Seit 1. Juni führt Alessio Pischiutti (32) die Ordination von Dietmar Kurzthaler (68) in Matrei i. O. Wie er nach Osttirol kam – und warum er langfristig in Osttirol bleiben will.
„Es war reiner Zufall“, sagt Alessio Pischiutti aus Gemona del Friuli. Er besuchte im vergangenen Jahr die Viehversteigerung in der RGO-Arena in Lienz. So, wie es nicht wenige Norditaliener machen. Das Osttiroler Vieh ist im benachbarten Friaul nämlich ob der Qualität gefragt. Pischiutti hatte damals seinen Studienabschluss der Veterinärmedizin in der Tasche, studiert hatte er in Padua. Und er fragte bei RGO-Spartenleiter Christoph Peintner nach, ob es denn hier in Osttirol einen Job geben würde. Peintners Antwort damals: „Woll, woll, Orbeit hom ma bei uns.“
Der Rückzug
Und dann kam der Kontakt zu Dietmar Kurzthaler zustande. Er ist seit Jahrzehnten ein fixer Bestandteil des bäuerlichen Lebens in Osttirol. Seit 40 Jahren betreibt er seine Tierarzt-Praxis im Prossegweg in Matrei – viele Jahre war er auch als Sprengeltierarzt tätig. Und im Sommer des vergangenen Jahres sagte er sich: „Es ist Zeit, meinen Rückzug vorzubereiten.“ Kurzthaler wusste aber auch, dass mit seinem Abgang die Tierärzte-Situation im Iseltal brenzlig werden könnte. Neben ihm sind aktuell auch noch Andreas Brugger (Matrei) und Anita van Leeuwen im Iseltal tätig, wobei auch Ersterer sich dem 60er nähert. Über das Interesse von Pischiutti war Kurzthaler dementsprechend erfreut. Es gab jedoch ein Aber: „Eigentlich wollte ich keinen Assistenten mehr ausbilden.“
Warum er es doch getan hat – und warum sich der junge Italiener in Osttirol so wohl fühlt, lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe.