Landeshauptmann Anton Mattle über die großen Themen, die Osttirol bewegen. Im Gespräch mit Chefredakteur Michael Egger geht es um die Finanzierung des BKH Lienz, um die Wiedereinführung des Direktzuges und um die Harmonie in der BH Lienz.
Herr Landeshauptmann, sie hielten am Donnerstag in Prägraten a.G. einen Vortrag über das Lawinenunglück 1999 in Galtür. Denken Sie noch oft daran?
Im Alltag ist das kein Thema mehr. Aber rund um den 23. Feber erinnere ich mich immer zurück – man gedenkt auch den Verstorbenen von damals.
Zuletzt hat das Land auf die große Lawinengefahr via AT-Altert hingewiesen. Für viele war das zu viel des Guten. Sollte es nicht eine Holschuld der Wintersportler sein, sich über die Lawinengefahr zu informieren?
Ich bin davon überzeugt, dass wir alles unternehmen müssen, um auf diese Gefahren hinzuweisen. Jeder Skifahrer weiß: Gelegentlich geht die Leidenschaft mit einem durch. Nichtsdestotrotz möchte ich jene Sportler nicht verteidigen, die trotz hohem Risiko ins freie Gelände hinausgefahren sind.
Was war ausschlaggebend für diese doch recht drastische Warnung?
Ich habe an diesem Samstag um 10 Uhr am Vormittag von einem mir bekannten Bürger eine verzweifelte Kurznachricht erhalten. Darin hieß es: „Lieber Toni, zwei Freunde meines Sohnes sind in den letzten Tagen unter der Lawine zu Tode gekommen. Gibt es nicht weiterführende Maßnahmen, um die Wintersportler zu warnen?“ Die Gesamtlage war wirklich außergewöhnlich. Und dann haben wir, obwohl es prinzipiell nicht für Lawinenwarnungen vorgesehen ist, mit der AT-Alert-Gefahreninformation auf Lawinenwarnstufe 4 hingewiesen.
Mattle sprach unter anderem auch über das Bezirkskrankenhaus Lienz, hier ein Teil dieser Passage aus dem zweiseitigen Interview:
Ein Schmerzpatient ist das Lienzer Krankenhaus. Gibt es von Ihrer Seite schon eine Diagnose – oder gar eine Therapie?
Eine hochqualitative Gesundheitsversorgung im Bezirk ist uns wichtig. Deshalb sind wir immer wieder in Kontakt mit den Bürgermeistern und mit dem Gemeindeverband. Wir wissen, dass 25 Prozent der Patienten aus Oberkärnten kommen. Diese brauchen wir auch, damit auch die Auslastung funktioniert. Aber jetzt wäre es für mich schon eine Vision, das erste bundesländerübergreifende Regionskrankenhaus zu schaffen.
Wie kann man sich das vorstellen?
Man muss mit den Kärntnern über eine gemeinsame Finanzierung reden. Diese Gespräche werde ich führen.
Das gesamte Interview finden Sie in der aktuellen Zeitung auf den Seiten 6 und 7. Die Themen: Direktzug, Windräder, BH Lienz, Gemeindebudgets.