Heute findet in El Puerto de Santa María ein ein 32 Kilometer langes Einzelzeitfahren statt. Es könnte die Karten in der Gesamtwertung neu mischen.
Um 16.53 Uhr ist es soweit. Dann rollt der Osttiroler Felix Gall in El Puerto de Santa María von der Startrampe. Es ist jener Tag der Rundfahrt, an dem Gall-Fans wohl am angespanntesten nach Spanien blicken. Das Einzelzeitfahren ist nicht die Lieblingsdisziplin des Osttirolers. Zwar konnte er sich über die vergangenen Jahre stetig verbessern, wirklich perfektioniert hat Gall seine Position bis heute aber nicht. Vor der Vuelta erklärte Gall gegenüber österreichischen Journalisten, dass er in der Vorbereitung auf die Vuelta den Fokus nicht auf das TT gelegt habe.
Rächt sich das heute? Zwei Minuten vor dem Osttiroler startet Primož Roglič. Er gilt als starker Zeitfahrer – und wurde in dieser Disziplin heuer schon slowenischer Meister. Die positive Nachricht: Der Mann in rot, Enric Mas, ist auch kein Zeitfahrt-Spezialist – er startet zwei Minuten nach Gall.
Die Frage wird also sein: Kann Roglič den Spieß komplett umdrehen, bevor noch einmal zwei harte Tage in den Bergen warten? Aktuell liegt Mas im GC 2 Minuten und 6 Sekunden vor Gall sowie 2 Minuten und 10 Sekunden vor Roglič. Experten gehen durchaus davon aus, dass am windigen Küstenabschnitt in guter Aeroposition zwei Minuten zu holen sind. Allerdings: Verliert Gall nicht zu viel auf den slowenischen Altmeister, dann ist für die verbleibenden drei Tage noch alles drin: Der Osttiroler hat gezeigt, dass er aktuell einer der stärksten Bergfahrer der Welt ist.
Wer sind die Favoriten auf den Tagessieg? Unter anderem Schweizer Stefan Küng (Tudor Pro Cycling Team) oder Wout van Aert vom Team Visma | Lease a Bike.