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19. März 2026

Renaturierungs-Atlas für Flüsse sorgt für Kritik

Das Umweltministerium hat eine Online-Karte zur geplanten Umsetzung der EU-Renaturierungsrichtlinie veröffentlicht. Der WWF sieht viel Potenzial, aber auch Mängel in Tirol, wie an der Isel. Land Tirol weist Kritik zurück.

Aktuelle Flussaufweitung im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes Isel in Lienz unterhalb der Schlossbrücke. Foto: Stangl

Der WWF spricht von österreichweit rund 2.500 Flusskilometern, die laut einer eigenen Potenzialanalyse ökologisch aufgewertet werden könnten, bis 2030 wäre das für zumindest 450 Kilometer Flussstrecke möglich.

Große Lücken in Tirol

Es gibt positive Ansätze in ganz Österreich, sagt Marie Pfeiffer vom WWF, in Tirol sieht sie aber noch große Mängel und nennt in einer Aussendung auch die Isel in Osttirol als Beispiel für solche Lücken.

In der Online-Karte des Ministeriums sind in Tirol Maßnahmen für weniger als 30 Flusskilometer eingetragen, darauf bezieht sich auch die Kritik des WWF.

Tiroler Landesregierung weist Kritik des WWF entschieden zurück

Laut einer Stellungnahme des Landes Tirol wurden hier bei weitem nicht alle Daten der Landesdienststelle Wasserbau und der Wildbach-Lawinenverbauung berücksichtigt, man habe den Entwurf bereits überarbeitet, heißt es auf Nachfrage von Radio Osttirol.

Freie Fließstrecken dürfen keine Barrieren oder Hindernisse für Fische und die natürliche Gewässerdynamik aufweisen und auch keine Schutzverbauungen gegen Hochwasser. In Österreich gibt es laut dem Land Tirol rund 4.000 Kilometer freie Fluss-Fließstrecken, knapp ein Viertel davon, rund 970 Kilometer in Tirol.

Hochwasserschutzprojekt Isel beinhaltet auch ökologische Maßnahmen

Die Isel in Osttirol gilt als der letzte frei fließende Gletscherfluss in den Alpen. Jene Bereiche, die Teil von Hochwasserschutzprojekten sind, können allerdings nicht als frei fließend im Sinne der Renaturierungs-Richtlinie deklariert werden. Obwohl auch hier im Zuge des Gewässer-Entwicklungs- und Risikomanagement-Konzepts zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden, die sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Ökologisierung dienen, wie z.B. Flussaufweitungen. Das aktuelle Hochwasserschutzprojekt Isel in Lienz umfasst z.B. ebenfalls eine solche Aufweitung im Bereich der Schlossbrücke sowie eine Fischstufe.

 

„Am Beispiel unserer Flüsse zeigt sich: Die Wiederherstellungsverordnung ist nichts anderes als ein Bürokratiemonster. Wer Flüsse wie die Ötztaler Ache oder Wildbäche renaturieren will, muss Schutzbauten entfernen. Das ist unvorstellbar. Der Schutz der Bevölkerung hat absolute Priorität“, betont LHSTv. Josef Geisler.

Der WWF sieht hier trotzdem noch Luft nach oben und fordert Nachbesserungen, bevor die Pläne an die EU-Kommission gemeldet werden.

Pläne für Drau und Möll in Oberkärnten

In Oberkärnten sind laut dem Renaturierungs-Atlas des Umweltministeriums die Drau von Oberdrauburg bis Möllbrücke, sowie an der Möll zwischen Döllach und Stall als Potenzialstrecke gemeldet.

Hier geht’s zur Renaturierungskarte des Umweltministeriums

 

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