Am 27. September (Sonntag) öffnen in ganz Österreich wieder rund 300 Denkmale ihre Türen und laden bei freiem Eintritt (10 Uhr bis 16 Uhr) dazu ein, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken. Auch in Oberkärnten gibt es einige spannende und attraktive Angebote.
Von Karl Brunner
Unter dem Motto „Denkmale: Wert für alle.“ zeigen Denkmale und Touren, welchen gesellschaftlichen, kulturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Wert Denkmale für uns alle haben. Im Raum Oberkärnten stehen folgende Denkmale als Besuchsziele auf dem Programm: die Burg Groppenstein in Obervellach, die Burgruine Pittersberg am Gailberg nahe Laas (mit der Filialkirche St. Andreas in Laas), das Römermuseum Teurnia (St. Peter in Holz, Lendorf), das historische Ortszentrum von Rangersdorf und Schloss Stein in Dellach/Drautal. Auch die Denkmäler Hermagors können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Der Alte Pfarrhof in Saak/Nötsch (mit Ausstellung Werke von Christian Ludwig Attersee), das Museum des Nötscher Kreises im Haus Wiegele in Nötsch (Ausstellung „Theodor Herzmansky“, weiters Besichtigung der Nötscher Probefresken), das Greißler Museum in Thörl-Maglern, Beispiele in der näheren Umgebung, sind an diesem Tag ebenso zu erkunden wie im benachbarten Osttirol der Kirchbichl von Lavant, das Museum Aguntum mit archäologischem Park, die Burg Heinfels sowie natürlich viele Museen und Denkmäler im ganzen Bundesland. Viel buntes Programm erwartet die „Denkmal“-Besucherinnen und Besucher. Hier nur wenige Hinweise:
Erhabene Burg
Burg Groppenstein. Mittelalterliche Bau- und Handwerkskunst präsentiert die 1254 urkundlich erwähnte Burg Groppenstein in Obervellach. Imposant sind der fünfgeschossige Wohnturm mit dem angelehnten Wirtschaftsbau sowie die heute dreijochige Burgkapelle. Das dreigeschossige gotische Wohngebäude mit dem Wirtschaftsbau wurden als Zubau aus der späteren Gotik hinzugefügt. Die heutige Erscheinung der Burg wurde vom Architekten Adolf Stipperger - ein Pionier des Denkmalschutzes - geprägt. Die Zimmervertäfelungen werden als innerer Wärmeschutz genutzt und fungieren damit als nachhaltiges, ökologisches Konzept. Dementsprechend werden hier Klimaschutz und Nachhaltigkeit thematisiert. Nur der Burghof ist öffentlich zugänglich. Ein Kinderprogramm mit Spielen und Geschichten wird geboten, Führungen ab 10 Uhr. Anmeldung:
Revitalisiertes Ortszentrum
In Rangersdorf wird das historische Ortszentrum vorgestellt. Es umfasst die Pfarrkirche Hll. Petrus und Paulus, den Pfarrhof, den spätgotischen Mauerspeicher und das Anwesen „Wirt zu Sankt Peter“ („Gasthof Post") mit Gasthof und Wirtschaftsgebäude („Moraf“). Das Gebäudeensemble bildet einen intakten historischen Ortskern. Ein Vorzeigebeispiel. Führungen (auch durch die Kirche mit Diözesankonservatorin Rosmarie Schiestl, ab 15 Uhr, zudem Orgelmusik von Franz Golger), Kulinarik (mit „Tag des Denkmals-Menü“), Lesung, Stressabbau und Alphornmusik stehen auf dem Programm. Das ehem. Gasthaus ist ab 11 Uhr geöffnet.
Am Geotrail Laas
Die Burgruine am Pittersberg bei Laas nahe Kötschach. Die Burg am Pittersberg, einst eine bedeutende Anlage auf einem markanten Felsrücken, zeigt sich heute als idyllische Ruinenlandschaft. Durch ihre Lage hatte der Berg stets große strategische Bedeutung. Ende 17. Jahrhundert war die Burg bereits verfallen. Die Burgruine Pittersberg ist Teil des Geotrails Laas. Es gibt eine bauhistorische Führung von Mag. Christiane Wolfgang (14 Uhr). 30-minütiger Aufstieg, festes Schuhwerk nötig. Anmeldung:
Teurnia
Römermuseum Teurnia in St. Peter in Holz/Lendorf. Teurnia, war eine blühende römische Provinzhauptstadt des fünften und sechsten Jahrhunderts. Im Römermuseum Teurnia erhält man Einblicke in das gesellschaftliche Leben der Kelten und Römer von der Zeit um Christi Geburt bis 600 n. Chr. Zahlreiche Funde wie Marmorbildwerke, Inschriften, Meilensteine, Schmuck, Waffen, Münzen u.v.m. erzählen von Gesellschaft, Alltagsleben und Kunst der Römer. Hauptattraktionen sind die frühchristliche Bischofskirche und der symbolreiche Mosaikboden in der Kirche außerhalb der Stadtmauer. Es gibt Fachführungen (ab 11 Uhr und 14 Uhr) und ein Kinderprogramm.
Schloss Stein
Schloss Stein in Dellach im Drautal ist eine eindrucksvolle mittelalterliche Burg in einzigartiger Lage mit Blick über das obere Drautal. Die Anlage wurde in zwei Hauptbauphasen – im frühen 12. Jahrhundert sowie im frühen 16. Jahrhundert – errichtet bzw. erweitert. Die Doppelkapelle mit ihren einzigartigen spätgotischen Fresken gilt als kulturhistorisches Highlight. Die Wohnräume sind mit modernem Komfort ausgestattet, bewohnbar und können auch gemietet werden. Es gibt ein Kinderprogramm und eine Veranstaltung „Geschichte(n) erleben“ von Schloss Stein und der Bibliothek Dellach/Drau (10 Uhr, 14 Uhr). Anmeldung:
Hermagors Denkmälern auf der Spur
Der Nachtwächter von Hermagor, Bernhard Gitschtaler, führt auf den Spuren der örtlichen Denkmale und ihrer Geschichten durch die Stadt. Eine faszinierende Zeitreise ( 9 Uhr) wird von Gitschtaler angeboten, die zeigt, was Denkmale über ihre Zeit aussagen. Von Monumentaldenkmälern zum Personengedenken, vom Soldatengedenken zum Friedensmal – die gesamte Vielfalt wird zugänglich gemacht. Kontakt: