Bei der Kärntner Landwirtschaftskammerwahl 2026 konnten die Freiheitlichen kräftig zulegen. Die SPÖ-Bauern und die Liste Heimo Urbas mussten Verluste hinnehmen. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern scheiden aus dem „Bauernparlament“ aus. Der Kärntner Bauernbund bleibt mit deutlichem Abstand stärkste Fraktion.
Die LK-Wahl 2026 ist geschlagen: 61.846 Wahlberechtigte waren aufgerufen, ihre Interessenvertretung in der Landwirtschaftskammer Kärnten neu zu wählen. Mit Spannung wurde vor allem die Wahlbeteiligung erwartet. Diese stieg gegenüber der letzten Wahl leicht um 0,32 Prozentpunkte auf 36,34 Prozent. Der Kärntner Bauernbund bleibt die stärkste Kraft. Das Team „Siegfried Huber“ erreichte 47,15 Prozent der Stimmen und legte damit um 0,84 Prozentpunkte zu. Wie in der vergangenen Periode entfallen erneut 18 Mandate auf den Bauernbund. Deutliche Gewinner des Wahlabends sind die Freiheitlichen und die Unabhängige Bauernschaft. Sie kamen auf 26,15 Prozent der Stimmen und verbesserten sich um rund 5,6 Prozentpunkte. Spitzenkandidat Roman Linder kann künftig auf zehn statt bisher sieben Mandate zählen. Verluste gab es hingegen für die SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten. Mit 8,5 Prozent der Stimmen verlieren sie einen Sitz und sind künftig mit drei Mandaten in der LK-Vollversammlung vertreten. Auch die Liste Heimo Urbas, die für den Unabhängigen Bauernverband (UBV) antrat, musste einen Rückgang hinnehmen. Mit rund 4,7 Prozent der Stimmen bleibt ihr ein Mandat. Nicht mehr im „Bauernparlament“ vertreten sind die Grünen Bäuerinnen und Bauern. Sie erreichten lediglich 2,55 Prozent der Stimmen und verfehlten damit den Einzug in die Vollversammlung.
Zufriedenheit bei den Gewinnern, Enttäuschung bei den Verlierern
Bauernbund-Spitzenkandidat Siegfried Huber zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Ich bin mehr als glücklich, dass wir nach diesem spannenden Wahlkampf, in dem es oft ‚alle gegen einen‘ hieß, ein kleines Plus verzeichnen und die vier Sitze im Vorstand behaupten konnten.“ Auch bei den Freiheitlichen herrschte große Freude. Spitzenkandidat Roman Linder sprach von einem erfolgreichen Wahlabend: „Wir sind die Wahlgewinner des Abends und so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr.“ Ralph Dörflinger, Spitzenkandidat der SPÖ-Fraktion, nahm das Ergebnis gefasst zur Kenntnis: „Wir nehmen dennoch den Auftrag mit und wollen eine gute Kontrolle sein.“ Heimo Urbas betonte trotz des Mandatsverlusts die Bedeutung einer starken Interessenvertretung: Die Bauern dürften niemals die Verlierer sein. Enttäuscht zeigte sich auch Karlheinz Gigler, Spitzenkandidat der Grünen Bäuerinnen und Bauern. „Leider haben wir unser Ziel nicht erreicht“, räumte der Tierarzt aus dem Maltatal ein. Glückwünsche an Bauernbund-Spitzenkandidat Siegfried Huber kamen von Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber. Er würdigte dessen „konsequente und verlässliche Interessenvertretung“. FPÖ-Chef Erwin Angerer wertete das Wahlergebnis als Ausdruck des Wunsches nach einem Systemwechsel und gratulierte Roman Linder zum Erfolg.
Die Mandate sind vergeben
An der Spitze der Landwirtschaftskammer bleibt Siegfried Huber als Präsident. Astrid Brunner rückt aller Voraussicht nach auf die Funktion der zweiten Vizepräsidentin. Roman Linder soll das Amt des ersten Vizepräsidenten übernehmen. Der Vorstand und die Ausschüsse werden im Zuge der ersten konstituierenden Sitzung am 20. November gewählt.
Die Mandatsverteilung in der LK Kärnten
- Kärntner Bauernbund: 18 Mandate (unverändert)
- Freiheitliche und Unabhängige Bauernschaft: 10 Mandate (+3)
- Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern (SJK): 4 Mandate (unverändert)
- SPÖ Bäuerinnen und Bauern Kärnten: 3 Mandate (−1)
- Liste Heimo Urbas / Unabhängiger Bauernverband (UBV): 1 Mandat (−1)
- Grüne Bäuerinnen und Bauern: kein Mandat