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29. April 2026

Das „Tale“ bewies großen Zusammenhalt

Das Lesachtal hatte mit dem größten Waldbrand Kärntens – flächenmäßig sogar mit dem größten Österreichs – zu kämpfen. Hunderte Feuerwehrleute und Helfer standen im Dauereinsatz: Ihnen gebührt Dank und Anerkennung. Aber auch die Lesachtaler selbst haben sich in dieser Situation positiv eingebracht.

V. l: Bgm. Bernhard Knotz, BH Heinz Pansi, LH Daniel Fellner und Vize-Bgm. Gerald Kubin. Foto: Kubin

 „Wir erlebten eine unglaubliche Hilfsbereitschaft, die mich tief berührt“, berichtet Vize-Bgm. Gerald Kubin. In Situationen wie diesen wachsen Persönlichkeiten über sich hinaus. Besonders die Leistungen von Einsatzleiter Gerd Guggenberger möchte er hervorheben: „Er ist von der ersten Minute an gewetzt und hat alles koordiniert und auch die Kritiken eingesteckt. Trotzdem hat er die Übersicht und die Ruhe bewahrt und die Truppen motiviert“, erzählt Kubin und lobt ihn als „Fels in der Brandung“. Auch die Bevölkerung hat ihre Unterstützung angeboten, z. B. mit der Versorgung der Einsatzkräfte oder der Bereitstellung von Unterkünften. So stellte der örtliche Nahversorger – Geschäftsführer ist Bernhard Obernosterer – gleich hunderte Wurstsemmeln und Getränke bereit. „Um 1 Uhr am Morgen habe ich ihn angerufen, er meinte nur: ‚Sag, was du brauchst‘. So etwas ist einzigartig“, erzählt Bürgermeister Bernhard Knotz. „Die Unterstützung war so großartig, das hat auch die Truppen motiviert“, weiß Gerald Kubin, der selbst als betroffener Bewohner und Feuerwehrmann nahe am Geschehen dabei war. Dass sich das Feuer in nur zwei Tagen auf 110 Hektar ausbreiten konnte war auch für ihn ein „Schock“. „Mir war die Örtlichkeit bekannt, man weiß wie schnell Häuser in Flammen stehen. Ich habe mich in der Nacht dann freiwillig zur Brandwache gemeldet, weil schlafen hab ich nicht mehr können“, erinnert sich der Lesachtaler Landwirt und Kapellmeister.

„Monsterleistung jedes Einzelnen“

Großes Lob gab es für die Feuerwehren, die aus den Bezirken Hermagor, Spittal und aus Osttirol angerückt waren, auch in den sozialen Medien: „Danke für euren Einsatz“, „Gut Heil Kameraden“, war zu lesen. Die beiden Oberkärntner Bezirksfeuerwehkommandos mit den Pressereferenten Walter Egger und Florian Jost hielten die Öffentlichkeit und die Medien am Laufenden. Einsatz zeigte am Sonntag auch der KAT-Zug des Bezirks Spittal. Rund 60 Mann machten sich vom Feuerwehrhaus in Oberdrauburg auf in Richtung Lesachtal. „Das Interesse am Hilfseinsatz war wesentlich größer“, schrieb Walter Egger vom BfKdo Spittal. In St. Lorenzen wurden die Spittaler dem Xaveriberg zugewiesen und kümmerten sich um Nachlöscharbeiten. Eine schwere und sehr staubige Arbeit. Der Einsatz dauerte bis zu Einbruch der Dunkelheit und die Anstrengung war allen Kräften am Berg anzumerken. „Eine Monsterleistung jedes Einzelnen, bei dieser Hitze und dem steilen Gelände, für die wir dankbar und stolz sein können“, bemerkte Kat-Kommandant Harry Ebner.

Dankbar allen Helfern

Was die entstandenen Schäden betrifft, so kann Bgm. Bernhard Knotz (bis Redaktionsschluss) noch keine Auskunft geben: „Es werden noch Überflüge gemacht, die Bauwerke der WLV müssen begutachtet werden, dann erst können wir eine grobe Abschätzung machen“, so der erst seit kurzem im Amt befindliche Gemeinde-Chef, der in den letzten Tagen seine „Feuertaufe“ hinter sich brachte. Auch er möchte die Leistungen der Bevölkerung und der Einsatzkräfte hervorheben, wie z. B. der Tankstelle Strasser, die fast durchgehend geöffnet hatte und den von der Feuerwehr benötigten Treibstoff zur Verfügung stellte. Stolz ist man auf alle vier Lesachtaler Feuerwehren mit ihren Kommandanten Johannes Winkler, Gerd Guggenberger, Johann Huber und GFK Martin Guggenberger; dankbar allen Helfern und Einsatzkräften, inklusive Exekutive, Bergrettung, Rotem Kreuz und dem „Gesamtangebot der Bürger“, stellt der Bürgermeister fest. Aber auch das Land Kärnten, die Bezirksfeuerwehrkommandos und die Bezirkshauptmannschaft hinterließen einen guten Eindruck. Für die Waldbesitzer sei der Brand allerdings existenzbedrohend, denn nach „Vaia“ und den Borkenkäferkalamitäten wurden die Kahlflächen wiederaufgeforstet – und nun ein Raub der Flammen. „Die Betroffenheit in der Bevölkerung ist merkbar“, sagt Bernhard Knotz. „Trotzdem freut es jeden, dass der Brand kein Gehöft oder gar ein Menschenleben gefordert hat“, meint  Gerald Kubin, „Alles andere kann man wieder aufziehen.“

 

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