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16. Juli 2026

Der Direktbus kommt nicht – ein Einzelfall?

Ein Ausfall am Zeugnistag befeuert die Debatte erneut: Osttirol-Pendler warteten 10.30 Uhr mehr als zwei Stunden lang. Ein „Einzelfall“, wie der VVT betont.

Gestern Mittwoch startete der Direktbus pünktlich um 11 Uhr in Richtung Innsbruck. Foto: Thomas Isep

Mehr als fünf Stunden dauerte am vergangenen Freitag, dem Zeugnistag, die Fahrt von Innsbruck nach Lienz. Der Direktbus hätte eigentlich um 10.30 Uhr am Hauptbahnhof losfahren sollen. Doch er kam nicht ­– und Informationen, warum er nicht kam, gab es für die Passagiere auch keine. Sie telefonierten sich in der Innsbrucker Mittagshitze schließlich durch alle möglichen Anlaufstellen – und erwirkten, dass der Bus um 12.45 Uhr schließlich doch noch kam. Statt den Brenner wählte der Fahrer die Route über den Felbertauern. Ankunft in Lienz: Kurz vor 16 Uhr.

Auf Nachfrage des Osttiroler Boten, gab der Verkehrsverbund Tirol an, dass es sich um einen „technischen Defekt“ gehandelt hätte. Man spricht von einem „Einzelfall“. Allerdings: Hätte sich von den Fahrgästen niemand gerührt, wäre er der Bus wohl gar nicht gekommen. Dazu heißt es von der VVT-Pressestelle: „Nachdem sich der Defekt vor Ort nicht kurzfristig beheben ließ, wurde durch den Betreiber ein Ersatzfahrzeug organisiert. Die dadurch entstandene Verzögerung bedauern wir – sie lag außerhalb der planbaren Betriebsabläufe.“

WLAN als „einziges Problem“

Der jüngste Vorfall wirft Fragen auf. Nämlich, ob man jene Kritik, die Simon Kofler im Herbst des Vorjahres in einem ausführlichen und mit Vorfällen untermauerten offenen Brief an Landeshauptmann Anton Mattle geäußert hatte, ernst genommen wird. Birgit Schmoltner, Presseprecherin des VVT, erklärt: „Seit Betriebsbeginn des neuen Verkehrskonzeptes im Dezember 2025 wurden bereits zwei der drei zum Einsatz kommenden Busse gegen Neufahrzeuge ausgetauscht, das dritte Neufahrzeug folgt im Laufe dieses Monats. Diese Investition zeigt messbare Wirkung auf die Dienstleistungsqualität. Auch bei der Pünktlichkeit ist die Entwicklung eindeutig: Im Herbst 2025 wurde eine umfassende Pünktlichkeitsauswertung vorgenommen, die bereits im November 2025 eine deutliche Verbesserung zeigte.“

Den gesamten Bericht lesen Sie in der aktuellen Print-Ausgabe. 

Erste Reaktionen auf den "OB"-Bericht

Auf den Bericht des "Osttiroler Boten" reagierte bereits Markus Sint von der Liste Fritz: "Wenn der VVT und der zuständige SPÖ-Verkehrslandesrat Rene Zumtobel von einem Einzelfall sprechen, ist das erstens frech und zweitens einfach unwahr. Laufend beschweren sich betroffene Fahrgäste bei mir über die Busverbindung Lienz-Innsbruck. Zuletzt diese Woche Dienstag. Da haben mehrere Fahrgäste im Osttiroler Oberland auf den Abendbus nach Innsbruck gewartet, er ist nicht gekommen und sie haben über die VVT-App nicht sehen können, ob jetzt noch ein Bus verspätet kommt oder ob gar keiner mehr kommt. Auch ein Anruf bei der VVT-Hotline hat nicht geholfen, nicht einmal dort wussten sie, ob noch ein Bus kommt. Das kann und darf nicht der Anspruch des 100% Landesunternehmens VVT und des zuständigen roten Verkehrslandesrates Zumtobel sein." Es sei laut Sint "das Mindeste Service, dass die Öffi-Nutzer über die VVT-APP informiert werden, ob und wann der verspätete Bus kommt oder ob keiner mehr kommt." Der Oppositionspolitiker weiter: "Im Übrigen ist der Bus dann mit einer Dreiviertelstunde Verspätung gekommen."

Und dass in den vergangenen Wochen ein nicht funktionierendes WLAN das einzige Problem gewesen sei, kann Sint auch nicht bestätigen: "Während der großen Hitzewelle Ende Juni ist beispielsweise bei einem Bus zwei Wochen lang die Klimaanlage ausgefallen." Öffi-Nutzer hätten bei über 30 Grad ausharren müssen. 

 

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