin Tschabuschnig, die diese grenzüberschreitende Perspektive und das gegenseitige Lernen als wertvoll betrachtet.