Gerlinde Kieberl ist die einzige Gemeinderätin der Grünen in Lienz. Im Interview spricht sie über klassische grüne Themen – und die Zukunft der Partei in Osttirol.
Es gibt eine Greenpeace-Studie, wonach Lienz sehr wenige Grünflächen im Stadtzentrum hat. Würden Sie sagen, dass Lienz keine grüne Stadt ist?
Viele Grünflächen in der Innenstadt sind tatsächlich Privatgärten. Bis auf die flussbegleitenden Parks haben wir nicht viel Grün in der Stadt. Das hat historische Ursachen und liegt wohl daran, dass seit den 1960er-Jahren viele Gärten oder Grünflächen für Parkplätze geopfert worden sind – wie auch der Innenhof des Osttiroler-Boten-Gebäudes.
Gibt es Wege für neue öffentliche Grünflächen in der Innenstadt?
Das ist schwierig, weil natürlich die Begehrlichkeiten für andere Nutzungen viel größer sind. Ich würde eher dafür plädieren, dass man die versiegelten oder asphaltierten Flächen wieder aufbricht und mehr Grün in die Flächen einbringt. Passen dazu haben wir im Umweltausschuss vor Jahren schon über Baumpatenschaften beraten. Bürgerinnen und Bürger können über die Stadtgärtnerei um 350 Euro die Patenschaft für einen Baum im öffentlichen Raum übernehmen. So wurden schon weit mehr als 150 Bäume gepflanzt, die von den Stadtgärtnerinnen gepflegt werden. Auf der Homepage der Stadt Lienz kann man die möglichen Pflanzorte anschauen und mithelfen, die Stadt grüner zu machen.
Wo könnte man so etwas aktuell umsetzen?
Prädestiniert für mehr Grün ist natürlich der Hauptplatz. Im Sommer wird er zur Hitzeinsel – und das wird sich vermutlich noch verstärken. Deshalb müsste man dort vorausschauend Bäume pflanzen und die Aufenthaltsqualität verbessern.
Ist es mit Bäumen getan? Oder braucht es weitere Maßnahmen?
Es braucht auch unbedingt Wasser, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Die bestehenden Brunnen könnte man stärker einbeziehen. Auch Bodendüsen wären eine Möglichkeit. In anderen Städten sieht man, dass sie zur Abkühlung beitragen. Und für die Kinder wäre es auch ein Spaß.
Das gesamte Interview lesen Sie in der aktullen Print-Ausgabe. Es geht um Nachwuchssorgen der Partei, um Windräder und um die FPÖ.